Sonntag , Oktober 25 2020
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Stadionauslastung: Wie kriegen wir die Hütte voll?

Stadion
 
Wenn der VfL Wolfsburg heute Abend in der Champions League gegen den PSV Eindhoven antritt, dann wird zum wiederholten Male die Volkswagen Arena nicht ausverkauft sein. Am Montag waren um die 20.000 Karten verkauft. Der VfL Wolfsburg hofft auf viele Kurzentschlossene, die sich noch spontan entscheiden das Champions-League-Spiel zu besuchen. Der Verkauf soll kurz vor dem Spieltag noch einmal an Fahrt aufgenommen haben.

Leere Ränge – das wünschen sich weder Fans, die Verantwortlichen des VfL Wolfsburg noch die Spieler. Was kann man also tun, um mittel- bis langfristig auch unter der Woche das Stadion voll zu bekommen?

Neue Emotion war in diese Thematik gekommen, als VfL-Boss Klaus Allofs sich vor dem Moskau-Spiel öffentlich verärgert und enttäuscht zeigte. Er müsse Angesichts der leeren Ränge erst einmal die Zuschauer suchen, hatte er vor dem Spiel in die Kameras gesagt. „Das haben die Spieler nicht verdient.“ Ein gewisser Vorwurf an die Fans und Wolfsburger war herauszuhören.

Wolfsblog-User Woody hat dies zum Anlass genommen, sich mit der Problematik genauer zu beschäftigen und seine Gedanken in Form eines Artikels in der Tageszeitung taz zu veröffentlichen. Lasst uns seinem Beispiel folgen und uns an dieser Stelle eine weitere Diskussion starten:

    Die beiden wichtigsten Punkte dieser Diskussion:

  1. Was sind mögliche Gründe dafür, dass das Stadion unter der Woche so schwer auszuverkaufen ist
  2. Welche Ideen habt ihr, dieses Problem zu lösen?

 

User Woody schreibt in der taz über die VfL-Stadionauslastung

Und dies sind die Thesen vom Wolfsblog-User Woody – ausführlich nachzulesen in diesem Artikel der taz.

Die erste Begründung, die der VfL selbst nennt, kennen wir alle: Es fehlen mindestens 5000 Zuschauer auf Grund der Schichtmodelle von VW. Doch laut Woody würde es sich der Verein mit dieser Begründung zu einfach machen. Der Haken daran sei:

Die Verantwortung wird vollständig bei den Fans abgeladen, die unversehens in die Schusslinie geraten.

Durch diese einfache Begründung würde man tieferliegende Erklärungen aus dem Blickfeld verlieren.

Dies ist vor allem für den VfL bequem – wird so doch nie die Verantwortung bei ihm selbst gesucht. Dabei zieht sich wie ein roter Faden eine katastrophale Außendarstellung durch seine Bundesligageschichte. Dem VfL gelang es deshalb nicht, interessierte Zuschauer so zu begeistern, dass sie sich in treue Fans verwandeln. Hier liegt der Grund für die Wolfsburger Zuschauersituation.

Dabei gäbe es beim VfL jede Menge Dinge, wo man ansetzen könnte, diese Emotionalität zu wecken und eine stärkere Bindung herzustellen.

Nicht zuletzt auch die enge Verbindung zu VW ist ein Umstand auf den man stolz sein könnte:

… gerade wegen dieser engen, gewachsenen Verbindung (zu VW) wäre hier so viel möglich! In Wolfsburg ist Arbeit alles und man ist stolz auf sie. Es wäre so ein Leichtes, den Vorwurf, eine Betriebssportgruppe zu sein, selbstbewusst zum Symbol des VfL zu wenden. Nirgendwo sonst gibt es eine glaubhaftere Verbindung zwischen Stadt, Sportverein und Arbeitgeber.

Das Zuschauerproblem in Wolfsburg hat der VfL selbst zu verantworten – dieser Debatte muss sich der VfL Wolfsburg stellen.

Zusammengefasst:
Wenn man nach Ursachen forscht, dann sollte nach der Meinung von Woody der Verein zunächst bei sich selber beginnen und sich fragen, warum er es nicht besser schafft eine engere emotionale Bindung herzustellen. Möglichkeiten hierfür gäbe es eine Menge. Der Fan soll aus der Schusslinie heraus.


 
Was haltet ihr von den Thesen? Welche Gründe fallen euch noch ein? Welche Lösungsvorschläge habt ihr?
 

 
Admin: Ich selbst habe auch viele Gedanken und noch mehr Thesen zu diesem Thema, die ich ebenfalls in einem Text niederschreiben will. Aber erst einmal seid ihr dran:
 
 
Alles zum heutigen Spiel bitte weiter unter dem anderen Artikel, danke.
 
 

60 Kommentare

  1. Ein wirklich toll geschriebener Beitrag. Sehr differenziert und nachvollziehbar formuliert! Klasse! Man kann nur hoffen, der VFL wird auf den Artikel aufmerksam. Ich für meinen Teil habe jedenfalls eine etwas andere Sichtweise auf die momentane Zuschauerdiskussion gewonnen!
    :topp: :topp:

    0
  2. Habe mir den Artikel in der taz mal durchgelesen. Dort wurde aufgezählt was in der Vergangenheit falsch gemacht wurde (Logo ohne Zinnen, hohe Ansprüche vonseiten VW, Trainer,Manager und Spielerwechsel)

    Das alles kann ich so nachvollziehen und das stimmt auch größtenteils, wobei ich mit dem Logo am allerwenigsten Probleme habe, aber was soll Allofs denn sagen? Das alles was vor ihm kam schlecht ist? Das geht nicht wirklich.

    Ich denke er hat durchaus auch Recht mit seiner Begründung, dass viele Fans durch Schichtarbeit bei VW wegfallen. Das was vorher war, dafür kann Allofs und Hecking am wenigsten.

    Aber ich denke der VFL hat es 1. schwierig in der Region (Hannover, Braunschweig) als attraktiver Verein wahrgenommen zu werden. Gerade in jüngster Zeit, wo VW doch etwas mehr Geld in den VFL stecken. Da sind vermeintliche Traditionsvereine wie Hannover, oder Braunschweig interessanter. Das heißt der VFL bekommt ausserhalb von Wolfsburg relativ wenig Aufmerksamkeit. (P.S.: Ich bin in Lüneburg groß geworden und etwa 1997 zum VFL Fan geworden)

    Wolfsburg ist meiner Meinung nach aber auf dem richtigen Weg das zu ändern (relativ konstante Leistungen,die sich auch auf dem Tabellenplatz bemerkbar machen; Jugendspieler, die auch ihre Einsätze bekommen; international vertreten; Konstanz auch im Kader). Das wird aber denke ich noch ne Weile dauern, bis das alles fruchtet und Wolfsburg dauerhaft mehr Zuschauer ins Stadion bekommt.

    Ach ja und das Argument, bei der ersten Championsleague Teilnahme war das Stadion doch auch voll zählt nicht. Es war die ERSTE Teilnahme. Jetzt ist es die zweite. Und meines Wissens nach wurden damals extra die Schichten anders gelegt, das geht momentan aufgrund der aktuellen Lage wohl schlecht.

    Ich drücke die Daumen für heute Abend, leider von zu Hause aus.

    Gruß der net-zwerg

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    • Hallo Freunde des Ballsports,
      auch ich finde den Artikel gut und gelungen, doch auch ich möchte verschiedene Gründe beisteuern die für mich einfach plausibler sind, als das Logo oder das Nahe Umfeld des VfL!

      Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass das Spiel heute Abend gegen den PSV Eindhoven natürlich ein schlechtes Beispiel ist, oder auch nicht…

      Die Fans des VfL Wolfsburg, gerade die, die erst in jüngster Vergangenheit ihre Liebe zum VfL bemerkt haben, die haben doch oftmals gar nicht so die Möglichkeit, ihren VfL unter der Woche zu sehen!
      Viele sind Schüler, Studenten oder Auszubildende, die meist eine Strecke von 60-250km zurücklegen (pro Weg) um dem VfL in der Arena die Daumen zu drücken, oder auch um zu supporten und dabei zu sein.

      Hier haben wir sicherlich viele 14-18/19jährige die am nächsten Tag wieder um 7:45h in der Schule sitzen müssen und teils sogar Klausuren schreiben.
      Nicht nur die Anwesenheitspflicht in der Schule ist ggf. hinderlich, auch die teils öffentlichen Verkehrsmittel, die unsere Fans nach einem 20:45h-Spiel nicht mehr nach Buxtehude oder Bielefeld bringen…

      Dann, wie eingangs erwähnt, sind Herbstferien in Niedersachsen, was auch heissen mag, dass viele derzeit im Urlaub sind und auch deshalb gar keine Chance haben ins Stadion zu kommen…

      Die größte Menge aber und das ist keinesfalls eine Ausrede, sind die Schichtarbeiter von VW! Richtig wie schon geschrieben wurde, hat man bei unserer ERSTEN CL-Teilnahme die Schichten bei VW angepasst, damit mehr Zuschauer den Weg in die VW-Arena finden. Das scheint aktuell nicht diskutable zu sein.
      Schade, denn wie schon viele erkannt haben betrifft dies die gesamte Spätschicht und auch die gesamte Nachtschicht, dazu kommen viele Frühdienstler, die vielleicht ein paar Jahre mehr auf dem Buckel haben und ihren Schönheitsschlaf benötigen, nach dem Spiel auch noch einmal 30-45min Fahrt einplanen müssen, aber dessen Wecker am Folgetag auch wieder um 4:30/5:30 klingelt.
      Nicht nur bei Volkswagen direkt ist dies ein Problem, auch bei vielen Zuliefererfirmen und Sub-Unternehmern.

      Ich z.Bsp. kann heute auch nicht ins Stadion kommen, bin hier in OWL im Schichtdienst tätig und habe aktuell eine Frühdienstwoche, was für mich bedeutet, dass morgen um 4:30h der Wecker geht!
      Bei ca. 2 Stunden Autofahrt überlegt man sich dies dann zweimal, zumal ich die kommende Woche meine Schicht extra wegen dem DFB-Pokal-Spiel getauscht habe, um unsere Wölfe gegen die Bayern zu unterstützen!

      Lange Rede – kurzer Sinn!

      Ich behaupte einfach mal aus dem Bauch heraus:
      Würden die CL-Spiele allgemein immer um 18:45h beginnen wäre die Volkswagen-Arena jedes Spiel ausverkauft!!! :talk:

      Zum Thema Preise möchte ich ur kurz anmerken, dass der VfL Wolfsburg noch im unteren Mittelfeld liegt! Wir befinden uns in einer starken, attraktiven Liga und gerade die Bevölkerung in und um Wolfsburg hat eigentlich Geld und muss da nicht so drauf achten, behaupte ich einfach mal, wie viele Bürger Mönchengladbachs (bspw. weil dort eben die Arbeitslosenquote viel höher ist)

      Auch möchte ich, ich weiss sehr leidiges Thema, auch wieder an die Bevölkerungsdichte erinnern!
      Zu CL-Spielen kommen sicherlich auch viele Fussballinteressierte, die dann eher Moskau (Deutsch-Russen?!) oder ManU sehen wollen, als den VfL (neutrale Sitzplätze etc.) oder eben einfach nur attraktiven Fussball in der CL sehen wollen.
      Hier kann man dann durchaus Fans des Rivalen aus Hannover oder auch der Hertha mitzählen, aber eben nur vereinzelt.

      Dann, für mich mit der wichtigste Aspekt, auch für den Bundesliga-Fussball, haben wir mit Wolfsburg eine 125.000 Einwohner-Stadt und im Umfeld sind keine größeren Städte, oder aber haben eben diese größeren Städte alte ehrwürdige Traditionsvereine wie Hannover 96, Eintracht Braunschweig, Hamburger SV, Hertha Berlin etc.
      Kommen wir zum Punkt: Im Einzugsgebiet rund um Wolfsburg können nur vereinzelt Fans unseres VfL vertreten sein und wir werden auch in den nächsten 10-15 Jahren kein Stadion mit 50.000 Zuschauern füllen können.

      Viele nennen gerne das Beispiel Kaiserslautern! Dies ist eine Stadt ähnlich groß wie Wolfsburg.
      Zur Zeit in der der große FCK erfolgreich war gab es im größeren Umfeld keine Stadt, die Erstligafussball bieten konnte und so blieb vielen Großstädtlern nichts anders übrig als zum Betze zu fahren, um dort die roten Teufel zu sehen.
      Großstädler wie Mainz, Heidelberg, Mannheim, Worms, Darmstadt oder auch Saarbrücken. Wobei Darmstadt und Saarbrücken auch Teams vorzuweisen hatten, die bedingt in der Bundesliga mit Anwesenheit glänzten, aber eben nicht zur Haupt-Erfolgszeit vom FCK. (nur so als Beispiel)

      Ich bin seit Anfang der 90’er VfL-Fan durch und durch und bin auch stolz auf Stadt, Volkswagen und vor allem den VfL !!!
      Aber ich bin mit meinen fast 40 Lenzen auch 5-facher Familienvater, im Schichtdienst tätig und habe bis ins Wohnzimmer 208km zu fahren.
      Soll keine Ausrede sein, aber meine Prioritäten liegen eben nicht in erster Linie beim VfL! Und da bin ich sicherlich kein Einzelfall. ;)

      Ich freue mich auf’s Spiel gleich und drücke die Daumen für mindestens 22.350 Fans

      Gebt alles und habt Spaß!
      Grüße aus der Anstalt
      :vfl:

      0
  3. Das Logo zu ändern, darauf würde kein sogenannter „Traditionsverein“ kommen, niemals! Das war der größte Scheiß, um es mal deutlich zu sagen. Das sind Vorgänge womit sich ein Fan nicht identifizieren kann, er fühlt sich nur noch als Kunde. Fußball hat was mit Emotionen und Identifikation zu tun. Wenn einem das zum Teil genommen wird, dann muss man sich nicht wundern, wenn Fans abwandern. Damals war ich noch kein VFL Fan. Aber selbst als nicht VFL Fan habe ich davon erfahren, und konnte es nicht fassen, wie man nur so dämlich sein kann. Kein echter Fan würde so eine Entscheidung treffen, bzw. überhaupt auf so einen Gedanken kommen. Deswegen gibt es auch so viele Rosinenpicker, die sich zwar freuen, dass im Wolfsburg Spitzenfußball zu sehen ist, aber wirklich identifizieren tun die sich nicht. Das Marketing vom VFL ist ein reine Katastrophe. Von der Außendarstellung bis zu den Fanartikel. Daher meine erste Forderung/Vorschlag, das Logo muss zurück!

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    • Exilniedersachse

      Die Liste derer vereine, welche ihre Wappen geändert oder modernisiert haben ist ebenso überraschend wie lang.

      FC Bayern München
      Hertha BSC Berlin
      VfB Stuttgart
      Vfl Wolfsburg

      Ok wir sind wohl der einzige Verein bei dem man das Wappen quasi „neutral“ gestaltet hat und ein nichtssagendes W genommen hat. Aber Versuche hatten andere auch.

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    • Meiner Meinung nach gab es da aber noch ein paar andere Vereine.

      Frankfurt
      Köln
      Schalke (wenn ich mich nicht täusche)
      Auch der BvB hatte glaube ich ein leicht anderes Logo…

      Die Liste ist glaube ich eigentlich wesentlich länger.

      0
    • Vor einem halben Jahr gab es einen Artikel in der Welt zu diesem Thema:
      http://www.welt.de/sport/fussball/article118334044/So-aenderten-sich-die-Wappen-der-Bundesliga-Klubs.html
      Der VfL taucht in der Bildergalerie dort nicht auf.

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    • Vor allem interessant, wenn man sich mal die Dortmund-Wappen anschaut und sich die Beschreibung dazu durchliest…
      Kommerz pur…. :keks:

      Bei BS genauso

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  4. Top Artikel zu der Thematik. Ich kann dem nur zustimmen. Auch Leverkusen hat es marketingtechnisch in der Vergangenheit verstanden sich humoristisch zu seinem Image zu bekennen (Werbeaktion Pillendreher oder Vizekusen)
    Ehrlich gesagt verstehe ich die Aufregung um das neue Logo nicht wirklich. Ich bin auch schon Fan seit Zweitligazeiten und fand den Logotausch nicht schlimm. Ehrlich gesagt gefällt mir persönlich das neue Logo sogar besser. Jedoch hätte man vor dem Logotausch sicherlich die Fans mitnehmen müssen.
    Ich muss auch sagen dass ich die Preispolitik des VfL kritisieren muss. Die Karten für das heutige Spiel kosten auf den Geraden mindestens 55€. Das ist wirklich happig. Und die Karten gegen United werden nochmal teurer. Da kostet ein Platz auf der Gegengeraden 80€. In meinem Bekanntenkreis haben sich einige über die Preise geärgert und dann entschieden das Spiel gemütlich auf der Couch bei Sky zu gucken. Ich denke hier hätte der VfL doch mit günstigeren Preisen sicherlich mehr erreicht. Mal sehen wie voll es heute abend wird. Jedenfalls gab es heute nochmal eine Aktion dass Praktikanten bei Volkswagen umsonst eine Karte für das heutige Spiel bekommen konnten. Daher hoffe ich dass heute abend nicht so viele Plätze frei bleiben werden.

    Also Wölfe auf ein gutes Spiel und hoffentlich drei Punkte für uns.

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  5. Ich bin ja auch Zinnenverfechter und das Logo ist für mich das Symbol für den Teil der VfL Geschichte indem der VfL immer mehr zu dem wird was uns mittlerweile zurecht vorgeworfen wird!
    David hast du gut gemacht, sehr viele Dinge aus der Präsentation der Supporters kann ich wiederfinden oder ableiten! :knie:

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    • Ich finde es schade, dass hier kein Brainstorming bzw. Sammeln von Ideen stattgefunden hat. So viele Interessante Aspekte wurden bestimmt nicht vorgetragen, oder?

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    • Die Präsentation war 4 Seiten lang und war voll mit Stichpunkten die wir dann noch ausformuliert haben…

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  6. Ich bleibe mei meinen Thesen. Ich denke es sind folgene Probleme:

    1. Schlechtes bzw. sehr schlechtes Marketing. (Siehe die Praktikaten Videos auf Facebook aus der letzten Woche)

    Keine Emotion, Witz, Leidenschaft

    Wir sind doch kein Amateurklub mehr. Wie kann man sowas produzieren lassen? Die Agentur macht auch die N11? Wir sollten unsere Marketingabteilung hochkant rauswerfen.

    Wo sind die wenigstens mit Identifikation behafteten Ideen wie: Wir sind hier, um etwas zu reißen hin? (Assoziation mit Wolf) richtig gut.

    Das Logo zu ändern ist auch ein Witz. Denke zwar nicht, dass es so starke Auswirkungen hat, aber die Zinnen waren doch perfekt.

    da wären wir schon bei

    2.) Die Verantwortlichen sind zu weit weg vom geschehen. keine ehemaligen VFL Spieler in der Manager ebene (jemand wie Schäfer = Identifikation pur) bzw. die Führungsriege hat den Blick neben dem Business verloren. Emotionen, Identifikation, Leidenschaft. Die Ultras und die ganzen Supporters leben es doch vor. Da muss der Verein einhaken. Die Choreo zum Geburtstag nicht mitfinanziert? SAGT SCHON ALLES.

    3.) Ausreden. Die Wahrheit ins Gesicht blicken. Es liegt nicht am Schichtsystem. Und wenn, dann ist es ein kleiner Teil. Schlechte Aussendarstellung (wir waren auf einem guten weg).
    Aber seltsame Aussagen von Allofs zerstören es wieder. Eigentlich ist er ein Fuchs, aber da muss man sich an den Kopf fassen. Er ist schon so lang hier und erkennt immer noch nicht die Probleme? Erst aufregen und dann dem Schichtsystem in Verbindung mit schlechten Anstoßzeiten die Schuld geben, Is klar.

    4.) Preise!. Ich möchte heute gerne hin, aber als Student nicht machbar. Hier ist die Frage: Entscheidet der VFL die Preise, oder ist es teilweise vorgegeben?

    Kann noch einige andere Argumente vorbringen, aber es langt erstmal.

    EDIT: UPDATE 21.10.2015 17:22

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    • Kann ich so nicht alles nachvollziehen, sorry

      Finde das Marketing teils richtig gut, ist aber auch Geschmackssache! Die Fanartikel bspw. finde ich auch super, wobei das Ein oder Andere auch etwas blöd gelaufen ist, muss ich zugeben.
      Wackeldackel, warum kein Wackelwolf bspw.

      Und Identifikation?
      Es gab doch nie mehr Identifikation als derzeit beim VfL!!!
      Schäfer und Benaglio, dazu kann man eigentlich auch schon fast Träsch und Rodriguez zählen, hier spielen Eigengewächse wie Knoche und Arnold eine große Rolle, nuja eigentlich… Knoche hat etwas an Fahrt verloren, was ich persönlich sehr schade finde.

      Aber dann Ex-VfL’er im Umfeld… Präger, Ballwanz, Thiam sind in guten Funktionen, ich komme leider nicht aus WOB, aber finde die beiden älteren Herren immer total niedlich, die in der Nordkurve die Rasenwerbung immer und immer wieder penibel gerade rücken, die zwei kenne ich schon fast seit ich VfL-Fan bin… Weiss zwar die Namen nicht, aber die Gesichter kennt man halt… :top:

      Zudem haben wir nun schon länger und vor allem auch scheinbar endlich konstanter mit Klaus Allofs und Dieter Hecking ein SUPER-TANDEM in der sportlichen Führung!

      Also hier ist der VfL definitiv auf dem richtigen Weg !!!
      Gut, meine Meinung !!!
      :keks:

      P.S. Einzig fände ich es gut und irgendwie richtig cool, wenn Identifikationsfiguren wie Schäfer, Benaglio, Naldo oder auch Klaus Allofs und Co mit teils ihren Kindern die Darsteller in Volkswagen-Werbespot’s verkörpern würden !!! Das hätte mal etwas!

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  7. TICKETPREISE!
    Für mich fassen die Ticketpreise nahezu alle so genannten „Probleme“, wie ein hoher Anteil junger Fans bei uns zusammen.
    20 € / Ticket und die Bude ist voll.
    So wähle ich doch ganz genau aus, welches Spiel ich mir ansehen kann bzw. will, egal ob „treuer“ Dauerkartenbesitzer oder nicht.
    Wir haben zwar mittlerweile viele Fans und Unterstützer, das reicht aber nunmal nicht bei jedem Spiel um jeden zu begeistern. Das schaffen insbes. die Traditionsclubs, bei denen die Fans den letzten Euro für ihren Verein geben, ohne das gutheißen zu wollen.

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  8. Ist ja schön, dass die Preise im unteren Mittelfeld liegen… Aber als Schüler mit DK, der seit 5-6 Jahren (BuLi, Pokal) ganze 2 Heimspiele verpasst ,hat muss ich mir nicht noch Vorwürfe vom VfL anhören, dass finde ich sehr unfair. 40€ (günstigster Platz?) Sind immer noch sehr viel wenn man halt nicht bei VW arbeiten darf oder noch Schüler ist. 70€ für ein Spiel?! Meine DK hat 95€ gekostet…
    Ich bin sicher nicht der einzige Schüler oder Student , dem es so geht.

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    • Zwetschge, sicherlich hast du recht, als Schüler oder Student bekommt man 5,- Rabatt, das ist wirklich lachhaft!
      Keine Frage!
      Wenn ich an meine Zeit als Schüler zurück denke…
      Finde 25% Rabatt könnte man schon gewähren!

      Und schon sind wir beim nächsten Argument!
      Denke wenn man Schülern und Studenten einen ordentlichen Rabatt gewährt würden locker nochmal 300-800 Fans mehr kommen.

      Ich meinte mit ‚im unteren Drittel‘ auch eher die Normalzahler… :talk:

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    • Ja dass war auch nicht als Angriff auf dich bezogen :)
      Ich finde es einfach nur frech gegenüber genauso treuen Fans, ihnen seitens der Verantwortlichen Vorwürfe zu machen, man aber nur nicht kommen kann, weil’s nicht ins Budget passt („ich musste erstmal schauen wo unsere Fans sind“ für mich war dass eher semi optimal formuliert…).
      Ob so ein Rabatt was bringen würde? Schwer zu sagen, meinen Freunden ist’s jedenfalls auch zu teuer. Dass Pokal Spiel gegen Bayern fällt leider auch für mich flach. Da fahr ich lieber 2-3 mal mehr auswärts mit :vfl:
      Ich hoffe aber dass die Stimmung heute wieder gut ist und die anwesenden viel Spaß haben!

      Für die normal zahler ist dass aber auch nur für VW Mitarbeiter leichter zu bezahlen, nicht jeder hier kommt ja in die Traum Fabrik ;) (O-Ton eines Wirtschafts-Lehrers )

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  9. Bei den Preisen möchte ich auch nochmal einhaken. Mag ja sein, daß der VfL hier im unteren Durchschnitt liegt, aber Preise sollten nunmal aus Angebot und Nachfrage entstehen. Und offenbar ist die Nachfrage hier eben nicht so groß wie anderswo, zumindest bei den Preisen.

    Dann kommen noch so Aktionen dazu, wie die ominösen Freikarten, die bei VW verteilt werden. Oder in der letzten Saison, daß man einige Tage vor dem Spiel die Preise herabsetzt und noch Fanartikel oben drauf legt. Als zahlender Fan, der sich immer frühzeitig seine Karte sichert, kommt man sich da doch ver-auf-den-Arm-genommen vor.

    Nicht jeder hat ein üppiges VW-Gehalt und wer es hat, muß auch bereit sein, es für den 4-5-fachen Wert einer Kinokarte für ein Fußballspiel auszugeben.

    Hier kommen dann sicher noch andere Faktoren hinzu, die eben das „Produkt“ nicht attraktiv genug erscheinen lassen.

    Bei mir hat die Preispolitik dazu geführt, daß ich mir das Pokalspiel gegen Bayern nicht im Stadion anschauen werde. Da wird aber sicherlich wieder viel rot im Stadion zu sehen sein.

    Eines noch zum Thema „unter der Woche“. Gegen Hoffenheim konnte man mal wieder sehr gut sehen, daß auch zu normalen Bundesligaspielen das Stadion oft auch nur offiziell gut gefüllt ist (Thema Rosinenpicker). Wenn ich mich richtig erinnere, wurden im Stadion 26T-irgendwas Zuschauer vermeldet. Da aber der Gästeblock nur kaum wahrnehmbar besetzt war, hätte der Rest eigentlich sehr gut gefüllt sein müssen, was aber bei Weitem nicht der Fall gewesen ist.
    Will sagen, es ist nicht nur ein Problem der Spiele in der Woche…

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    • Sogar 28-t irgendetwas und ich sagte sofort zum Kumpel: Niemals!

      Mit den Preisen und Angebot/Nachfrage gebe ich dir bedingt recht, denn der VfL muss auch andererseits darauf achten, kein Billiganbieter zu werden/sein.

      Das mit den Preisnachlässen und Fanartikeln als Dreingabe würde ich ähnlich sehen, wenn es so der Fall war…
      Das finde ich bei Sky oder Mobilfunkanbieter schon sehr unfair… Die treuen Bestandskunden werden verarscht und Neukunden mit Rabatten und Geschenken gelockt :down:

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  10. Man kann in diesem Blog sicher weder ein Grundstudium in Marketing anbieten noch eine komplexe Konzeption entwickeln.
    Aus meiner fachlich einigermaßem kompetenten Sicht (Lupo weiß, warum ich das so selbstbewusst behaupten kann…) und langjähriger Berufserfahrung im klassischen wie im Sportmarketing muss ich in aller Deutlichkeit sagen, dass dem VfL immer noch die Basis für erfolgreiches Marketing fehlt:
    – Der VfL ist keine „Marke“.
    – Der VfL hat keine (glaubwürdige) Markenidentität.
    – Der VfL macht nicht nach außen deutlich, wofür er steht.
    – Der VfL hat keine „Persönlichkeit“, mit der sich potentielle Anhänger identifizieren könnten.
    Die verantwortlichen Mandatsträger waren zwischen 1990 und 2003 nie ansprechbar für professionellen Gedankenaustausch.
    Allerdings hatten sie alle eine große Gemeinsamkeit:
    Sie waren alle keine originalen VfLer. Sie hatten nichts mit dem VfL als Verein und seiner Rolle in der sozialen Integration eines Gemeinwesens, im Aufbau einer „Stadtidentität“ am Hut. Sie haben im VfL ihre eigenen Karrieren entwickeln können.
    Dabei blieb der VfL dann halt auf der Strecke.
    PS: Wer dem VfL auch nur im Entferntesten professionelles Marketing unterstellt, der verwechselt Aktionismus und Flohmarktmentalität mit Strategie und Markenpflege – und beweist damit, dass er von Marketing – unter der Berücksichtigung der Spezifika im Sportmarketing – keine Ahnung hat.

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  11. Als ich einmal im Stadion war, beim Euro League-Spiel gegen Lissabon, fiel mir auf, dass das Problem ist, dass der VfL einfach keine Präsenz hat außerhalb von Wolfsburg. Ich kam vom bremer Hauptbahnhof mit dem Zug. Die ersten Fans vom VfL sah ich erst in Wolfsburg. In der Stadt selber merkte man, das da nen Großereignis ansteht. Das Problem ist einfach, dass der VfL in umliegenden Städten keine große Fanbasis hat.

    Die Anbindung mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist auch nicht die Beste. Einmal war ich zum Samstag-Abend-Spiel da und musste 30 Minuten vor Abpfiff wieder los, um den letzten Zug nach Hause zu erwischen. Da gibt es sicherlich auch Steigerungspotential.

    Aber den Menschen in Wolfsburg kann man keine Vorwürfe machen. Von denen gehen fast alle ins Stadion…

    Gebt dem Verein doch einfach die Zeit. Irgendwann werden es schon mehr Fans werden. Schon durch die internationale Präsenz kann viel erreicht werden. Aber auch alleine der Imagewandel vom Vfl unter der Magath-Ära zum neuen VfL unter Allofs und Hecking hat viel gebracht. Die Menschen nehmen den VfL mittlerweile anders war. Es wird besser. Es fehlen ja auch nur 8000 neue Fans, die regelmäßig ins Stadion gehen und wir würden da nicht mehr darüber diskutieren müssen.

    Macht der VfL eigentlich Fan-Werbung in Berlin? Da gibt es ja zig Menschen und weit weg ist es auch nicht. Da kann man bestimmt prima neue Fans generieren :vfl:

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  12. Die Diskussion über image (Fussball ist Arbeit, nicht alles weil wir ein Arbeiterverein sind!!) Kann man sicher führen. Der Grund für ein „nur“ 75% ausgelasstetes Stadion ist aber viel einfacher, kleine Stadt und viele müssen Arbeiten- Ende der Ursachenforschung. Wir sollten damit leben und dazu stehen, ganz ehrlich wen interessiert es auch schon groß

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  13. Hier sind viele der Gründe für ein nicht gefülltes Stadion korrekt genannt worden.
    Was ich nicht verstehe ist, warum das Thema hier so intensiv und emotional gespielt wird. Warum ist es allen sooo wichtig, dass das Stadion voll ist? Ich will einfach guten / spannenden Fußball sehen und Stimmung können auch 10.000 Leute machen. Würde auch ins Stadion gehen, wenn ich der einzige Zuschauer wäre… und dann wäre eine Stimmung im Stadion, das sage ich Euch ;-)

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  14. In der CL muss das Stadion voll sein. Es ist die Königsklasse. Wenn nicht in der CL, wann dann?

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    • Von allen CL-Spielen des aktuellen Spieltages waren nur 3 ausverkauft, zumindest, wenn man dem Kicker glauben kann.

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  15. Warum lassen wir uns eigentlich das Thema Zuschauerzahlen so aufdrängen? Die haben sich in 20 Jahren Buli bisher verdoppelt, wo liegt also das Problem?
    Ist schon witzig, dass das Thema dann aufkommt, wenn wir unsere historisch größte Zuschauerauslastung haben. Wahrscheinlich nehmen einige Dortmund-Fans unter den „Journalisten“ uns noch den Pokalsieg übel.
    Wenn sich jemand über eine angeblich zu geringe Zuschauerzahl echauffiert, würde ich einfach fragen ob derjenige selbst im Stadion war. Falls nicht, hat er keinen Grund sich aufzuregen.

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  16. Zum Thema Logo: Ich hatte schon mal einen Post zum Thema altes Logo, wo ich schrieb, dass ich mir kein Trikot (aber auch andere Fanutensilien) mit altem Logo kaufen würde! Der Post hatte etliche Likes, also gehe ich davon aus, dass einige hier im Block ebenfalls das Neue „schöner“ finden als das Alte! Viele im Stadion kommen mit Kindern, meine sind ja auch fast mit dem VFL groß geworden, sie kennen nunmal nur das neue Logo. Meine können mit den Zinnen nichts anfangen, es hat für sie kein Wiedererkennungswert. Ihr glaubt doch nicht, wenn man das Logo ändert ist das Stadion plötzlich voll!? Ich glaube auch nicht, dass außerhalb der Nordkurve viele das alte Logo mögen! Ein Wechsel zurück wäre für mich ein Rückschritt!
    Was ich viel entscheidender fand, war, dass man sich die CL Dauerkarte vorher kaufen musste, bevor feststand welcher Gegener und welcher Spieltag. Ich hatte Glück, zweimal Frühschicht und einmal Urlaub ( bin mit meinem Sohn gestern 740km hin und zurück von der Küste gefahren), von uns 6 normalen Dauerkartenbesitzer haben nur 3 sich die Cl Dauerkarte geholt, weil die Termine nicht passten.
    Was ich aber gestern schon komisch fand, im Familienblock Oberrang saßen fast nur unbekannte Gesichter, also keine normalen Dauerkartenbesitzer die ihr Vorkaufsrecht etc. genutzt haben! Sind wohl, wie wir, alle im Urlaub :D

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    • Interessanter Ansatz zum Logo. Sieh es mal von der anderen Seite. Leute wie zB ich, im Alter von 32 Jahren, sind mit dem alten Logo aufgewachsen. Die den VFL schon zu Zweitligazeiten im Stadion besucht haben ( auch wenn da teilweise nur 2.000 bis 5.000 Zuschauer waren ), die haben sich mit dem alten Logo identifiziert. Mein erstes VFL Trikot liegt noch bei mir im Schrank ( leider „etwas“ zu klein und langarm ) habe ich 1994 von meiner Oma zu Weihnachten geschenkt bekommen. Meine erste Fahne ( leider nicht mehr vorhanden ) zierte das alte Logo, mein VFL Handtuch von früher ( hängt noch oft im Gäste WC) hat das alte Logo und und und. Ich würde zwar behaupten ich bin heute anders Fan vom VFL als früher und genieße mehr. Trotzdem ist mir das neue Logo immernoch ein Dorn im Auge. Ich würde es gerne „hochwertig“ auf unseren Trikots sehen, weil es schon immer ein Teil von mir und der Verbindung zum VFL war.

      Ich bin wahrlich kein Fan vom Traditionsgequatsche. Aber ich habe damals nicht die Notwendigkeit zum Logotausch erkannt und heute verstehe ich den Schritt von damals auch nicht. Als wenn uns das neue Logo irgendwie besser gemacht hätte.

      Klar, nun zurück zu tauschen macht auch irgendwo keinen Sinn mehr und man hat sich über die Jahre an das neue Logo gewöhnt. Aber der Schritt damals war genauso sinnfrei. Aber warum wäre es ein Rückschritt? Was würde sich denn akkut verschlechtern?

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  17. Ich äußere mich nun nachdem ich viel zu tun hatte und vieles hier mitgelesen habe auch einmal. Vielleicht kann ich auch diesen und jenen Aspekt, den ich im Artikel erwähnt habe, hier noch einmal präzisieren.

    Zunächst und um es kurz zu machen: Mein Eindruck deckt sich in vielerlei Hinsicht mit dem Spaßsuchers (ohne, dass ich ein Werbefachmann wäre). Ich weiß von Werbung zumindest so viel, dass es bei ihr um „Rezeptionseffekte“ geht, also den Eindruck, der beim Betrachter entsteht. Und ein positiver Eindruck entsteht dann, wenn Werbung dafür sorgen kann, ein Image entstehen zu lassen bzw. zu transportieren, das man glauben kann. Deswegen ist in den letzten Jahren das Modewort Authentizität, das ebenfalls ein reiner Rezeptionseffekt ist, so wichtig geworden. Viel von dem, womit der VfL – glaubwürdig – außerhalb des reinen sportlichen Tagesgeschäfts hätte punkten können, hat er aus der Hand gegeben. Ihr habt euch hier so an der Logo-Diskussion festgebissen. Auf 4500 Zeichen hat man wenig Platz zur Differenzierung, aber mir ging es natürlich überhaupt nicht darum, zu sagen, wenn wir nur das alte Logo wiederhätten, würde alles laufen. Ich schrieb davon, dass die Geschehnisse rund um die Einführung des neuen Logos SYMBOLISCH dafür stehen können, was hier schief gelaufen ist. Ich habe ein Beispiel gebracht. Andere wären die häufigen Wechsel in der sportlichen Leitung und in der Infratruktur des Vereins. Oder die Ära Magath II sowie die wirklich äußerst repressive Stadionverbotspolitik des VfL, die junge Leute, die bei allen Verfehlungen, die es gab, vom VfL abschnitt – das leider, weiß ich aus eigener Erfahrung. Euch werden selbst Beispiele einfallen, an denen der VfL geschickter hätte agieren können.

    Die Älteren unter euch können sich ja sicher daran erinnern, wie unser Image am Bundesligaaufstieg war. Da war nichts mit Plastikklub, sondern wir wurden aufgrund der kleinen Fanszene, des kleinen Stadions, des Mini-Etats (echt jetzt!!!), der angeblich hässlichsten Stadt Deutschlands, belächelt. Allerhöchstens waren wir eine graue Maus – am ehesten vielleicht vergleichbar mit Paderborn im letzten Jahr. Nahtlos ging dies dann gepusht durch VW über in ein Image einer seelenlosen gepamperten verzogenen Göhre über, als die sich der VfL später auch gerierte (Magath II, Hoeneß als schlimmste Ausprägungen). Das muss man so erst mal schaffen – von Indifferenz bis Spott zu blankem Hass. Als Verantwortlicher des Vereins würde ich mich da zumindest mal hinterfragen und auch überlegen, ob es nicht sein kann, dass ich da doch das eine oder andere falsch gemacht habe.

    Sorry, mir fehlt gerade die Zeit, auch sind die Gedanken gerade nicht geordnet genug. Ich werde mehr ausführen und gerne weiterkommentieren. So viel nur: Einzig darauf zu verweisen, dass Ticketpreise hoch sind, dass die Stadt klein ist, die Schichten blöd liegen, das, meine Freunde entlässt Leute, die Verantwortung für das miserable Image unseres Herzensclubs tragen, viel zu schnell aus der Verantwortung. Das war der Grund für meinen Artikel.

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  18. Der VFL hat schon immer oder viel mehr in dem letzten Jahren viel für Familien getan und kleine Kinder, grundsätzlich keine schlechte Idee,die Kinder von heute sind die Nordkurven Fans von morgen. ABER für eine jugendliche bis junge erwachsenen Fangemeinde wurde zu wenig getan. Der VFL würde – anlich wie VW- zu einem sympathischen Verein/Firma für junge Familien(Väter) die ihre Kinder ohne Angst vor Ausschreitungen zum Fußball mit nehmen könnten (ich war vor einigen Jahren auch das Kind bei dem das so lief). Für eine „Hardcore“ Anhängerschaft ist dieses image aber ebend nicht“cool“ . Es ist einfach alles ein bisschen zu glatt gebügelt (nicht das Stadion das ist gut) aber fanartikel und vor allem die Werbung und die ganzen image kampanien und so (was haben wir was Mailand nicht hat) – das spricht den Event Fan an der mal gerne CL gucken will aber nicht den „richtigen“ Fan der stolz sein kann das sein Verein von dem er sich als Teil,nicht als Kunde fühlt es geschafft hat in der CL zu spielen :vfl: :vfl: :vfl:

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  19. Beim Lesen einiger elektronischer und Print-Medien konnte ich gestern feststellen, dass der VfL in den vorankündigenden und nachbereitenden Berichten entweder unverhältnismäßig negativ auf das Zuschauerthema reduziert (SZ, Sport1, bild.de), nur beiläufig überhaupt als CL-Teilnehmer erwähnt (ARD) oder gänzlich übergangen wurde (ZdF-heute). In letzter Zeit war diese Art einer überaus kritischen oder offen diskreditierenden Berichterstattung über den VfL wiederholt zu beobachten, so dass man den Eindruck gewinnen kann, dass sie nicht zufällig ist, sondern ihr eine gewisse Absicht unterliegt.
    Nun glaube ich allerdings nicht an eine generelle Verschwörung der Medien gegen den VfL als Negativbeispiel eines Werks-Clubs. Dass der VfL zunehmend Kritik bis offene Ablehnung aus dem Bereich der „veröffentlichten Meinung“ auf sich zieht, scheint aber bestehende Stimmungslinien widerzuspiegeln, welche die Diskussion um den deutschen wie den internationalen Profifußball derzeit in der Öffentlichkeit prägen und bei der sich der VfL als Zielscheibe einer leider wenig reflektierten Kritik anbietet. In der (unvollständigen) Reihe dieser Stimmungslinien scheinen mir die folgenden besonders wirksam und daher von den Medien auch immer wieder dankbar aufgegriffen und populistisch befeuert zu werden:

    1. Gegen die generelle Kommerzialisierung des Profifußballs:
    Sie schafft Ungerechtigkeiten und Ungleichgewichte und reiche, unternehmensgestützte Clubs (wie insbesondere der VfL) drängen Traditionsvereine in die Defensive. Aus dieser Sicht sind die Bundesligazugehörigkeit und die sportlichen Erfolge des VfL ausschließlich dem „Finanzdoping“ von VW zuzurechnen. Dieses gilt als „stillos“ und geradezu „obszön“. (Die Welt, 22.12.2012) Wer also den VfL ablehnt, darf sich in der Front derer fühlen, die sich auch gegen die Übernahme von Fußballvereinen durch Scheichs und russische Oligarchen sehen und Entwicklungen des Fußballs wie z. B. in England ablehnen.

    2. Gegen die durch die Kommerzialisierung des Profifußballs ausgelöste Wettbewerbsverzerrung: Sie macht den reinen, ehrlichen Fußball kaputt. Sportliche Erfolge gelten nicht mehr als Ergebnis „hausgemachter“ Anstrengung und Entwicklung, sondern wo eigene Kompetenz und Leistung fehlen, wird zugekauft und bei den ehrlichen Vereinen „gewildert“. Auch diese Sicht der Wettbewerbsverzerrung nimmt nicht etwa Entwicklung und Verhalten von Bayern München in den Blick, sondern speziell den VfL, der ohne die VW-Millionen z. B. nach Ansicht des Sportrechtlers Alexander Steinforth „eher gegen den Abstieg als um die Champions League spielen (würde)“. (Die Welt, 13.10.2015)

    3. Gegen die „Plastik-Clubs“:
    Die Kritik der Wettbewerbsverzerrung wird emotional flankiert durch den konstruierten, wenngleich als wesentlich empfundenen Gegensatz von Traditionsvereinen und Plastik-Clubs. Während kapitalgepuschte Clubs wie der VfL angeblich ohne Fans und Seele in der Champions League spielen, kämpfen ärmere Traditionsvereine in den Niederungen der Tabelle gegen den Abstieg. Diese „Ungerechtigkeit“ findet im permanent wiederholten Vorwurf der fehlenden Zuschauer-Ressonanz insofern eine willkommene argumentative Bestätigung, als man offenbar meint, dass sich das „Künstliche“ und „Unechte“ des VfL-Erfolgs folgerichtig und gerechter Weise in einem „halbleere(n) Stadion“ selbst bei einem CL-Spiel (SZ, 21.10.2015) zeige.

    4. Gegen das Ausbreiten „mafiöser“ Strukturen im Profifußball:
    Die Korruptionsaffäre bei der FIFA, der sich abzeichnende WM-Skandal im DFB, die schleichende mafiöse Unterwanderung des Profifußballs in Griechenland, Spanien und des Weltfußballs schlechthin lassen bei vielen Fans auch bei uns verstärkt die Befürchtung aufkommen, dass der sportliche Aspekt des Fußballs nur noch billiges Mittel ist, um scheinbar grenzenlos Geld zu generieren. Damit geraten unweigerlich auch die unterschiedlichsten Formen der Sportförderung durch Unternehmen in den Verdacht, unlauter und ausschließlich eigennützig zu sein. Bzgl. des VfL hat VW durch eine intransparente Bilanzierung des Sponsoring, durch die angebliche Nötigung von Zulieferern, aber auch durch manche effekthafte Spielertransfers und – nicht zuletzt – durch den jüngsten Abgasbetrug nicht gerade Glaubwürdigkeit und Seriosität bewiesen. Das Engagement von VW bei 16 Bundesligavereinen, im DFB-Pokal, bei medialen Sportplattformen sowie als Ausrichter internationaler Tuniere und Trainingscamps bewirkt nicht etwa nur Anerkennung, sondern verstärkt Skepsis und Ängste vor einer sportfremden Einflussnahme und Steuerung. Der dadurch in der Öffentlichkeit angerichtete Schaden fällt weitgehend auf den VfL zurück.

    Dass die Medien auf diesen Stimmungslinien wie auf Wellen reiten, sie befördern und ausschlachten, erklärt sich einmal ganz marktüblich aus ihrem eigenen Geschäftsinteresse, andererseits sind die Macher ja selbst nicht frei von diesen Stimmungen. Dabei sind die diesen Stimmungen unterliegenden kritischen Ansätze aus meiner Sicht durchaus berechtigt. Bedauerlich ist nur, dass die Kritik populistisch und oft knapp neben der Wahrheit auf den VfL medial umgeleitet wird und ihr die Ernsthaftigkeit und Tiefe einer wirklich seriösen Analyse des Profifußballs fehlt.
    Wer sich gestern Abend noch „Markus Lanz“ im ZdF angetan hat, der konnte wunderschön am Beispiel des ehemaligen ARD Sportredakteurs Gerd Rubenbauer miterleben, wie wenig überzeugende Kritikfähigkeit (hier an der Rolle Beckenbauers) sich ein ARD-Mann leisten kann, der selbst jahrelang als mediales Megaphon Teil dieser Fußballindustrie gewesen ist. Wie wohltuend war dagegen ein Ewald Lienen, der seinen kritischen Verstand trotz sicherlich vieler Kopfbälle nicht verloren hat.

    Nur noch verkürzt: Ich sehe nur einen Weg, wie der VfL aus seiner ihm von vielen Medien zugedachten Rolle des seelenlosen Werks-Clubs mittelfristig herauskommt: Indem er sich offensiv als solcher bekennt und seriös mit einer schonungslosen Transparenz entgegen allen Klischees beweist, dass ein Werks-Club sehr wohl sozial verantwortlich, traditionsbewusst und regional verankert, kreativ, fanorientiert und nachhaltig handeln und Fußball auch auf hohem Niveau gestalten und leben kann. Damit hätte der VfL ein Alleinstellungsmerkmal, um dessen Anerkennung man irgendwann nicht herum kann und um das ihn manch anderer Club beneiden würde.

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    • Schön zusammengefasst, Joan. Auch der Idee, wie der VfL aus dem Schlamassel rauskommen kann, kann ich etwas abgewinnen.

      Ein grundlegender Aspekt noch zur Kommerzialisierung. Es wird so häufig so getan, als wenn die Kommerzialisierung durch ein paar schwarze Schafe ausgelöst wurde und geradezu einen Malstrom ausgelöst hätte, dem sich alle beugen müssten. Nichts ist falscher als das! Wir reden von Fußball unter kapitalistischen Bedingungen, selbstverständlich spielt Geld, spielt die Vermarktung, spielt das produzieren des Produkts Fußball eine enorme Rolle. Die angeblich goldenen Zeiten, die ersten Jahre der Bundesliga, sind Ergebnis des ersten Kommerzialisierungsschubs des deutschen Fußballs. Was wäre die Einführung einer Profiliga wenn nicht Kommerzialisierung? Spieler verdienten auf einmal mehr Geld, es bot sich eine neue Plattform zur Bewerbung unterschiedlicher Produkte etc.. Von diesem ersten Kommerzialisierungsschub hat im übrigen unser geliebter blau-gelber Nachbar enorm profitiert. Sie wurden durch einen undurchsichtigen Konzessionsentscheid (so viel zu den nebulösen Strukturen) als niedersächsischer Vertreter in die erste Bundesliga aufgenommen – 96, die zehn Jahre zuvor deutscher Meister wurden, nicht. Der VfL war wohl tatsächlich noch zu klein. Erst durch diese Entscheidung konnte die Eintracht 67 Meister werden und konnte sich der Mythos aufbauen, der sie bis heute trägt. Ich finde, das sind Argumente und Gedankengänge, die man als Wolfsburger in der Tasche haben sollte.

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    • nicht zu vergessen die Jägermeister-Geschichte, aber das ist hier ja nicht das Thema…
      Fällt mir nur immer wieder ein, wenn sich BTSVler über Kommerz aufregen.

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  20. Falls sich jemand hier erinnert, ich habe vor dem Spiel noch nach einer Karte in der Wölfi-Kurve gefragt, weil online keine Karten mehr verfügbar waren.
    Als ich mir dann dort die vielen freien Plätze angeschaut habe,musste ich mich schon wundern, warum online dort kein Ticket mehr verfügbar war.
    Bringt sicher mehr Zuschauer, wenn online die Tickets transparent vermarktet werden.

    Da ich gegen Everton eine ähnliche Situation mit einem anderen Block (ebenfalls vergleichsweise günstig ggü. mittlerer Gerade) hatte, glaube ich hier nicht an Zufall.

    Sehe es übrigens auch so, dass die Ermäßigung ein schlechter Witz ist. Preise von 50-70,- pro Spiel gehen für einen Schüler/Studenten halt einfach nicht

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  21. @Lupus 45 genau das Gefühl hatte ich auch, als ich die Woche vor dem Spiel den Online-Shop verfolgt habe! Da ich mir sicher war das Blöcke mit günstigen Plätzen geschlossen wurden bevor sie ausverkauft waren habe ich das am Mittwoch vor dem Spiel bemängelt. Am Montag haben wir nochmal einen Termin und da sprechen wir das nochmal an.

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  22. Gestern stand hier die Frage im Raum, was vor dem Spiel in der Nordkurve durchgesagt worden ist. Der Grund, warum nicht das ganze Stadion beschallt werden konnte, waren UEFA-Regularien. Hier ist der Text im Wortlaut, er steht heute in den Wolfsburger Nachrichten:

    Liebe VfL-Fans,

    wir in Wolfsburg erleben gerade schwere Zeiten. Vieles wofür unsere Stadt, unser Verein, wofür WIR stehen und worauf wir stolz sind, scheint in Frage gestellt.

    Deswegen setzen wir heute im Stadion ein Zeichen. Ein Zeichen dafür, dass Wolfsburg und der VfL in schwierigen Situationen noch fester zusammenrücken.
    Wenn wir hören, dass wir eine Betriebssportgruppe sind, dann sind wir stolz darauf. Denn wir sind kein Plastikclub, sondern wir sind ein 70 Jahre alter Wolfsburger Arbeiterverein!
    Der VfL gehört genau so zu dieser Stadt wie VW – Wolfsburg ist Arbeit, Wolfsburg ist Fußball und Wolfsburg ist Leidenschaft!

    Wir nutzen heute diese 90 Minuten, um zu zeigen, was es heißt, Wolfsburgerin und Wolfsburger zu sein und wie wichtig der VfL dafür ist.
    Wir fangen gleich jetzt damit an. Ich möchte euch alle bitten, euch jetzt von euren Plätzen zu erheben und mit euren Nebenleuten einzuhaken.

    Einmal Wolfsburg, immer Wolfsburg

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    • Ein schönes Statement und ich hatte zugegebenermaßen auch ein wenig Gänsehaut im Stadion. Beim Gehüpfe zu „Einmal Wolfsburg, immer Wolfsburg“ haben auch soviele mitgemacht wie nie zuvor. War ein schöner Moment.

      Zum Thema Arbeiterverein:
      Grundsätzlich ist das richtig, das sind wir. Aber wenn man sich mal die historische Bedeutung von einem „Arbeiterverein“ mit seinen proletarischen Ursprüngen vor Augen führt, dann verstehe ich, dass der VfL von außen eben nicht als ein solcher wahrgenommen wird. Man kann durchaus nachvollziehen, dass viele Außenstehende den Begriff „Kommerzverein“ passender finden. Die Begriffe „Arbeiterverein“ und die finanzielle Luxussituation, in der sich der VfL befindet, passen eben oberflächlich gesehen eher nicht zusammen.
      Ich persönlich sehe es aber so, dass eben genau durch die traditionsreiche Verbindung von Stadt, VW und VfL sich dieser finanzielle Status „erarbeitet“ wurde. Wolfsburger Arbeiter haben VW zu dem gemacht, was es heute ist. Es wurde meinem Opa und Vater nach dem Krieg nichts geschenkt, sie haben sich hier in unserer Stadt Wolfsburg und mit Volkswagen ein gutes Leben erschaffen. Der VfL war dabei stets ein begleitendes Element zur Freizeitgestaltung und zum Abschalten von der Arbeit.
      Dass nun heute alle drei Bestandteile dieser bundesweit einzigartigen Verbindung (Stadt, Werk, Verein) gemeinsam von der erfolgreichen Arbeit profitieren, mag vielen nicht passen, ist aber in der Konsequenz nur logisch und hat sicher nichts mit „Plastik“ zu tun.
      Diese beschriebene Einheit gilt es zu betonen und nach außen zu tragen, wenn man die öffentliche Wahrnehmung des Vereins verändern will.

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    • Und auch vom Verein gelebt werden. Sei es Marketing oder Aussagen in der Öffentlichkeit. Das ist mir alles noch nicht griffig genug. Ja, das Image hat sich durch Allofs/Hecking ins positive gewandelt, aber die Identifikation fehlt mir da schon noch.

      Scheinbar verstehen selbst die Spieler nicht, warum die Auslastung nicht bei 100% ist. Aussagen wie: ,,wenn wir weiter unsere Leistungen bringen, werden es schon mehr“ sind für mich Schwachsinn. Selbst in der (fantastischen) Letzten Saison in der EL waren teilweise nur 16000? im Stadion. Ganz so einfach ist die Problematik nicht zu lösen.

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    • Schniepel, das ist genau der Punkt. Diese Verknüpfung VW – Wolfsburg – VFL ist in dieser Konstellation einzigartig. Mit ihr einher steht und fällt auch der Wohlstand der Stadt und des Vereins. Sieht man ja auch am aktuellen Anlass, die Stadt holt auch das Sparpaket raus.
      Demzufolge sehe ich das nicht so Problematisch auf der einen Seite Arbeiterverein zu sein und auf der anderen Seite viel Kohle haben. Ist ja mit der Stadt und dem Reichtum auch nicht anders. Wolfsburg ist eine Arbeiterstadt und viele Leben hier erst in zweiter oder dritter Generation ( meine Eltern zB sind seit ~ 30 Jahren hier und kommen ursprünglich aus dem Raum Goslar) , die Verbundenheit könnte aber in der Breite kaum größer sein.

      Das ist ein Punkt, der von Aussen nie betrachtet wird. Auch wenn nicht jeder Wolfsburger VFL Fan ist, ist der Gesamtverein einer DER Breitensportvereine in Wolfsburg.

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    • @WoodyGuthrie: Auch noch einmal zur Kommerzialisierung des Fußballs: Ich wollte mit meinen Ausführungen hierzu – falls du mich überhaupt so verstanden hast – nicht die Illusion nähren, als gäbe es ein Zurück vor die Zeit der Kommerzialisierung. Ich sehe diese Entwicklung – glaube ich – ähnlich wie du als systemisches Phänomen eines Fußballs unter kapitalistischen Bedingungen. Und solange die Stadien trotz steigender Eintrittspreise voll sind und die Fußballindustrie einer der größten Wachstumsmärkte ist, wäre es auch vermessen zu meinen, hier ließe sich etwas zurückdrehen.
      Andererseits gibt es berechtigte Ängste oder doch zumindest Befürchtungen vor Auswüchsen dieser Kommerzialisierung, die von Teilen der Medien aus unterschiedlichsten Motiven mitgetragen werden. Das honorigste Motiv ist aus meiner Sicht dabei noch die Befürchtung, dass der sportliche Aspekt, also der Wettkampf, zu einer bloßen Variablen wirtschaftlicher Kalkulation werden könnte: Wer investiert bzw. investieren kann, gewinnt.
      Es gibt aber auch mediale Kritiker der Kommerzialisierung, die auf diesen Zug der Kritiker aufspringen und sich gegen vermeintliche Auswüchse stellen, nur um die Gesamtentwicklung nicht zu gefährden, von der sie nämlich fürstlich profitieren. Für mich ist z. B. sehr auffällig, dass alle Medien des Springer-Konzerns sich gegen VW und den VfL eingeschossen haben und das Lied der sog. Traditionsvereine singen – ausgerechnet die Springer-Medien, die mit BILD, Sport-BILD und dem Portal Transfermarkt.de auf der Kommerzialisierung schwimmen wie das Fettauge auf der Suppe. Ihr Motiv, sich kritisch gegen bestimmte Formen der Kommerzialisierung zu stellen, ist weitsichtiger, da hier offensichtlich die politisch-gesellschaftliche Funktion des Fußballs als Ablenkungsszenario erkannt wird, durch die Emotionen, Bedürfnisse und Interessen von Massen manipuliert und gesteuert werden können. Ihnen steht hier möglicherweise der „Brot und Spiele-Gedanke“ der Römischen Republik vor Augen, aber auch die Folgen, wenn Missbrauch und unkontrollierte Auswüchse zum Funktionsverlust führen. Insofern können diese Medien kein Interesse daran haben, wenn der Wettbewerbsgedanke in der Bundesliga vielleicht nur noch dadurch aufrechterhalten werden kann, dass die Bayern verabredungsgemäß hin und wieder mal Spiele verlieren. Und sie können auch aus ökonomischen Gründen kein Interesse daran haben, dass ein Club aus der ostniedersächsischen Provinz, der auf absehbare Zeit keine nennenswerten Fan-Massen mobilisieren wird, in der Champions-League spielt und dauerhaft einen der vorderen Tabellenplätze blockiert, die viel besser mit Vereinen wie z. B. dem HSV besetzt wären, die unvergleichlich mehr mediale Resonanz und damit Umsatz versprechen.

      Macht man sich klar, dass nach der jüngsten McKinsey-Studie vom August 2015 die Bundesliga eine Wertschöpfung von nahezu 8 Mrd. Euro erzielte, dann sind Clubs wie der VfL oder Hoffenheim nicht gut für’s Geschäft.

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    • Joan: Alles cool! Du beziehst dich auf den Post zu Eintracht BS, oder? Ich habe das schon alles verstanden, wollte nur mal ein konkretes Beispiel dafür bringen, was die Anti-Kommerzialisierungsrhetorik historisch so alles unterdrücken muss, um von Fans „gefressen“ zu werden. Sollten wir vielleicht mal bei einem Bierchen vertiefen.

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    • Im übrigen ist die Ansprache unseres Capos auch bei Youtube zu sehen/hören. Ab Minute 04:30:
      https://www.youtube.com/watch?v=Ip5Ir8k3ur8

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  23. Erst mal vielen Dank an die Protagonisten dieser niveauvollen Diskussion, die für mich sehr erhellend war (und ist) und mich selber nochmal motiviert hat, was dazu zu denken und zu schreiben. Ich habe folgendes für mich herausgezogen:
    Der Vfl ist keine Marke, weil glaubwürdige Identität und Persönlichkeit fehlen, entsprechend kann auch nicht kommuniziert werden, wofür er steht (Spaßsucher).
    Der VfL könnte als Marke positioniert werden, indem man die Identität als Werks-Club mit regionaler Verankerung, sozialer Verantwortung und Traditionsbewusstsein annimmt und lebt (Joan).
    Dazu passt dann bereits das Nordkurvenstatement, das die Trias VW-Stadt-Vfl ins Zentrum stellt.
    Der Zusammenhang zwischen der medialen Wirkung des VfL (damit sind die Presseartikel, Fernsehbericht etc. gemeint, in denen der VfL „vorkommt“, wie auch immer) und den geringen Zuschauerzahlen im Stadion (und bei sky) wurde von vielen erwähnt: zwei verschiedene Blickwinkel auf ein und diesselbe Sache (das von Spaßsucher perfekt benannte Grunddefizit).
    Was ich neu dazu beitragen will sind folgende Gedanken:
    wenn man sich die Bildsprache und die im Stadion präsente Ton-Tonality anguckt, dann habe ich den Eindruck, irgendwann einmal hat man sich für die Markenidentität „Wolf“ entschieden – mit dunklem Grün und Wolfsgeheul etc. Die Idee, das im Namen der Stadt vorkommende Tier, das auch Maskottchen sein kann und durchaus so noch nicht in der Fußballbranche besetzt war als zu kommunizierende Identität zu verwenden ist zwar naheliegend aber – siehe oben – zu kurz gedacht, weil die Identifikation über ein Tier einfach zu „platt“ ist. Dass dann diese Linie aufgeweicht wurde, kann man an den darauf folgenden Farbwechseln zu „sympathischerem“ Hellgrün nachvollziehen (Wölfe sind NICHT sympathisch sondern Raubtiere).
    Ich habe mich selbst gefragt: welches Maskottchen hat Bayern, Dortmund, Schalke, Gladbach…ehrlich gesagt, ohne nachgucken weiß ich das nicht.
    Aber nicht nur „zu Platt“ ist das Problem, sondern das tatsächliche „Herz“ der Region – und damit auch des VfL ist VW. Von daher für mich nur schwer nachzuvollziehen, warum man genau dieses nicht als Markenidentität ernsthaft erwägt hat.
    Wenn ich für mich überlege, Markenkern von Vereinen, dann würde ich aus meiner Wahrnehmung schreiben:
    Bayer München – ein bayerischer Verein, der durch außergewöhnliche Bayern (oder Franken) zu internationalem Ruhm gelangte. Rummenigges Versuch, dies Umuzupositionieren könnte bald abgebrochen werden.
    Dortmund – Ruhrpott
    Schalke – Begeisterung entfachendes Chaos
    Werder und Gladbach – jeweils kleine Dörfer in Gallizien (oder Davids in einer Welt der Goliaths).
    So.
    Wenn an all dem nur ein bißchen dran ist, dann haben wir ein Problem, denn Markenkerne können nicht so einfach mal eben erfunden und umgebastelt werden. Firmen, in denen egomanische Marketingverantwortliche dies versucht haben, mussten dies immer teuer am Markt bezahlen.
    Aber für mich gibt es zwei gute Nachrichten:
    – es geht, wenn es gut gemacht wird. Beispiel: in meiner Schülerzeit war Audi das Langweilerauto für Fahrer mit Hut. Das ist heute deutlich anders (dank Allradantrieb…)
    – niemand muss sich etwas gekünsteltes ausdenken, es ist alles auf natürliche Weise da: VW – die Stadt – der VfL.
    Übrigens, gerade in der jetzigen Zeit der Völkerwanderung finde ich den Gedanken der in Wolfsburg erfolgreich stattgefundenen Integration (aus Gastarbeitern wurden Bürger) durchaus Wert, im Traditionsbewusstsein der zukünftigen Marke „Werks-Club“ vor zu kommen.
    Und noch was überzeugendes: während Rummenigge Pep und viele Spanier holen musste, um sich von der „Bayerischen Fessel“ zu lösen, haben wir mit VW – und ich meine ausdrücklich nicht als Sponsoring – oder Werbepartner sondern als zum Markenkern gehörendes „Herz“ bereits ein International anerkannte und geschätztes Element in unserer Identität (Dieselgate geht auch mal vorbei…).
    Ich hoffe, die Verantwortlichen beim VfL denken über den „Wolfs-Tellerrand“ hinaus. Alleine durhc Erfolge und seriöse Manager und Trainer wird das Problem nicht zu lösen sein.

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    • Bayern: Bernie, der Bär
      Dortmund: Die Hummel oder Biene(?????) Emma
      Schalke: Den Knappen (keine Ahnung wie der heißt)
      Gladbach: Ein Fohlen

      Die genauen Namen kenne ich spontan auch nicht alle.

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  24. Schnelle Gedanken zu einem langwierigen Problem:
    Ich wiederhole mich und werde dadurch erneut als Provokateur abgestempelt.
    Aber hier nochmals verkürzt zum Nachdenken, wie die VfLer und spezifisch die Fans nach außen auftreten.
    Nicht nur der Ton in diesem Forum vermittelt den Eindruck eines Mangels an Selbstbewusstsein, der sich teilweise bis zu paranoidem Verfolgungswahn zu steigern scheint:

    Naldo spielt nicht mit der Hand, Benaglio begeht kein Foul, die Schiris sind (immer)n gegen uns, der DFB will uns nicht, die anderen Vereine sind ja auch von fremdem Geld abhängig….
    Kein Wunder, dass sich diese Abneigung gegen alles aus Wolfsburg sogar gegen VW richtet! Da werden die von profilsüchtigen Justizknechten in aller Welt und den Schmierfinken der Presse wegen Nichtigkeiten gemobbt und Existenz gefährdend in ihrer unternehmerischen Freiheit beschnitten!
    Wolfsburger scheinen große Freude dabei zu empfinden, sich angegriffen zu fühlen.
    Kritisches Selbstverständnis sieht irgendwie anders aus, oder?

    Diese Litanei lässt sich seitenlang fortsetzen.
    Selbst Grönemeyer scheint ein Lied über den VfL (in diesem Fall nicht seinen Bochumer!) geschrieben zu haben:
    Selbstmitleid
    Du hast keine Optik
    Ausstrahlung gleich Null
    Nicht mal deine Schultern sind breit
    Dein Dreitagebart macht dich auch nicht richtig hart
    Tu dir leid, tu dir leid, tu dir leid
    Dein Badezimmerspiegel schaltet auf blind
    Dein Anblick ist ihm zu seicht
    Den entscheidenden Elfmeter hast du sinnlos vergeigt
    Tu dir leid, tu dir leid, tu dir leid
    Was soll die Außenwelt mit diesem Selbstbild des VfL und der VfLer anfangen?
    Warum soll man Menschen, die für einen Verein einstehen und diesen Verein selbst denn überhaupt ernst nehmen, wenn er/sie nicht mal zu sich selbst stehen!
    Wechselnde Logos, wechselnde Trikotfarben – mal hell, mal dunkel, mal mit viel shcwarz, dann mit blau – stehen auch nicht für Konstanz und Klarheit.

    Und selbst in der Ablehnung durch andere beweisen VfLer keine Stärke.
    Sie keilen zurück wie Gassenjungen.
    Gegen den Vorwurf der wirtschaftlichen Übervorteilung durch VW wird damit argumentiert, dass andere ja auch Geld bekommen, Dortmund eigentlich pleite wäre, der BVB Samson Tabak in den Anus gekrochen sei, weil sie deren Löwen ins Logo eingearbeitet hätten und Braunschweig mit Jägermeister ja eh den Sündenfall begangen hätte (der übrigens das Tor ins Paradies für den VfL mit der absoluten Kommerzialisierung erst ermöglicht hat!)

    HÖRT AUF DAMIT, EUCH IMMER ZU VERTEIDIGEN.
    HÖRT AUF DAMIT, EUCH AN ANDEREN ZU MESSEN.

    Wie Diego schon andeutete, ist die Trias Wolfsburg – VfL – Volkswagen natürlich und untrennbar. Was schon gegen den Spruch „Fußball ist alles“ ausreichend argumentiert.
    Wolfsburg, die Wolfsburger und VW mussten sich immer alles erarbeiten.

    Die Außensicht, dass der VfL ein Fußballverein von VfLs Gnaden sei, ist aus verschiedenen Gesichtspunkten falsch und deshalb völlig unsinnig Gegenstand von fruchtlosen Diskussionen. Vielmehr ist der VfL das Ergebnis harter Arbeit der Gründergeneration, die zuerst das Land und das Werk aufbauten, dann die Stadt und den Verein.

    NICHT DER KONZERN HAT UNS GEMACHT!
    WIR HABEN DEN KONZERN GEMACHT.

    Und deshalb haben wir selbst die Grundlage für die außerordentliche Lebensqualität geschaffen. Und dazu gehört eine moderne Stadt mit einem hohen Freizeitwert und am Wochenende der Spaß am Sport.
    Unter dieser Prämisse wurden übrigens 1990 die ersten Gespräche mit VW über einen aktiven Einstieg in das Sportsponsoring geführt.
    VW als ein Bürger der Stadt (der größte so gesehen) nimmt am sozialen Leben verantwortlich teil. Ich habe die alten Daten noch mal überprüft: Die glaubwürdige, kongruente Positionierung hat der VfL mit dem Erfolg des VfL leider nicht aufrecht erhalten…

    Lasst uns doch endlich aufhören, uns an Anderen zu messen. Wie sollen wir denn so unseren eigenen Maßstab finden?
    Lasst uns kein billiger Abklatsch anderer Fankulturen sein. (Das war ja auch die Prämisse der Supporters-Gründung, nicht wahr Lupo?)
    Lasst uns leben, was wir sind:
    Der Lohn ehrlicher Arbeit:
    Tolle Autos (ohne Dieselgate)
    Tolle Stadt
    Toller Fußball
    Und ändert nicht jedes Jahr die Preise und die Verpackung.

    Sorry für diese kurzen Gedanken, die natürlich jede erforderliche analytische Tiefe und strategische Langzeitdimension vermissen lassen.
    Da aber Bestandteil der Marke VfL unausweichlich auch die Zuschauer – folglich wir alle – sind, wird der Aufbau einer starken Marke VfL eben so lange nicht möglich sein, wie wir uns nicht stark und selbstbewusst verhalten und so auftreten.
    Hört auf, euch dafür zu entschuldigen, dass es den VfL gibt.
    Seid einfach DER VFL.

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    • So kriegen wir unser Stadion voll!
      Das ist des Pudels Kern, des Rätsels Lösung!

      Wir hören auf uns zu verteidigen, wir messen uns nicht an anderen.
      Wir schreiben auf unsere Fahnen:

      Nicht der Konzern hat uns gemacht – Wir haben den Konzern gemacht.

      Und Zack ist die Bude voll, warum ist da bloß vorher noch keiner draufgekommen, was für eine Marketing – Strategie.

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    • @Spaßsucher: Respekt für diesen Text, der dich nicht als Provokateur abstempelt sondern als scharfsinnigen Beobachter. Und sehr wohl hat diese wunderbar dargestellt Minderwertigkeitsfalle , in die einige Fans tappen, eine tiefe analaytische Bedeutung. Ich befürchte leider auch, dass Änderungen da lange und viel Zeit brauchen. Dein großartiger Appell dazu kann ein guter Start – zumindest für die Leser dieses Forums hier sein.
      Eine Anmerkung aus meiner Sicht: „sich wehren“ ist nicht zu verwechseln mit „sich schwach fühlen“. Mann kann aus einer starken Position heraus sowohl Angriffe ignorieren (bei Hunden gut zu beobachten, unser Ridgeback kümmert sich nicht um Kläffer) als auch „zurück schlagen“ (bei ernst zu nehmenden Angriffen knurrt unser Ridgeback seeeehr tief, und dann ist Ruhe….).

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    • @Spaßsucher: Wir verfolgen zuletzt zwar unterschiedliche Diskussionsansätze (du: Wie kann der VfL eine selbstbewusste „Marke“ mit entsprechender Außenwirkung werden?/ich: Wieso bietet sich der VfL als willkommenes Opfer öffentlicher Kritik an?), blicken aber dennoch in eine gemeinsame Richtung einer möglichen Lösung. Insofern kann ich deine Gedanken uneingeschränkt teilen.
      Einen Vorbehalt möchte ich aber machen (vielleicht siehst du es aber auch so und es ist dann nur eine Ergänzung): Auch wenn wir mit stolz geschwellter Brust und dem Bewusstein einer widerspruchsfreien Identität mit Stadt, Werk und Club einher gingen, weil die auch von dir aufgezeigten hausgemachten Mängel bearbeitet und beseitigt sind, würde sich an dem von außen gezeichneten Bild des VfL zunächst nichts Wesentliches ändern. Ich muss dies geradezu annehmen, denn sonst wäre mein analytischer Ansatz, dass der VfL ein notwendiges systemisches „Opfer“ des kommerzialisierten Profifußballs ist und entsprechend medial herhalten muss, für die Tonne. Ich will all meine Argumente dafür aber nicht noch einmal wiederholen. Nur: diese Rolle ist austauschbar. Waren es früher die Pillendreher, danach Hoppenheim, so sind es jetzt wir. Ich wollte fast wetten, dass im Falle eines Aufstiegs von RB Leipzig und eines Versinkens des VfL in den Niederungen der Tabelle wir diese Rolle an die Brausekicker abgeben würden. Dass wir an diesem Außenbild zunächst wenig ändern können, ändert aber nichts an dem Sachverhalt, dass wir an unserem Eigenbild in deinem Sinne arbeiten müssen. Denn: Zur Zielscheibe eignet man sich um so leichter, je mehr Angriffsflächen man bietet. Und für die ist erst einmal der VfL selbst verantwortlich.

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    • Okay, Lorenz will offenbar nicht mehr ernst genommen werden. Spaßsucher, ich finde ein Argument ganz, ganz wichtig, was nie deutlich genug genannt wird: VW ist nicht einfach ein Raumschiff das landet und „gibt“, sondern natürlich wurde all das, was dort ausgegeben wird, erst mal nicht zuletzt in Wolfsburg erarbeitet. Das ist natürlich nicht nur so richtig wie einfach, sondern es ändert die Ausgangssituation vollständig. Und ja, um Himmels Willen, hoffentlich kann das ein Gegenmittel sein, gegen diesen dämlichen Wolfsburger Minderwertigkeitskomplex, nach dem man sich immer anhört, wie eine Platte der unsäglichen Böhsen Onkelz – man ist ganz oben in den Charts, aber ist natürlich trotzdem die ganze Zeit das unterdrückte Opfer…

      Ich glaube, zumindest will ich das gerne glauben, dass das alles kompatibel mit dem ist, was ich in der taz geschrieben habe. Natürlich kann man gerade aus dieser Perspektive – das, was du, Spaßsucher schreibst, ist ja im Grunde eine ganz klassische Arbeiterbewegungsperspektive – einen ordentlichen Stolz auf das entwickeln, was eben durch den Verkauf der Ware Arbeitskraft hängt und von ihr hervorgebracht wurde. Ich meine nicht, dass man nun Kettenschmiere als Bodylotion nehmen müsste oder nicht mehr ohne Schiebermütze aus dem Haus gehen dürfte. Aber das man ein eigenständiges Selbstbewusstsein aufgrund der eigenen STÄRKEN und BESONDERHEITEN unserer Heimatstadt entwickelt.

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    • @Joan: ich glaube sehr wohl daran, dass die von dir analysierte Rolle des VfL als notwendiges systemisches „Opfer“ des kommerzialisierten Profifußballs bei einer sinnhaft veränderten Markenführung nicht mehr so leicht auszufüllen wäre, und dann der von dir ja selbst angesprochene Rollentausch mit z.Bsp. RB Leipzig (trifft mich dann also erneut….) stattfinden würde. Und nicht nur, weil RB aufsteigt und ggf. der VfL im Mittelfeld versinkt, sondern weil zu einer Rolle nämlich nicht nur die Funktion im System und die Rollenzuweiser bzw. „Aussucher“ gehören, sondern auch das „Opfer“ hat da seinen Anteil daran. Und dieser bisherige Anteil wurde von Spaßsucher extrem treffend benannt (finde ich).

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  25. Kommt der Spaßsucher auch aus Wolfsburg? Hat zumindest lange hier gelebt.
    Mensch Brust raus Junge! Brauchst dich doch nicht zu verteidigen, bevor du überhaupt angegriffen wirst.

    (Ich wiederhole mich und werde dadurch erneut als Provokateur abgestempelt.)

    Erst recht nicht hier im Forum, wir sind doch unter uns…

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    • Lorenz, du erinnerst mich mit deinem Beitrag an so einen Heiterkeitskrümel, der auf einer von ihm als langweilig empfundenen Stehparty durch die Tische schlenderte und meinte, die Runde belustigen zu müssen, indem er für alle vernehmbar einen fahren ließ.
      Sorry, aber auch das musste mal raus.

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    • @ Joan,

      bei mir gegenüber wohnt eine alte Dame mit ihrem kleinen Köter. Jedesmal, wenn draußen der Briefträger vorbei geht, flippt die Fußhupe aus und versucht durch die Terassentür sich auf den Briefträger zu stürzen, wohl wissend, dass diese Tür ihn und seinen Übermut schützen. Und meinst du, dass der Briefträger deshalb seine Tour abbrechen würde?
      Na also….

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    • @diego1953: Ok, kein Widerspruch. Ich wollte ganz in deinem Sinne verstanden werden. Ist mir vielleicht nicht so deutlich gelungen. Liegt evtl. daran, dass mir wichtig ist, bei der Analyse des Problems zwei Ebenen auseinander zu halten: die subjektive, also all das, was auf der Ebene des VfL passiert, und die objektive, d.h. die Ebene der Funktion, die Vereine als Teil der Profit und Bewusstsein generierenden Unterhaltungsindustrie spielen müssen. Und auf dieser objektiven Ebene ist ein reicher und dazu erfolgreicher, aber provinzieller und Zuschauer-armer Werksclub disfunktional. Dies wird einem vielleicht klarer, wenn man sich die Bundesliga als ein Sammelsurium von Clubs wie FC Werne (Amazon Corp.), VfL Rheda (Bertelsmann SE&Co.KGaA) oder SC Schwartau (Schwartau Werke GmbH &Co.KGaA) vorstellt. Aus der Sicht der Macher und Profiteure des gegenwärtigen Spielbetriebs wäre dies doch ein No Go.
      Auch die folgende Vision ins Blaue könnte helfen: 2023 muss die BILD vermelden, dass der VfL Wolfsburg zum dritten Mal hintereinander mit deutlichem Abstand auf Bayern München die Deutsche Meisterschaft gewonnen hat und noch alle Chancen besitzt, das Triple des Vorjahres zu wiederholen. Ich stelle mir gerade vor, wie viele führende Leute aus dem mittlerweile breiten Spektrum der Fußballindustrie bei solchen Gedanken schweißnass aus dem Nachtschlaf aufschrecken.
      Nur aus dieser Sicht, Diego, meine ich, dass der VfL aus seiner objektiven Rolle nicht so einfach herauskommt. Das sollte uns aber nicht daran hindern, uns als Werksclub ein Profil zu geben, mit dem wir so attraktiv und massenwirksam wie nur möglich werden.

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  26. Das „Zuschauer-Problem“ bei Spielen an Arbeitstagen mit den Schichten ist bekannt. Muss man nicht weiter ausdiskutieren. Letztlich sind bei diesen Abend-Spielen ja alle 3 Schichten betroffen und damit sicherlich direkt (und indirekt) die halbe Stadt. Wer soll also das Stadion auffüllen? Wenn ich
    dann den verbliebenen Teil mit völlig absurden Preisen abschrecke, brauche ich mich nicht zu wundern, dass selbst bei Top-Spielen das Stadion nicht mehr voll wird. Was glaubt Ihr denn, wie viele Leute bereit sind 80€ für das ManU-Spiel abzudrücken?

    Dieses Jahr wurden beim Verkauf der CL-Karten 2 entscheidende Fehler gemacht. Warum wurde das „Vorrunden-Paket“ nicht auch im freien Verkauf angeboten? Ich entsinne mich an 2009/10. Damals war ich noch kein Dauerkarteninhaber, habe aber trotzdem 5x das komplette Vorrunden-Paket gebucht. Weil Freunde (die sonst normalerweise nicht nach Wolfsburg kommen) mal gerne Championslg. sehen wollten. Und für die damaligen Preise alle Vorrundenspiele auch für Auswärtige interessant waren. Warum wurde das dieses Mal nicht gemacht? Ich kenne einige Leute, die leider wieder keine Dauerkarte abbekommen haben und inzwischen schon gar nicht mehr in den
    freien Verkauf gucken. Weil sie letztlich nicht bereit sind die überhöhten Einzelpreise der Vorrunden-Spiele zu zahlen (absolut verständlich).

    Zweitens lief das Ganze in der CL-Saison 09/10 zu fairen Preisen ab. Damals zahlte ich für ein Vorrundenpaket (hinter Tor) je 75€. Für diesen Preis
    hätte man wieder viele Leute (ohne DK) gewinnen können. Warum wir in dieser kurzen Zeit eine Preissteigerung von 25% erfahren, erschließt sich mir nicht. Natürlich habe ich dieses Jahr auch die 99€ für das Vorrundenpaket (hinter Tor) bezahlt, aber das ist absolut grenzwertig. Und wir reden hier von den günstigsten Plätzen! Wer soll denn bitte schön in dieser kleinen Arbeiterstadt (wenn dann noch viele durch ihre Schichten nicht können) die Mondpreise auf der Haupttribüne und Gegengerade
    zahlen???

    Auch wenn wir Vize-Meister und Pokalsieger sind: kommt langsam mal wieder runter! Das hier ist nicht München, Hamburg oder Berlin. Hier steht keine Millionenstadt im Hintergrund. Hier kann man keine vergleichbaren Preise aufrufen. Hier wohnen weniger Leute als in Paderborn oder Freiburg. Und es gibt auch kein großes Fanpotential im Hinterland. Weil das Gebiet im Umland durch BS, MD, den HSV und Hannover abgegrast wird. Wo sollen also die Leute her kommen, für die Geld offensichtlich keine Rolle spielen darf, wenn man mal eben in der normalen Arbeitswoche 50 bis 80 € für ein Spiel ausgeben soll. Es scheint langsam nicht mehr klar zu sein, was so ein
    Durchschnittsbesucher verdient.

    Ich wohne seit 6 Jahren in WOB und bin seit 5 Jahren DK-Besitzer (die zu sehr fairen Preisen vertrieben werden). Ich liebe inzwischen den Verein, ich mag die Stadt, ich stehe dazu. Ich sehe so gut wie jedes Heimspiel, dazu komme ich mit Pokal und einigen Auswärtsspielen jedes Jahr auf 20-25 Spiele. Aber wenn ich ehrlich bin, würde ich ohne die günstige Dauerkarte fast kein Heimspiel verfolgen. Die Einzelpreise sind schlichtweg zu hoch.
    Die letzten Jahre haben wir es nicht mal geschafft bei „Derby’s“ wie gegen den HSV, Hannover oder Bremen das Stadion voll zu machen. Warum wohl?
    Bei Top-Spielen wie gegen Dortmund oder Bayern füllen letztlich auch nur die Auswärtsfans die überteuerten Blöcke auf. Da kann man offensichtlich jeden abwegigen Preis aufrufen. Die Leute kommen dann aus ganz Deutschland, sehen Ihren Verein nur 2-3 mal im Jahr, die zahlen dann natürlich 70€, weil‘s mal etwas Besonders ist. Für jemanden von hier, mit vielen Spielen, ist das schlichtweg zu teuer.

    Aber nun zu dem Punkt, der mich dabei am meisten ärgert: Wenn ich 200€ für das Vorrundenpaket für meine Frau und mich ausgebe, mir am Vorabend wieder die „Seele aus dem Leib gebrüllt“ habe und mit Herz und Leidenschaft wie bei jedem Spiel Vollgas gegeben habe … da kommen mir am nächsten morgen Praktikanten grinsend mit den Worten entgegen: „… na,
    wieder massenweise Karten verschenkt und trotzdem die Hütte nicht voll gekriegt …“. Da werden „Gewinnspiele für Praktikanten“ veranstaltet, bei denen alle Teilnehmer benachrichtigt werden, dass „alle gewonnen haben“…. Das sind Leute die sich einen schei… für den VfL
    interessieren, die von Vereinen wie Schalke, Dortmund oder Hamburg schwärmen, hier die CL-Karten geschenkt bekommen und nach außen hin ganz
    deutlich über unsere Stadt und Verein lästern. 2 Tage später läuft so etwas wieder durch die sozialen Netzwerke und 3 Tage später ist es auf jedem anderen Fan-Forum nach zu lesen. „Alle Teilnehmer haben in Wolfsburg
    Freikarten gewonnen“ ….. wie wir uns zum Gespött machen … „Wie blöd bist Du denn? Du hast für Deine CL-Karten etwas bezahlt? Alle anderen kriegen die doch geschenkt, frag mal bei Deinem Abteilungsleiter nach … ha
    ha …“.

    Ist Euch eigentlich klar, was wir nach außen hin für ein Bild diesbezüglich abgeben? Immer wieder ist von verschenkten oder
    „verlosten“ Kartenkontingenten zu hören/ zu lesen. Trotzdem „leere“ Ränge. Das paßt in keiner Weise, zu den stetig gestiegen Preisen, über die ich mich im ersten Teil so echauffiert habe. Hier scheint irgendwie jegliches Fingerspitzengefühl und Mittelmaß im Management verloren gegangen zu sein.
    Dazu die Medienlandschaft, die solche Dinge genüsslich aufnimmt und unsere
    Fan-Kultur außerhalb von Wolfsburg immer wieder ins Lächerliche zieht. Und mit genau diesen Dingen wird von Vereins-/VW-seite kräftig mitgeholfen. Hört endlich auf die Karten reihenweise zu verschenken und ruft (regionsbezogen) vernünftige Preise auf. Dann wird das Stadion auch in der Woche vielleicht mal wieder voller und wir hätte mehr Leute mit Herz in den Reihen sitzen, als diese „Eventtouristen“ die die Karten geschenkt bekommen.
    Irgendwas muss hier doch grundsätzlich schief laufen, wenn beim DK-Verkauf
    der Ansturm nicht zu bewältigen ist und viele Leute wieder enttäuscht und leer ausgehen, aber im Gegenzug bei den Spielen viele Plätze leer bleiben.
    Denkt doch endlich mal darüber nach!

    So, genug geärgert. Vielleicht kriegt das bei den Verantwortlichen mal
    irgendeiner auf die Reihe.
    Großen Dank an die Mehrzahl der Fans, die am Mittwoch Vollgas gegeben haben.
    Auch wieder mal ein super Job des Capos da unten, Hut ab! Freue mich auf das
    Spiel in Holland und hoffe auf zahlreiche Mitfahrer. Wenn’s ähnlich wird wie in Manchester, wo man über 80min eigentlich nur die VfL-Fans hörte,
    dann wird das wieder ein besonderer Abend.

    (Edit/admin: Diese Nachricht erreichte mich per email, neuuser freigeschaltet, herzlich willkommen. )

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    • Willkommen Masterix und Danke für deinen Beitrag, der mir ein bißchen die Augen geöffnet hat:
      Einerseits habe ich immer gedacht: was jammern die (Fans) denn, woanders sind die Karten doch viel teurer (Manchester zum Beispiel).
      Andererseits habe ich den Verantwortlichen die fehlende Marketingkompetenz abgesprochen (siehe Beiträge weiter oben).
      Die von dir angesprochenen Aspekte, dass Preise vom Markt gemacht werden und dieser eben regional beschränkt ist, und andererseits werthaltige Produkte durch „Verschenken im großen Stil“ entwertet werden, habe ich schlichtweg ausgeblendet (obwohl kleinstes Marketing-EinMalEins). Schande über mein Haupt.
      Also: du hast mich überzeugt. Die Preisstruktur ist katastrophal und muss geändert werden. Hoffentlich begreifen das die Verantwortlichen auch.

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    • Super Beitrag Masterix! :topp: :top:

      Schön wie man mit unkompliziertem Denken, den neunmalklugen selbsternannten Marketingexperten hier im Blog und den Marketingexperten beim VfL zeigen kann, worin das Problem eigentlich begründet liegt!
      Wobei ich bei letzteren allerdings davon ausgehe, dass sie auf den Gewohnheitseffekt für Preise setzen werden. Die verschenken dann lieber die Karten in der Hoffnung, dass vielleicht der eine oder andere neuer „Kunde“ wird, als die Preise wieder runter zu setzen.

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  27. Masterix hat das Kartenproblem vorzüglich zusammen gefasst. Es ist schön zu sehen das fasst alle Fans die eigentlichen Probleme erkennen die wir, schon seit Jahren, bemängeln. Durch diese breite Front der Zustimmung wird der VfL nicht drum herum kommen massive Veränderungen vorzunehmen!

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