Wolfsburg: Diego weiter im Fokus


DiegoAufsichtsratschef Garcia Sanz gab gestern ein sehr interessantes Interview, in dem er Diego die Hand reichte. Die Bild sprach sogar von einer “Begnadigung Diegos”.
 
 
 

Zitat:

Garcia Sanz: „Sollte er am Ende wieder bei uns sein, ist Diego ein Spieler, den wir auch spielen lassen würden. Seine Fähigkeiten stehen außer Frage. Ich bin sicher, dass er von der Mannschaft gut aufgenommen wird.“

Quelle: Bild

Diese Äußerung ist sehr bemerkenswert.
Zunächst einmal greift Garcia Sanz damit das erste mal öffentlich in die Kaderaufstellung des Trainers ein.

Direkt nach der Flucht aus dem Mannschaftshotel im letzten Jahr hatten einige Zeitungen darüber spekuliert, ob Diego als Strafe bei einem Nicht-Verkauf in die zweite Mannschaft abgeschoben werden würde, um zukünftig in der vierten Liga spielen zu müssen.
Diese Spekulation war schon damals nicht haltbar. VW könnte es sich allein vom Image her nicht erlauben, den teuersten Spieler des VfL in die 4. Liga abzuschieben.
Genau dies klingt bei Garcia Sanz in seinem neusten Interview zwischen den Zeilen durch. Es verwundert nicht, dass er sich im gleichen Zusammenhang gegen Vorwürfe des “sinnlosen Geldverbrennens” wehrt.
VW muss den Eindruck eines ökonomisch arbeitenden Unternehmens, mit sozial verträglichen Entscheidungen wahren.

DiegoIn der Personalie Diego macht sich VW angreifbar.
Um den großen Stareinkauf Diego zu realisieren, muss ein Verein wie der VfL Wolfsburg eigentlich ein Konzept um eine so teure Neuverpflichtung herum aufbauen. Dies ist beim VfL nicht geschehen. Als Außenstehender hatte man den Eindruck, als wenn der neue Manager Magath über die grundsätzliche Vereinsausrichtung allein entscheiden könnte.

Diesem Bild wird nun offenbar von VW Seite aus entgegengewirkt.
Schon vor wenigen Wochen schrieb der Kicker, dass aus dem Aufsichtsrat zu hören war, dass man Diego gerne wieder in Wolfsburg sehen würde, dass dies offenbar mit Magath aber schwer zu realisieren sei.

Wenig später ging Felix Magath mit der Äußerung an die Öffentlichkeit, die Fans in Wolfsburg könnten sich über eine Rückkehr des Brasilianers freuen.
Wird VW in diesem Fall seiner Verantwortung gerecht, und versucht die Richtung des Vereins wieder mehr mit zu beeinflussen?
Fast hat es den Anschein, dass Felix Magath den Status des “Alleinherrschers” ein wenig verloren hat.

Eine zweite Äußerung von Garcia Sanz deutet ebenfalls darauf hin. Felix Magath ist gezwungen zunächst den Kader verkleinern zu müssen, und Geld aus Verkäufen zu realisieren, um neue Spieler einkaufen zu können. (Quelle)
Hat man im Aufsichtsrat den ausufernden Neuverpflichtungen und hohen Geldinvestitionen einen Riegel vorgeschoben?

Nach Außen hin gibt man sich betont versöhnlich. Intern gibt es offenbar neue Richtlinien, an die sich auch Felix Magath halten muss.

Die Personalie Diego scheint in diesem Bezug in Wolfsburg zu einem interessanten Sommer-Thema zu werden.
Wird der Brasilianer in der neuen Saison wieder für den VfL Wolfsburg auflaufen?

Die Sache scheint verfahren zu sein.
Das Verhältnis zwischen Spieler und Trainer steht nicht zum Besten. Es kann davon ausgegangen werden, dass beide Seiten an einer Trennung interessiert sind.
Dennoch könnten die Umstände beide Seiten dazu “zwingen” eine Zweckgemeinschaft eingehen zu müssen.

Diego findet bislang keinen Verein, der ihm ein ähnlich hohes Gehalt zahlt. Will er nicht auf Gehalt verzichten wird er laut Vertrag am 2. Juli beim VfL auf der Matte stehen.

Diego dazu:

Ich denke, dass ich in der neuen Saison wieder in Wolfsburg bin, ich habe da noch zwei Jahre Vertrag.

Quelle: Waz

Das gleiche gilt für den VfL Wolfsburg. Diego hat einen gewissen Marktwert, unter dem ihn der Verein nicht ziehen lassen kann und wird. Auch der VfL ist an den Vertrag gebunden.

In der Öffentlichkeit beginnt die erste vorsichtige Annäherung, um den Fall der Fälle – nämlich Diegos Rückkehr – vorzubereiten.

Felix Magath hatte jüngst betont, dass Diego die wichtigste Personalie in diesem Sommer sei. Kann Diego nicht verkauft werden, muss er sich mit ihm arrangieren, muss das System neu überdenken, und kann keinen teuren Ersatz verpflichten.

Bis es soweit ist, werden beide Seiten sicherlich weiterhin nach Auswegen suchen.
 
 

13 Kommentare

  1. Andreas sagt:

    die frage ist auch immer wieviel system dahintersteckt.

    vw, magath etc. wird die extreme kritik an ihnen und dem vfl nicht entgangen sein.
    sicher kann man es so sehen wie du es schreibst, aber man könnte auch sagen, dass alles so wie vorher ist und sie nur an der öffentlichkeitsansicht arbeiten.

    das aktuelle diego “begnadigen” wollen ist irgendwie seltsam. zumindest kann man dann sagen, dass der vfl etc. ja wollten, es aber an diego gescheitert ist, falls es nicht klappt.

    der “gegenwind” grad kurz vor und nach dem verlängertem vertrag mutet mir ziemlich seltsam an

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    • Lumpi sagt:

      Vielleicht bedeutet dies ja, dass die Vertragsverlängerung auch an Bedingungen geknüpft wurde? Magath hatte doch schon vor Wochen mit Äußerungen über die Verlängerung in der Öffentlichkeit begonnen, und musste später zurückrudern. Winterkorn sitzt bei jedem Heimspiel auf der Tribüne. Er hat doch sicherlich mitbekommen, dass ein großer Teil der 50 Millionen Investitionen in den Wind geschrieben wurden. Dass man von VW Seite aus auf ein vernünftiges Wirtschaften drängt finde ich logisch. Magath äußert sich zwar in die gleiche Richtung, nur nimmt man es ihm irgendwie nicht so wirklich ab, wenn man sieht wieviel er in den letzten Jahren auf Schalke und in Wolfsburg ausgegeben hat.

      Dass Sanz sich derart eindeutig äußert finde ich schon sehr verwunderlich.

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    • Andreas sagt:

      deswegen ja.
      das ganze wundert mich auch…

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  2. Grafite sagt:

    Den gleichen Gedanken wie Andreas hatte ich auch. Da steckt System dahinter. Man versucht die Wogen zu glätten. Wenn Diego doch noch verkauft wird, lag es halt an Diego. Dann wäre man aus dem Schneider.
    Was passiert aber, wenn niemand Diego kaufen will, und er beim VfL bleibt?
    Dann hätte man sich mit so einer Aussage ganz schön weit aus dem Fenster gewagt. Dann wären Magath mehr oder weniger die Hände gebunden, und er müsste ihn wieder einsetzen. Ob Magath das so schmeckt bezweifel ich ein bisschen.
    Doch Magath wird es hinbekommen. Auf Schalke gab es eine ähnliche Situation mit Farfan, und beim VfL mit Helmes. Das Zähneknirschen wird man zwar bis auf die Tribüne hören können, aber nach den ersten Erfolgen wird sich das geben :)

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    • Andreas sagt:

      und warum diego keine zweite chance geben?
      menschen machen fehler und ich denke, dass diego das auch eingesehen hat und es auch schon geäußert hat.
      wenn man sich die gesamte saison anschaut ist diego einer der wenigen der immer gelaufen ist und immer gekämpft hat.

      jedes mal, wenn ich im stadion war ist mir diego positiv aufgefallen im vergleich zu anderen. ein dzeko hat in der hinrunde nicht annähernd so gekämpft wie diego.
      auch wenn einiges unglücklich war im spiel, so lag es nicht alleine an diego.

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  3. diego1953 sagt:

    Ich hoffe, uns bleibt das Rumgeaffe von Diego auf dem Platz erspart: dramatisches “Sterben” bei kleinster Berührung, grobe und rüde Fouls gegen andere Spieler, Schiedsrichtermeckern, Gelbe Karten, Rote Karten……und last but not least: Spiel langsam machen…..
    Wenn Diego wirklich so toll wäre, wie manche ihn finden, hätte sich längst ein Verein gefunden, der ihn haben und bezahlen will….

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  4. mituu sagt:

    Dann solltest du aber auch die Positiven Dinge anmerken Diego1953!

    - bindet 2-3 Gegenspieler
    - kann locker ins 1gg1 gehen
    - hat des öfteren einen genialen moment
    - kämpft und rackert immer

    wo er das Spiel langsam gemacht hat weiß ich jedenfalls nicht.

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    • Andreas sagt:

      jeder spieler hat vor- und nachteile…

      man muss auch mal bedenken, dass die ganz große geldausgeberei langsam vorbei ist und sich die vereine nun mehr überlegen wen sie holen oder nicht…

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    • Diego1953 sagt:

      Stimme allen von dir genannten positiven Aspekten zu. Aber aus meiner persönlichen Sicht wiegt das die von mir genannten negativen nicht auf. Und das mit dem langsam machen: one touch Fußball ist Diegos Sache nicht. Erst annehmen, dann drehen, dann gucken, ggf, ein wenig verzögern und dann vielleicht ein guter oder sogar sehr guter Pass – oder auch nicht….

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  5. Clark Gabel sagt:

    @Andreas
    Wenn man für die richtigen Spieler viel Geld ausgibt gibt es dagegen nix zu sagen.
    Mit den richtigen Spielern meine ich Spieler, die zu den top 30 Spielern auf der Welt in den jeweiligen Jahrgängen zwischen 18-22 zählen.
    Der Rest muss durch Spieler aus der eigenen Jugend kommen. Da ist der Weg eigentlich auch klar. So früh wie möglich die besten deutschen Talente kaufen.

    Nur so wird der VFL ein Chance haben nach oben zu kommen.
    Ein Blick nach Katar(Spieler aus eigenem Land + beste Spieler aus dem Kontinent Afrika) oder Barcelona bestätigt das. Alles andere ist uneffektiv.

    Wenn man meint mit dieser schwachsinnigen Taktik 3-5mio Personen zu kaufen die 24+ sind ist meiner Meinung nach der Erfolg nicht gewollt.

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  6. steffen sagt:

    Ich finde nicht das Sanz hier direkten Einfluss auf Aufstellung nimmt. Die Aussage ist sehr im Konjunktiv, wenig konkret, nur sollte er, könnte er, würde er…

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  7. player sagt:

    Sanz wird Magath da mit Sicherheit nicht reinreden. Er sagt das eben so: Wenn er kommt, dann kann er auch spielen.

    Ja, kann er. Er kann aber auch gehen oder auf der Bank sitzen. Alles möglich.

    Bin gespannt, wie das ausgehen wird. Stand jetzt sieht es aber wohl wirklich nach einer Rückkehr aus, da Diego keinerlei Angebote hat…

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  8. Wob45 sagt:

    Hat Diego doch eine Zukunft in Madrid? – Hat Diego doch eine Zukunft in Madrid? http://www.goal.com/de/news/article?contentId=3141793

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