Mittwoch , Oktober 21 2020
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Die Frauen WM in Wolfsburg

Wochenlang hatte sich Wolfsburg für die Frauen WM rausgeputzt. Heute war es dann endlich so weit. Das erste Spiel in der Arena stand an:
Mexiko – England.

Eigentlich hatte ich nur Karten für das dritte Spiel: USA – Schweden.
Dennoch machte ich mich auf den Weg um die Atmosphäre rund ums Stadion in mich aufzunehmen, und nicht zuletzt auch um ein paar Fotos zu schießen.

Schon auf den Parkplätzen im Allerpark fallen einem einige Neuerungen auf. Die grünen Inseln zwischen den parkenden Autos sind neu angelegt und schaffen schon weit vor dem Stadion eine einladende Atmosphäre. Sauber, ordentlich und von vielen Pflanzen umgeben verschwindet die Blechlawine inmitten grüner Natur.

Der lange Weg entlang der Aller wurde neu befestigt. Ein neuer Untergrund soll den Fanstrom und alle Zuschauer, die auf den Bus warten gleichsam vor einem weichen, schlammigen Boden schützen – sollte es einmal regnen.
Die Oberfläche wurde dazu in gleicher Natur- und Sandoptik beibehalten, so dass den Besuchern kein Unterschied zu vorher auffallen dürfte.

Ich bin jedes mal wieder neu begeistert, wenn ich auf unser Stadiongelände komme. So schön ist kein Gelände in ganz Deutschland angelegt. Die Fans sitzen am Ufer des Sees und halten ihre Füße ins Wasser. Im Hintergrund erstrahlt das Schloss als Wahrzeichen der Stadt und grüßt vom angrenzenden Park herüber. In Mitten des Sees weiden Schafe, die mit einem ungläubigen Blick das Geschehen verfolgen.

Wir Wolfsburger kennen dieses Bild schon seit einigen Jahren. An diesem Tag fiel mir allerdings auf, dass wir viele Menschen aus verschiedensten Ländern und Städten zu Besuch hatten, die das erste mal in Wolfsburg und am Stadion waren. Staunend standen große Menschenmengen am See, und sahen den Wakeboardern beim Fahren zu.
Die gläsernen Autostadtürme schienen im gleißenden Sonnenlicht herüber und die vielen bunten Fahnen wehten im leichten Wind.

Es war sehr auffällig, dass es kein normales Bundesligaspiel war. Unzählige Kindergruppen liefen über das Gelände, Mexikaner mit großen Hüten und mit landestypischen Masken waren ebenso zahlreich vertreten wie sehr viele Engländer mit angemalten Gesichtern und Flaggen als Mantel um die Schulter gebunden.
Alle lachten und waren fröhlich. Von den sonst testosterongesteuerten Männergruppen war an diesem Tag weit und breit nichts zu sehen.
Im ganzen sah ich einen kleinen Polizeiwagen. Die Beamten hatten an diesem Tag wahrlich einen ruhigen Job.

Von der Euphorie getragen steuerte ich zusammen mit meinem Kameramann zielsicher auf ein Verkaufshäuschen zu. Einmal an der Arena angekommen konnten wir unmöglich wieder gehen.
Und so saß ich kurze Zeit später auch schon im Stadion. Rechts neben mir ein Ehepaar mit Kind aus England, die erstaunt zu mir rüber sahen als ich die letzte Zeile der englischen Nationalhymne mit sang.
Auf der linken Seite schräg hinter uns saßen sechs Mexikaner. Ein Hut war größer als der andere.

Ein kleiner Spielbericht wird von mir noch folgen.

2 Kommentare

  1. Vom Abseits an die Spitze – ein kurzer Film zur Geschichte des Frauenfußballs auf wobstories.de

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  2. „Ich bin jedes mal wieder neu begeistert, wenn ich auf unser Stadiongelände komme. So schön ist kein Gelände in ganz Deutschland angelegt.“

    Da spricht der wahre Lokalpratriot!

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