Samstag , Dezember 7 2019
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Wölferadio – Folgt das fünfte Unentschieden?

Vier Mal blieb der VfL Wolfsburg zuletzt ungeschlagen, vier Mal gab es aber auch keinen Sieg. Ändert sich das am kommenden Sonntag gegen Hoffenheim? Warum eigentlich alles für ein erneutes Unentschieden spricht, erklärt Marco Ripanti vom Hoffenheim-Blog. Er vergleicht auch die Leistungsstärke von Sandro Wagner und Mario Gomez, die beide noch zur WM wollen. Außerdem beschäftigt sich Lenny noch mit den Nachwirkungen des Leverkusen-Spiels und mit der interessanten taktischen und aufstellungstechnischen Tatsache: Es gibt mit Malli und Didavi zwei 10er im Kader, der eine sitzt aber zumindest auswärts auf der Bank und der andere muss auf der ungeliebten Linksaußen-Position ran. Derjenige, der dann auf der 10 spielt, möchte aber lieber auf der 6 oder 8 eingesetzt werden. Diese Konstellation wird ebenfalls kritisch hinterfragt.


 
 


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10 Kommentare

  1. Ohh, der letzte Teil ist eindeutig eine Kritik am Trainer, die ich auch sehe und sollte Schmidt da keine Lösung haben, auch teile!

    Aber der Reihe nach: Arnold muss oft auf der 10 ran, will aber selbst lieber die 8 oder 6 spielen. Aus meiner Sicht ist er auch eher ein 6er oder 8er, wobei man sagen muss, das er seine besten Spiele gemacht hat, wenn er von hinten mit aufgebaut hat, also als 6er! Camacho oder Guilavogui fungierten hier gar als 8er, um den Pressing-Prellblock zu spielen. Aus meiner Sicht lief das aber gerade gegen Bremen sehr gut. Das war das erste Spiel unter Schmidt.

    Schmidt stellt Arnold lieber auf die 10 oder 8 ein. Der Hintergrund ist klar. Arnold soll auf der 10 für ein gutes Pressing sorgen, welches ein Didavi dort nicht in dieser Art ausführen könnte. Problem: Didavi hat offensiv seine Stärken, er sammelt Scorerpunkte. Ja er taucht oft ab, aber nicht weniger als andere bei uns. Arnold sammelt wenig Scorerpunkte, spielt aber auf einer offensiven Position, wo Scorerpunkte schon eine gewisse Grundvorraussetzung sein sollten, zumindest wenn man Spiele gewinnen möchte. Das ist ein Problem.

    Malli – den Schmidt in Mainz als Umschaltzehner förderte – muss bei uns oft da spielen, wo er nicht hingehört. Warum? Weil die anderen zu schlecht oder zu blöd sind. Problem: Malli kann das ebenfalls nicht. Malli ist einer, der nach Ballgewinn abgeht und den offensiven Moment nutzt, durch spontane und “wilde” Aktionen.

    Didavi hingegen ist wieder ein anderer Typ. Im Grunde kann Didavi in jedem Spiel ein Tor erzielen. Die Technik dafür hat er. Das ist eine brutale Waffe. Dessen ist sich aber nicht jeder bewusst, leider. Problem hier: Didavi ist kein Ballbesitz- und auch kein Umschaltspieler, er ist spielerisch gesehen eigentlich gar nichts.
    Ihm gibt man den Ball, er haut ihn rein und dann taucht er ab – bis zum nächsten Torschuss.

    Unser Trainer hat nun die Aufgabe diese Spielertypen – PLUS die Außenspieler, die wir nicht haben – unter einen Hut zu bringen.

    Wie löst man das Problem?

    – Trainer stellt die Spieler auf ihre individuell besten Positionen
    – Trainer baut das System so, das die Mannschaft oberflächlich funktioniert, aber nicht jeder auf seiner Wunschposition spielt (das versuchten viele Trainer bei uns)
    – Trainer stellt die Spieler auf ihre Wunschpositionen und ändert das System so, das nur Spieler spielen, die tatsächlich auf ihrer besten Position spielen (das tat noch keiner)

    Ein Ansatz also: Didavi als hängende Spitze oder zweite Spitze bringen. Malli als 10 bringen, Arnold als 6 oder 8 bringen. Und die Außen? Ich behaupte, das niemand hier eine Königslösung hat. Selbst ein 4-3-1-2 mit rautenähnlicher Formation, welches ich durchaus mal gerne sehen würde, würde uns vor Probleme stellen vorne hinter die Abwehr zu kommen und gefährliche Räume zu bespielen. Man kann die Außen nicht einfach streichen, irgendwer muss in die gefährlichen Räume sprinten und wenn es Itter sein sollte, wer verteidigt dann hinten? So etwas bedarf auch Training und Zeit. Ich vermute daher, das Schmidt weiter seiner Linie treu bleiben wird und zwischen 4-4-2 und 4-2-3-1 wechseln wird, mit nach wie vor supoptimaler Aufstellung der individuellen Positionen. Er könnte auch auf die Idee kommen, einen Gerhardt vor Itter im 4-4-2 zu bringen und Origi und Gomez vorne. Aber auch das würde wieder unser Problem, das wir selten in gefährliche Räume kommen nicht lösen. Uns fehlt hier einfach die individuelle Qualität, die wir weder durch eine gute Mentalität noch durch eine gute Taktik gerade kompensiert kriegen.

    Qualität können wir erst im Winter wieder dazuholen, wenn wir denn dort gute Transfers machen, was ja auch noch höchst fraglich ist. Man wird also wohl oder übel mit diesem Kader, mit dieser Basis die wir jetzt haben eine Lösung erarbeiten müssen. Schmidt hat aus meiner Sicht noch nicht alle Probleme erkannt oder gar behoben, er setzt aber vor allem an der Mentalität an und versucht taktische Details zu verbessern. An der Qualität kann er nur bedingt etwas ändern, da kann er höchstens durch Training individuelle Fähigkeiten verbessern. Aber auch das geht nur bis zu einem gewissen Punkt: Aus einem Knoche wird kein schneller Spieler mehr, da kann man noch so oft Sprints trainieren. Da stößt man irgendwann an Grenzen.

    Ich hoffe, das einige Spieler bei uns ihre Grenzen etwas weiter nach oben verschieben können. Sie haben einen Vorteil: Sie sind noch jung…

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    • Gute Überlegungen, aber die Frage ist, was für ein System das sein soll, in dem Didavi als hängende Spitze, Malli als 10 und Arnold als 6/8 spielen können? In einer Raute wäre Arnold dann der einzige defensive Mittelfeldspieler, Guilavogui, Camacho, Bazoer müssten alle auf die Bank. Wenn man mit 4er-Kette in der Verteidigung spielt und mit 6 und 8, haben wir das Problem, dass bei 2 Spitzen nur noch 2 Spieler im Mittelfeld übrig sind. Einer für die 10 und der andere wo genau? Spielen wir dann mit einem Außen und einer unbesetzten Seite?
      Im Endeffekt bliebe also wirklich nur, die anderen (defensiveren) zentralen Mittelfeldspieler auf der Bank zu lassen oder die auf die Außen zu schicken, das ist beides auch suboptimal.
      Eine andere Lösung, wäre wieder mit 3er-Kette hinten zu spielen (z. B. mit Camacho oder 3 IV), die Außenverteidiger die Außen defensiv wie offensiv besetzen zu lassen und dann mit Guilavogui, Arnold, Malli, Didavi und Stürmer davor zu spielen. Das haben wir Anfang der Saison glaube ich schon in der Art unter Jonker gesehen, das hat mich auch nicht wirklich überzeugt.
      Ich kann schon nachvollziehen, warum der Trainer so aufstellt, wie er es bisher tut. Wir haben nicht nur Arnold, Didavi und Malli, sondern auch einen restlichen, ziemlich ungleichmäßig besetzten Kader, den es möglichst gewinnbringend einzubinden gilt. Wie du bereits analysiert hast – unser ZM ist überbesetzt, die Außen fast gar nicht – das macht es wirklich schwer. Man könnte natürlich versuchen, Arnold in der Raute auf der 6 zu bringen und die anderen ZDM auf der Bank zu lassen. Aber ich denke das würde unser offensives Spiel nicht viel besser machen, da es immer noch auf den Außen fehlt und außerdem Unzufriedenheit aufkommt, wenn Spieler wie Guilavogui, Camacho und Bazoer alle auf die Bank müssen.

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  2. Kompliment an Papagei Jule ! :topp:

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  3. Es ist halt extrem schwierig mit unserem Kader als Trainer denen ein Konzept auf den Leib zu schneidern.
    Wohlgemerkt als Trainer, der erst in gut zwei Monaten selbst am Kader arbeiten bzw. ihn optimieren kann.
    Da kann sich also noch so manches tun bei den Abgängen (Knoche, Didavi, Ntep etc.) und Zugängen (???)

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    • Wir können aber auch nicht alle halbe Jahre immer wieder von verschiedenen Leuten alles optimieren. Ein guter Trainer macht auch aus vorhandenem was…

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    • Auch wahr, jedoch fehlt es mir an einem Gesamtkonzept…

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    • Ein “ausgewogener” Kader…
      Sowas wünsche ich mir auch. Allerdings, was ist das eigentlich?
      RB Leipzig hat sechs zentrale/defensive MF im Kader.
      Dazu mit Forsberg und Sabitzer zwei MF-Spieler, die auch keine Flügel sind.
      Davor haben sie die Wahl zwischen drei MS, von denen oft zwei gemeinsam auflaufen. (Palacios zähle ich nicht mit). Als echter Flügel bleibt also Bruma.
      Mit diesem Kader hat Hasenhüttl ein System ausbaldowert, das national für Erfolg reicht und Dortmund vor unlösbare Probleme stellte.
      Wo also liegt das Problem des VfL?
      Auf der personalen Ebene?
      Auf der Ebene der Spielsystematik, der Spielordnung?
      Auf der Ebene individueller Mängel?
      Dazu wäre doch wirklich mal ein 1:1 Vergleich der Kompetenzen hilfreich.
      Demme gegen Arnold
      Keita gegen Bazoer
      Guilavogui gegen Ilsanker usw…
      Ob es dann doch auch/in erster Linie am Spielsystem liegen könnte?

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    • Sicherlich liegt es zu großen Teilen am Spielsystem. Leipzig spielt dieses System bereits über Jahre so. Der VfL hat seit einem Monat einen neuen Trainer + neuem Spielsystem.

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    • Leipzig spielt ja 4-2-2-2 mit zwei OM ‘s, die offensiv einrücken und defensiv am Flügel verteidigen.

      Wir haben auch zwei OM ‘s bei uns im Kader. Ob man das aber so 1:1 übertragen kann ist die Frage? Jede Mannschaft muss ihr eigenes System finden. Auf jeden Fall bieten Gomez und Origi jetzt Möglichkeiten für ein Zwei-Sturm-System.

      Aktuell spielen wir ja weiter unser altes 4-2-3-1, wobei Schmidt da auch gerne mal im Spiel auf 4-4-2 umgestellt hat. Er scheint das also im Blick zu haben. Unser Problem Aussen bleibt davon aber unberührt, das kriegen wir so nicht gelöst.

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