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WOLFSBURG, GERMANY - MARCH 24: Ashley Lawrence of OL Lyonnes is challenged by Vivien Endemann of Wolfsburg during the UEFA Women's Champions League 2025/26 Quarter-finals First Leg match between VfL Wolfsburg and OL Lyonnes at VfL-Stadion am Elsterweg on March 24, 2026 in Wolfsburg, Germany. (Photo by Stuart Franklin/Getty Images)

Alles oder nichts in Lyon: Wolfsburg kämpft um das Halbfinale

Showdown in Frankreich: Für die Frauen des VfL Wolfsburg geht es am heutigen Donnerstagabend um 21 Uhr um den Einzug ins Halbfinale der Champions League. Mit einem 1:0-Vorsprung aus dem Hinspiel reist das Team von Stephan Lerch zu Olympique Lyonnais – wohlwissend, dass ihnen dort ein ganz anderes Spiel bevorsteht.

Kleiner Vorsprung, große Aufgabe

Der Erfolg vor einer Woche in Wolfsburg war hart erarbeitet – und alles andere als selbstverständlich. Mit großer Leidenschaft, hoher Laufbereitschaft und einem klaren Fokus auf Umschaltmomente gelang es den Wölfinnen, die bis dahin ungeschlagenen Französinnen erstmals in dieser Saison zu bezwingen.

Lyon wirkte im Abschluss nicht zwingend genug, Wolfsburg dagegen eiskalt in den entscheidenden Momenten. Ein Spiel, das von Intensität lebte – und am Ende zugunsten der Gastgeberinnen kippte.

Doch genau darin liegt auch die Warnung: Lyon wird heute ein anderes Gesicht zeigen. Der Favorit auf den Titel steht unter Druck und dürfte von Beginn an versuchen, das Spiel an sich zu reißen.

Wilde Generalprobe gegen Union

Die Generalprobe am Wochenende hatte es in sich – und könnte kaum widersprüchlicher sein. Gegen 1. FC Union Berlin lag Wolfsburg bis kurz vor Schluss mit 1:3 zurück, ehe eine dramatische Schlussphase begann.

Nach einer Roten Karte gegen Torhüterin Stina Johannes musste ausgerechnet Janina Minge ins Tor, da das Wechselkontingent bereits ausgeschöpft war. In Unterzahl stemmten sich die Wölfinnen gegen die Niederlage – und wurden belohnt: In der Nachspielzeit fiel der umjubelte 3:3-Ausgleich. Ein Spiel, das Moral bewies – aber auch Kräfte kostete.

Klare Struktur für den Coup

Für das Rückspiel setzt Lerch auf Stabilität und defensive Kompaktheit.

Johannes steht im Tor, davor formiert sich eine Fünferkette mit Linder, Küver, Minge, Dijkstra und Bjelde.


Im Zentrum sollen Peddemors und Kielland die Balance halten, während über die Flügel Endemann und Svenja Huth für Tempo und Entlastung sorgen sollen.

Im Sturm ruht die Hoffnung auf Beerensteyn, die mit ihrer Schnelligkeit gerade in Umschaltsituationen zur entscheidenden Waffe werden kann.

Lyon unter Zugzwang

Die Ausgangslage ist klar: Lyon muss gewinnen. Und genau das macht die Aufgabe für Wolfsburg so anspruchsvoll. Die Französinnen werden mit enormem Druck, viel Ballbesitz und offensiver Wucht auftreten.

Für die Wölfinnen gilt es, dagegenzuhalten – mit Disziplin, Leidenschaft und der nötigen Kaltschnäuzigkeit. Tugenden, die bereits im Hinspiel den Unterschied ausgemacht haben.
Ob es erneut für eine Überraschung reicht? Klar ist: Es braucht einen nahezu perfekten Auftritt, um in Lyon zu bestehen.

14 Kommentare

  1. Die VfL-Frauen in Lyon schwer unter Druck. Nach 20 Minuten waren sie gefühlt noch kein einziges Mal in der deren Hälfte. Konsequenz: 1:0 Lyon. Der VfL viel zu ängstlich, noch ohne jegliche Struktur, katastrophale Pässe.

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    • Leider eine bodenlose Vorstellung bisher. Der Matchplan war wohl mit 9 Mann zu verteidigen und dann lang auf Beerensteyn zu spielen. Erinnert von der Herangehensweise an die Männer. Mutig ist da leider gar nichts.

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  2. Zwar nur ein Gegentor, aber man muss es so hart sagen: Mit der "Spielweise" hat man in der CL nichts zu suchen. 45 Minuten verschenkte Lebenszeit.

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    • Grünerfussel.

      Wolfsburg hat halt leider mit großem Abstand das kleinste Budget von allen 8 Teilnehmern des Viertelfinales.
      Ja natürlich wäre mehr Mut und Überzeugung wünschenswert, aber Lyon ist eben eine Top 3 Mannschaft.
      Vor der Saison hat man den VfL belächelt, als das überstehen der Ligaphase als Ziel ausgegeben wurde, weil nicht mal das dem VfL zugetraut wurde nach dem Umbruch. Lyon hat sich einen Weltklasse Kader zusammengestellt und erwartet, die CL zu gewinnen! Nach 3 Halbzeiten ist immer noch alles offen, was das Ergebnis angeht.

      Aber was die VfL Frauen auf jeden Fall in der CL Saison gezeigt haben, sie wären es mehr als wert, deutlich mehr Geld in die zu investieren. Hier wird wirklich gute Arbeit gemacht.
      Es muss einfach was passieren, was Infrastruktur angeht und eben mehr Geld für Neuzugänge und Gehälter fließen, sofern man weiterhin davon redet, eine Top Mannschaft bleiben zu wollen und Titel gewinnen zu wollen. So reden unterschiedliche Verantwortliche bei Volkswagen und dem VfL ja. Wer so redet, muss endlich anfangen entsprechend zu handeln oder die Ziele deutlich nach unten korrigieren, auch um den Fans keine falschen Hoffnungen zu machen und nicht erfüllbare Erwartungen zu wecken.

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    • Es ist halt schade, da der VfL eben mit OL mal die Weltspitze gebildet hat. Während wir aber in 2015 stehengeblieben sind, sind sie mkt der Zeit gegangen

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    • Was @Grünerfussel wäre denn ein angemessener Etat für eine Mannschaft, die geringste mediale Awarenes erzielt und selbst bei internationalen Spielen in der Arena nur wenige Wolfsburger als Zuschauer anzieht?
      Die 3000 unentwegten Stammbesucher können ja unter wirtschaftlicher Betrachtung kaum den derzeitigen Aufwand rechtfertigen…

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    • Hätte VW das Geld für den Adjetey Transfer plus Gehalt zu den Frauen verschoben, würde die Herrenabteilung auf dem selben Tabellenplatz stehen. Die Frauen hingegen wären nächste Saison wieder einer der reichsten Klubs der CL. Schon bitter. Natürlich nimmt man dieses Geld nicht wieder ein, macht man bei den Herren aber auch nicht.

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    • @Spaßsucher Und der Aufwand bei den Herren ist in irgendeiner Form gerechtfertigt? 80 Millionen pro Jahr für 22.000 Zuschauer und die schlechteste Sky-Quote? Das ist doch in Wolfsburg kein Argument. Wirtschaftlickeit beim VfL Wolfsburg? Der war gut.

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    • Grünerfussel.

      Zumal die Frauen ja auch schon 20.000-24.500 Zuschauer hatten.
      Der VfL hat einfach auch sportlich so schlecht gearbeitet, und betreibt dazu kaum spürbares Marketing für die Spiele der Frauen, vor allem für die selbst ernannten Highlightspiele.

      Die Ära Christiansen war wirklich ein einziges Defizit in allen Bereichen, was man von außen so mitbekommt, wenn man Worte und Handlungen übereinander legt. Und auch davor wurde bei den Frauen mehr geredet, als gehandelt.

      Einfach schade, denn diese Mannschaft zeigt seit Jahren genau was man als Fan sehen will.

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    • Worauf ich hinweisen will sind folgende Punkte:
      1. Eben die hier angesprochenen Investitionen in Steine und Beine sind bei den Frauen nicht zielführend, weil unzureichend.
      Das Beispiel Adjetey ist hier exemplarisch.
      2. Unter der Zielsetzung, mit den Investitionen in den VfL als VW sich erfolgreich als "Good Citizen" bei Bürgern und Mitarbeitern zu positionieren ist VW mangels Gegenliebe gescheitert.

      Was der VfL aus den verfügbaren Mitteln macht, ist auf jeder Ebene denkwürdig.

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  3. • Frauen-Tennis, vor allem Grand Slams wie Wimbledon oder die US Open
    • Frauen-Basketball, besonders die WNBA
    • Frauen-Volleyball, vor allem College-Volleyball in den USA
    • Frauen-Cricket, insbesondere die ICC Women’s T20 World Cup
    • Frauen-Gymnastik und Eiskunstlauf, vor allem bei Olympia
    • Frauen-Softball in den USA

    Hab mal schnell die K.I. gefragt welche weiblichen Sportarten beliebter sind als Frauenfußball (FF).
    Und da zeigt sich eben, dass selbst König Fußball hier Federn lassen muss. Es zeigt sich halt an den nackten Zahlen, Frauen- Fußball ist ein Randsport. Daran ist nicht falsch oder verwerflich, aber warum muss ständig so getan werden, als wäre FF quasi das schon gleichwertige Produkt zum Männer- Pendant. Dazu der ständige Vorwurf, als totschlagargument, man sein misogyn, nur weil man das Theater da nicht mit- hyped.

    Vorschlag: Wir sind alle einfach stolz auf unsere Damen, dass die in der CL so weit gekommen sind. Das allein ist nämlich schon eine klasse Leistung. :vfl:

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    • gut, aber da sind alleine 3 Sportarten, die vor allem in den USA beliebt sind, soweit ich weiß, ist Fussball dort auch nicht sehr beliebt. Daher kann ich verstehen, dass andere Sportarten (egal, ob Frauen oder Männer) dort beliebter sind.

      In den USA ist auch der Männerfussball hinter Basketball, Baseball und american football zu sehen. In Indien ist Cricket populärer als Fussball.

      Frauenfussball ist aber weltweit die am stärksten wachsende Sportart. Und von "Randsport" zu reden, bei hunderten Millionen Zuschauern weltweit, ausverkauften Stadien bei Topspielen kann ja wohl keine Rede sein.

      Ich stimme mit dir überein, dass Frauenfussball noch längst nicht so groß ist, wie Männerfussball, der hatte aber auch mehrere Jahrzehnte um groß zu werden. Frauenfussball ist da wesentlich "jünger". Aber der Frauenfussball holt auf und das mit riesen SChritten. Es wirkt alles immer Professioneller, es ist regelmäßig in den Medien.

      Also bitte nicht immer in schwarz weiß denken.
      Frauenfussball ist NICHT Männerfussball
      aber Frauenfussball ist auch kein Randsport.

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    • Eventuell bietet diese Quelle relevantere Einsichten als KI, wo -einem Kühlschrank gleich – nur rauskommt. was man vorher selektiv rein getan hat?
      https://unwomen.de/frauen-und-maedchen-im-sport/

      Schade. dass DFB und Vereine mit der Basis von 57% Reichweite, gleich über 14 Mio Zuschauer*innen bei der EM nichts besseres anfangen konnten, als den Sport an Magenta &Co zu verhökern und so zu verstecken.

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  4. Falls es wen interessiert:

    https://www.transfermarkt.de/als-heilmann-mit-25-wolfsburg-trainierte-ich-hatte-schon-meinen-rucksack-gepackt-quot-/view/news/477522

    Ein interessantes Interview mit Heilmann, in dem er auch über die Wolfsburger Zeit spricht.

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