Sonntag , Oktober 25 2020
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Ernüchterndes Unentschieden gegen Mainz

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Der VfL Wolfsburg trennt sich im Freitagsspiel von Mainz 0:0.
Einen Sieger hatte diese Partie nicht verdient. In einer schwachen Bundesligabegegnung konnte keine der beiden Mannschaften überzeugen.

Mainz 05 ließ hin und wieder seine bessere Spielanlage aufblitzen, was phasenweise zu einer optischen Überlegenheit auf dem Platz führte.

Besonders nach der Pause gab es eine kleine Druckphase der Mainzer. Doch vor dem Tor und beim Abschluss war Mainz glücklos. Das Tuchel-Team war bemüht die Initiative zu übernehmen und druckvoll zu spielen. Am Ende reichte Mainz der eine Punkt zum sicheren Klassenerhalt.

Was die Chancen angeht war der VfL Wolfsburg leicht überlegen. Die Truppe von Felix Magath hatte ein paar gute Gelegenheiten, die allerdings ungenutzt verpufften.
Wieder einmal agierte der VfL glücklos. Am Ende muss man jedoch zugeben, dass ein Sieg nicht verdient gewesen wäre.
Im Spiel selbst bot sich das zuletzt so häufig gezeigte Bild: Der VfL ohne Plan und Konzept. Lang werden die Bälle aus der Abwehr nach vorne gedroschen.
Als Fan fragt man sich, ob von den Spielern ein Gebet hinterhergeschickt wird.

Auch aus dem Mittelfeld gibt es kaum bis gar keine Impulse nach vorne. Besonders schlecht ist dabei das Spiel ohne Ball. Häufig kann man im Spiel beobachten, das Spieler allein gelassen werden, dass sich zu wenig freigelaufen und angeboten wird. Oft erscheint es so, als wenn einige Spieler froh sind, wenn sie den Ball schnell wieder abspielen können. Von Ballstafetten und Spielzügen sieht man beim VfL viel zu wenig (fast bin ich geneigt zu sagen: gar nichts!).

Dabei ist die individuelle Klasse vorhanden. Einem Vieirinha sieht man schon nach zwei Ballberührungen an, dass er was mit dem Ball anzufangen weiß. Doch alleine nützt so eine Fähigkeit recht wenig. Das wissen wir aus der letzten Saison von Diego.
Auch einen Mario Mandzukic kann man wieder hervorheben. Niemand rennt so viel wie der Kroate. Kaum ein Kopfballduell, dass er verliert, zudem hat er die meisten Sprints während der Partie auf seinem Konto. Doch wenn das ganze Konstrukt nicht funktioniert sind diese individuellen Fähigkeiten oft verschenkt, bzw kommen nur hin und wieder mal zum tragen.

Makoto Hasebe
Für viel Unverständnis unter den Fans sorgte zur Halbzeit die Auswechslung von Makoto Hasebe. Hasebe hatte bis zu diesem Zeitpunkt 100% seiner Zweikämpfe gewonnen (5 Stück an der Zahl). Für den Japaner kam Christian Träsch in die Partie, der in der zweiten Halbzeit sehr schlechte Zweikampfwerte vorzuweisen hatte.

Als Begründung kann man hier vielleicht die relativ hohe Fehlpassquote von Hasebe heranziehen, die allerdings auch beim restlichen Team nicht wesentlich besser war. Eine andere (sportliche) Begründung findet sich auf den ersten Blick nicht.

Für ein kleines Schmunzeln sorgte eine wahre Schuhwechselflut bei den Wolfsburgern, die offenbar mit den nassen Rasenverhältnissen nicht zurecht kamen. Krönung des Dilettantismus war eine Szene, in der Christian Träsch mit zwei verschiedenen Schuhen weiterspielen musste.

Wohl dem, der seinen Humor behalten hat, und über die ganze Situation lachen kann.
Viel mehr bleibt den Wolfsburgern in diesen Tagen auch nicht.
 
 

6 Kommentare

  1. Sehr gute Analyse (mal wieder)! Kann ich in allen Punkten nur zustimmen. Für den 32. Spieltag bei 50 Mio. € Transferausgaben alleine in dieser Saison ist das alles mehr als ernüchternd. Bei Mainz hat man zumindest gesehen, dass sie eine Spielidee haben, das ging uns völlig ab.

    Träsch musste übrigens seinen einen Schuh tauschen, weil er im Zweikampf kaputt gegangen war. Vermutlich war es einfach schneller nur einen Schuh zu tauschen. Insofern möchte ich ihn da gegen den Vorwurf des Dilettantismus in Schutz nehmen. Generell wurde in der Sportschau gezeigt, dass der Rasen nach dem Aufwärmen noch bewässert wurde. Trotzdem sollte man so etwas besser in den Griff kriegen.

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  2. Gute Analyse. Ich finde es ist langsam auch wirklich an der Zeit zu hinterfragen, was eine Art von Fussball Magath zu spielen plant. Es kann doch nicht sein dass wir mit solchen Ausgaben und Potenzial die ganze Saison auch bei Siegen primitvsten Kick & Rush Fussball spielen. Spielerisch sind uns viele (in der BuLi fast alle) Teams ohne großen Geldbeutel deutlich überlegen. Alle Passspiele sehen aus wie harte Arbeit. Man hat jetzt den Sommer Zeit aber dann hoffe ich wirklich dass eine Spielidee zu erkennen ist.

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  3. perfekte analyse!
    und was einem angst und bange macht ist das man keine hoffnung hat das sich daran was ändern wird!
    wie denn auch? langsam sollte auch magath merken das allein durch kauf von weiteren x neuen spielern (mein tipp: x >= 10, in der sommerpause) es keine verbesserung geben wird.
    in mir kommen immer mehr zweifel hoch das magath überhaupt eine mannschaft trainieren kann! evtl. hat er bisher nur von den fähigkeiten seiner co – trainer gelebt… oder den superstars die er hatte….

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  4. Habe mir nochmal das Restprogramm angeschaut. Hannover spielt am nächsten Wochenende in Leverkusen. Eine Niederlage der 96er ist nicht utopisch. Mit einem Sieg gegen Bremen wäre man bis auf einen Punkt dran. Zeitgleich müsste Hoffenheim daheim gegen Nürnberg oder zuletzt in Berlin, für dies es ums Überleben gehen könnte, patzen. Auch nicht ausgeschlossen. Dickstes Fragezeichen: Wir müssten am letzten Spieltag in Stuttgart siegen und Hannover zeitgleich daheim ausgerechnet gegen Kaiserslautern nicht gewinnen. Ob der feststehende Absteiger da mitspielt? Eher nicht…

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  5. Felix Magath hat kein Konzept und keine Spielidee? Ich sehe das anders.

    Hier meine Analyse:
    Es werden lange Bälle auf den Stürmer (Mario) gespielt, welcher als Ballfänger fungiert und auf die nachrückenden Spieler ablegt.
    Vorteil 1: Der hieraus resultierende Spielaufbau beginnt bereits in der gegnerischen Hälfte und sehr weit weg vom eigenen Tor, ein Ballverlust wäre kein Weltuntergang.
    Vorteil 2: Innerhalb kürzester Zeit befindet man sich idealerweise bereits in der Redzone (Raum zwischen den beiden Abwehrketten)
    Gewinnt er das Kopfballduel nicht, dann ist der Raum, aufgrund der sehr hochstehenden Kette, für den Gegner sehr klein und der Gegner kann zunächst keinen vernünftigen Spielaufbau organisieren. Ein sofortiger Konter wäre ebenfalls nicht möglich.
    Lange Bälle des Gegners läuft der Torwart einfach ab und den Rest soll die Abseitsfalle erledigen.
    Kurzpassspiel des Gegners ist durch den kleinen Raum ebenfalls unterbunden.

    Aus meiner Sicht steht und fällt diese Spielweise mit dem kopfballstarken Mittelstürmer, (offensiv)
    die funktionierende Abseitsfalle und einen aufmerksamen Torwart vorausgesetzt. (defensiv)

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  6. FMWob hat nicht ganz unrecht. In der Vergangenheit gehörte es immer zu Magaths Plan, dass aus der Abwehr heraus immer auch ein langer Ball in die Spitzen gespielt wird. Nicht ständig, aber auch.

    Was ich an der Kritik in diesem Fall aber ebenfalls verstehen kann ist, dass es häufig bei uns wie ein Notschlag aussieht.
    Wenn Madlung in aller Ruhe den Kopf hebt, den Stürmer anvisiert und den Ball lang nach vorne schlägt, dann kann man das sicherlich nicht als konzeptlos kritisieren.
    Allerdings ist auffällig, dass wir zum einen nahezu kaum andere Mittel zur Verfügen zu haben scheinen, und zum anderen in vielen Fällen auch ohne diese gezielte Absicht der Ball ohne Kontrolle herausgeschlagen wird. Dies äußert sich ganz besonders darin, dass es sehr häufig zu einem direkten Ballverlust führt.

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