Freitag , Oktober 23 2020
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Wolfsburg verpflichtet Sebastian Stolze

Wie der VfL Wolfsburg am Donnerstag auf seiner Internetseite meldete, wechselt der U19 Nationalspieler Sebastian Stolze im kommenden Sommer von Erfurt an den Mittellandkanal.

Sebastian Stolze

Ein Offensivspieler kommt, ein Offensivspieler geht
Während der VfL Wolfsburg mit Julian Brandt im Winter einen sehr talentierten Offensivspieler an Leverkusen verliert, steht das nächste hoffnungsvolle Talent schon auf der Matte. Ab Juli 2014 wird der 18-jährige-Stürmer Sebastian Stolze für den VfL seine Fußballschuhe schnüren.
Stolze kickt derweil für Rot-Weiß-Erfurt. Obwohl der 1,82 große Mittelstürmer noch für die A-Jugend spielen kan, absolvierte Stolze in dieser Saison bereits 10 Drittligaspiele für die Profimannschaft von Rot-Weiß-Erfurt.

Hecking im Gespräch mit Willi Evseev

Ärger um Willi Evseev

Für einen anderen Nachwuchsspieler gibt es derzeit ein wenig Ärger beim VfL. Als dritter Spieler nach Knoche und Arnold hatte Willi Evseev in letzter Zeit seinen Fuß in die Tür zum Profibereich beim VfL Wolfsburg bekommen.
In Wolfsburg versucht man derzeit den Spieler langsam an die erste Elf von Dieter Hecking heranzuführen.
Parallel muss Manager Klaus Allofs versuchen den im kommenden Sommer auslaufenden Vertrag des 21-Jährigen zu verlängern.

Doch Willi Evseev will sich offenbar noch nicht so schnell festlegen. Die zwei freien Tage nutzte der in Kasachstan geborene Deutsche, um sich ein Angebot von Ligakonkurrent 1. FC Nürnberg anzuhören.

Klaus Allofs dazu: „Er ist schlecht beraten. Eine unangebrachte Dienstreise.“
Allofs räumt aber auf Bild-Nachfrage gleichzeitig ein: „Es ist legitim, dass ein Spieler, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, sich bei anderen Vereinen umhört.“


 

Der VfL Wolfsburg und die Jugend

Jahrelang gab es für die Nachwuchsspieler beim VfL keine große Chance eine Profikarriere in der 1. Mannschaft zu starten. Zu sehr lag der Fokus stets auf teure Neueinkäufe. Darüber hinaus hatte ein übergroßer Kader es in der Praxis schwer gemacht, junge Spieler mittrainieren zu lassen.

Dies soll nun alles anders und besser werden. Ausgegebenes Ziel ist es, den VfL Wolfsburg durchlässiger zu machen und damit der Jugend eine echte Chance geben zu können.

These:
Doch ein Problem wird es beim VfL immer geben: Die großen Ziele bedingen es, schnell gute Spieler in den Reihen zu haben. Ein Nachwuchsspieler braucht hingegen Zeit. Deshalb ist das Fenster zwar nun ein Stück weiter geöffnet, aber der Rahmen bleibt nach wie vor klein. In der Zeit der Entwicklung müssten hoffnungsvolle Talente mit weniger Einsätzen rechnen und versuchen sich parallel zu entwickeln. Doch diese Zeit wollen viele junge Spieler häufig nicht warten.

Mit Julian Brandt hat der VfL ein sehr großes Talent an die Konkurrenz verloren.
Mit Willi Evseev steht ein weiterer Spieler auf der Kippe. Auch der Vertrag von A-Jugend-Bomber Federico Martinez läuft im kommenden Sommer aus. Wie schätzt dieser Spieler seine Zukunft beim VfL ein und wird er seinen Vertrag verlängern?

 
Wie schätzt ihr die Situation beim VfL ein? Bedingt unser System, dass wir höchstens 2,3,4 junge Spieler im Kader bei den Profis sehen werden? Ist dies gut begründet? Muss man mit Abgängen im Jugendbereich leben können? Wollen viele Talente oft zu schnell zu viel?
 

 
 
 

14 Kommentare

  1. Spieler aus der eigenen Jugend müssen auch gut genug sein, wenn sie bei unseren Profis spielen wollen. Und nicht nur Eigengewächse sind jung, sondern auch Einkäufe können jung sein. Bei uns blickt aktuell alles auf Arnold und Knoche, doch auch Rodriguez und Medojevic muss man mitzählen. Auch die gehandelten Kandidaten de Bruyne und Lestienne sind junge Spieler. Malanda auch. Lange Rede, kurzer Sinn: Natürlich sollen sich immer wieder Spieler aus dem eigenen Nachwuchs bei den Profis empfehlen können, doch wird nicht jeder die Möglichkeit bekommen, in den Kader der Profis zu rutschen. Daher ist es auch wichtig, dass unsere Reserve möglichst hochklassig spielt. Dennoch muss man damit leben können, wenn uns auch junge Spieler mal verlassen und woanders größere Chancen auf den Durchbruch vermuten. Das ist doch kein Weltuntergang. Man kann immer versuchen, sie zu binden. Jedoch geht das nur mit einer relatistischen Perspektive. Und nicht jeder Jungspund unterschreibt hier blindlings, nur weil er hier zum Teil ausgebildet wurde. Was nützt mir das, wenn am Ende teuer eingekaufte junge Spieler spielen, weil sie schlicht noch ein bisschen besser sind? Leverkusen holt nun unseren Brandt. Doch es gibt auch unzählige junge und talentierte Spieler, die bei Leverkusen unter Vertrag standen und dort abgehauen sind. Auch im Jugendbereich ist es ein Kommen und Gehen, wenn die Spieler versuchen, die beste Entscheidung für ihre Laufbahn zu treffen. „Dankbarkeit“ ist da nicht angebracht, eher hin und wieder etwas mehr Demut.

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    • @Schalentier

      Toller Kommentar, der die Problematik beider Parteien auf den Punkt bringt und sehr verständlich geschrieben ist.
      Für mich die wichtigste Alternative als Anreiz für ungeduldige Talente nachfolgende Aussage:
      „Daher ist es auch wichtig, dass unsere Reserve möglichst hochklassig spielt“.
      :top:

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    • Was bitteschön ist denn Demut und wi ist der nötig?

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    • @Lorenz: war klar, dass du Demut nicht kennst. Ich kann dir helfen: das ist ein Fußballer, der mal bei St. Pauli gespielt hat…..

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    • :top: Den kenne ich, der schreibt sich aber Demuth!

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    • @Lorenz: echt ? Ist da so ? …..

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  2. Es wäre schön wenn man mit Evseev verlängern kann, wenn nicht ist es meiner Meinung nach auch kein Weltuntergang.
    Wichtiger finde ich das man mit Palacios-Martinez verlängert, ihm traue ich sehr viel zu.

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    • Ich bin mir da nicht so sicher. Talent ja, keine Frage. Aber reicht es schon jetzt? Oder zur nächsten Saison? In den A-Jugend-Play-offs im letzten Jahr sah´man ziemlich gut, dass Arnold, Brandt und Sprenger physisch schon deutlich weiter waren. Und selbst Arnold muss noch deutlich zulegen, wenn er sich in der Bundesliga richtig etablieren will. Erinnert sei auch an Scheidhauer, der ebenfalls ein Bomber in der A-Jugend war. Er konnte sich nicht einmal in der 2. Liga druchsetzen. Genauso wie Thoelke. Das kann ja noch kommen, ähnlich wie bei Esswein. Man sollte jedenfalls nicht die Erwartung haben, dass jeder herausragende A-Jugendliche wirklich sofort die Umstellung zum Profi schafft. Ich denke dabei sollte der Klub auch den Charakter und den Spielertyp im Blick behalten. Arnold hatte sein erstes Bundesligaspiel im Übrigen vor ziemlich genau 2 Jahren (11/2011). Knoche noch etwas früher. Die stehen jetzt erst richtig im Blickpunkt, das ging aber auch nicht von heute auf morgen…

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  3. Mal ne Frage zu Stolze:
    Habe nirgends gefunden, für welcher Mannschaft der Vertrag gilt.
    Profis oder U23?

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    • …erfahren wir doch eh fast nie. Es hatte einige U23-Spieler schon Profiverträge, allein um die Local-Player-Quote zu erfüllen. Allofs sagt, dass man Stolze „ab Sommer stufenweise weiter aufbauen“ werde. Klingt danach, als wolle man ihn erst im Unterbau spielen lassen. Die Kommunikation zwischen Ismael und den Verantwortlichen bei den Profis soll ja auch ziemlich gut sein. Anders als in den Tagen davor…

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  4. Ein kompliziertes und auch mit vielen Emotionen behaftetes Thema.
    Einerseits gibt es da den Fall „Großkreuz“: schon als Kind auf der Tribüne für den Verein gefiebert und dann als Profi in der 87. Minute den Verein vor dem CL-Aus gerettet (nachdem der Abwanderer Lewandowski das leer Tor nicht traf…). Ein Traum, wie er heute eher die Ausnahme sein dürfte, und in Wolfsburg wahrscheinlich gar nicht träumbar ist.
    Denn: wir leben in Europa und das heißt, dass die Kids heute eher bei sky den Messi und den Bale bewundern als in der VW-Arena den Arnold oder Diego. Die Identifikation ist in erster Linie heute „Fussball“ und nicht der Verein, die Stadt oder Region oder das Land.
    Ausnahmen mag es geben, aber am ehesten noch in einer Stadt/Region München und Umland, wo mit dem FCB ein Verein zur Identifikation bereitsteht, der zu den Topp-Adressen in der Welt zählt. Da tut sich der Weilheimer Müller natürlich leicht…
    Das bedeutet, dass die Kids zwar in einem Bundesligaverein in der Nähe ihrer Heimatstadt die entsprechende Jugendausbildung bekommen, der Sprung ins Profigeschäft aber durch die rationalen Möglichkeiten „wo ist es für mich am besten“ geregelt wird.
    Das bedeutet für den VfL aus meiner Sicht folgendes:
    unsere Pluspunkte für die Jugendlichen „auf dem Sprung“ ins Rampenlicht könnten sein (u.a.)
    – eine gute 1. Mannschaft, die regelmäßig im internationalen Geschäft mit attraktivem Fußball mitmischt
    – verlässliche und menschlich einwandfreie Manager und Trainer
    – überschaubarer Presserummel (mehr Schonraum als beim FCB)
    Wem das nicht reicht, der wird gehen.
    Und auch da gilt: ENTWICKLUNG zählt. Will sagen, wenn über Jahre hinweg gesehen wird, dass es immer wieder gelingt, bei uns den „Sprung zu schaffen“, dann gibt das einen positiven Kreislauf.
    Klar ist aber auch: je besser unsere 1. Mamnnschaft spielt, desto schwieriger ist „der Sprung“ für die Jungen. Man hat das sogar bei uns im Falle RiRo gesehen: viele Fans haben gemeckert, der tauge zu wenig…..und ein Alaba wurde bei Bayern ebenfalls ein Jahr lang schwer kritisiert…
    Schwierig wird es, wenn fußballbegabte Jugendliche dumm sind, dumme Eltern und eigennützige Berater haben. Da dürften wir dann keine Chance haben. Und das kann im Falle von tollen Fußballern auch weh tun…
    Ich vermute, dass unser gegenwärtiges Management sich diesbezüglich erheblich fundiertere Gedanken macht als ich das kann, und das find ich beruhigend.

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    • den ersten Teil sehe ich nicht ganz so, ich denke nicht das der Nachwuchs heute eine größere IDentifikation zum Thema Fußball hat als zu den Vereinen, auch denke ich nicht, dass sie eher Bale und Messi bewundern als die Spieler in ihren eigenen Clubs. Das ist auch bei den jungen VfL-Fans so die mit dem VfL in der Bundesliga aufgewachsen sind.

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  5. Ich finde es gut, das wir versuchen Junge Spieler einzubauen und ihnen eine Chance geben. Aber manch ein junger Spieler denkt , das geht alles von alleine. So nach dem Motto Brandt, geben die mir nicht sofort einen Platz im Team, dann können die mich mal, dann gehe ich zu Lverkusen. Bitte, das steht jedem frei, ich denke aber, das es die falsche Entscheidung war. Mal sehen ob und wann er mal in der Startelf der Mannschaft steht.

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    • Der Julian muss in LEV genauso lange warten wie er in WOB gewartet hätte.
      Auch die LEVer werden nach dieser Saison Geld (aus der CL) in die Hand nehmen, um auf den FCB aufzuschließen…

      Dann spielen junge Talente bei denen auch keine große Rolle mehr. Die BuLi ist zu stark, um einfach mal die Talente spielen zu lassen. Pokal und CL eignen sich überhaupt nicht dafür…

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