Ich möchte an dieser Stelle mein tief empfundenes Beileid aussprechen. Der Wiederaufstieg des VfL Wolfsburg ist am Samstag im zarten Alter von 90 Minuten verstorben. Todesursache: 0:0 gegen Kaiserslautern. Er hinterlässt 33 völlig bedeutungslose Spieltage, einen neuen Trainer und eine Mannschaft, die frecherweise nicht nach ein paar Wochen Vorbereitung bereits spielt wie Real Madrid auf Koks. Die Trauerfeier fand unmittelbar nach Abpfiff in den Kommentarspalten statt. Statt Blumen wurde gemeckert. Reichlich. „Alles wie immer“, „Das wird nichts“, „Gegen Hannover gibt’s auf die Fresse“ – die üblichen Kondolenzschreiben. Besonders tragisch: Der VfL ist damit vermutlich die erste Mannschaft der Fußballgeschichte, die nach dem ersten Spieltag praktisch schon wieder abgestiegen ist, ohne überhaupt ein Gegentor kassiert zu haben. Effizienter kann man einen Weltuntergang kaum organisieren. Die einen sahen Damar und Reese und bekamen erstmals seit längerer Zeit wieder Lust auf Fußball. Die anderen sahen ein 0:0 und bestellten vorsorglich den Grabstein für den Wiederaufstieg. Willkommen beim VfL Wolfsburg. Dazwischen gibt es traditionell wenig.
Porzellanhochzeit mit Buffet
Dabei war das gegen Kaiserslautern ziemlich genau das, was man von einer nahezu komplett umgebauten Mannschaft erwarten konnte: teilweise vielversprechend, teilweise noch Porzellanhochzeit. Gerade in der ersten Halbzeit konnte man durchaus erahnen, was Tobias Strobl mit diesem VfL vorhaben könnte. Hinten kennt man sich teilweise allerdings noch ungefähr so gut wie die Teilnehmer bei „Hochzeit auf den ersten Blick“, und nach der Pause hatte die Mannschaft kurz vergessen, dass Fußballspiele traditionell aus zwei Halbzeiten bestehen. Wenn das im November immer noch so aussieht, können wir gern gemeinsam den Katastrophenschutz verständigen. Anfang August würde ich der Truppe noch ein paar Trainingseinheiten zugestehen. Natürlich hätte der VfL gewinnen sollen. Natürlich darf man sich über zwei liegen gelassene Punkte ärgern. Und null Tore sind ungefähr so befriedigend wie All-you-can-eat am Salzstangen-Buffet. Aber zwischen „Da war mehr drin“ und „Alles wie immer, die Saison ist gelaufen“ liegen ungefähr sechs Therapiestunden und eine Mutter-Kind-Kur im Harz. Wer jetzt bereits die Saisonbilanz zieht, beschwert sich beim Vorspeisensalat wahrscheinlich auch darüber, dass das Schnitzel nicht geschmeckt hat.
Exorzist im Maislabyrinth
Zum Glück gibt es neben der eigenen Meckerfraktion noch jene Menschen, die sich im Internet beruflich mit der Existenz des VfL Wolfsburg beschäftigen. Fußball-Influencer. Content-Clowns. Traditions-Trolle mit Ringlicht. Menschen, deren größter Beitrag zur Sportpublizistik darin besteht, mit Baseballcap vor einer Handykamera zu sitzen und „Bruder, komplett bodenlos“ zu sagen. Seit Jahren erklären uns diese digitalen Dorfältesten, dass Wolfsburg endlich aus der Bundesliga verschwinden müsse. Plastik. Volkswagen. Keine Fans. Keine Tradition. Raus! Jetzt haben wir nach 29 Jahren endlich geliefert und sind tatsächlich abgestiegen – und irgendwie ist es auch wieder nicht richtig. Was sollen wir denn noch machen? Die geben erst Ruhe, wenn wir die Volkswagen Arena in ein Maislabyrinth umwandeln. Einige sind so besessen, hab gehört, der Papst wollte schon n Exorzisten nach Frankfurt schicken. Die Basti-Reds dieser Welt haben aber so viel Luft zwischen den Ohren, die fragen noch: Exorzist? Welches Instrument spielt der denn?
Apropos heiße Luft. Kaiserslautern. Was für ein Auswärtsmob! 5.000? 6.000? Ach was. Mindestens 10.000 Lauterer waren da. Wahrscheinlich 20.000. Wenn man einigen Social-Media-Koryphäen glaubt, eher 40.000. Die Volkswagen Arena fasst zwar nicht einmal 30.000 Menschen, aber wer bei TikTok Mathematik studiert hat, lässt sich von solchen Details nicht aufhalten. Vermutlich wurden da alle mit rotem Pulli zwischen Fallersleben und Grafhorst gleich mitgezählt. Ich habe inzwischen ohnehin erfahren, dass Wolfsburg seit Samstag offenbar zu Rheinland-Pfalz gehört. Der Mittellandkanal heißt jetzt Mosel, im Badeland gibt es Saumagen und die Autostadt wurde in Fritz-Walter-Erlebnispark umbenannt.
Versteht mich nicht falsch: Die Lauterer waren zahlreich und laut. Starke Fanszene. Fertig. Aber diese traditionelle Wolfsburger Gästefan-Inventur nimmt inzwischen Züge an, als würde nach jedem Heimspiel das Statistische Bundesamt mit Wärmebildkameras durch die Arena laufen. Wenn 6.000 Wolfsburger nach Hannover fahren, sind 6.000 Wolfsburger nach Hannover gefahren. Wenn 6.000 Lauterer nach Wolfsburg kommen, beginnt auf Instagram die Völkerwanderung. Dann war die gesamte Stadt rot, kein Wolfsburger weit und breit und vermutlich hat Gott im Olaf Marschall-Trikot persönlich noch den Anstoß ausgeführt. Das ist keine Fußballberichterstattung mehr. Das ist betreutes Vorurteil mit WLAN.
Riss im Wanderzirkus
Dabei hätte dieser erste Spieltag genügend echten Irrsinn geboten. Zum Beispiel Braunschweig. Sechs Tore. Sechs! Das waren mindestens sieben zu viel. Wenn Eintracht Braunschweig sechs Tore in einem Fußballspiel erzielt, sollte die DFL nicht die Tabelle aktualisieren, sondern zunächst überprüfen, ob irgendwo ein Riss im Raum-Zeit-Kontinuum entstanden ist. Vielleicht wird Christian Lindner Vorsitzender der Linkspartei. Irgendetwas stimmt jedenfalls nicht.
Überhaupt scheint die Zweite Liga genau der durchgeknallte Wanderzirkus zu sein, den alle angekündigt haben. Ergebnisse wie beim Flipperautomaten, Favoriten stolpern und nach einem Spieltag glaubt bereits die halbe Liga an den Aufstieg und die andere Hälfte hat vorsorglich Transfermarkt.de nach vereinslosen Trainern durchsucht. Und jetzt wartet Hannover. Nach deren Auftakt gegen Pöbel-Pelé gehe ich nicht davon aus, dass unsere niedersächsischen Freunde uns aus reiner Nachbarschaftsliebe die nächsten drei Punkte in einem Präsentkorb mit Schleife überreichen werden.
In diesem Sinn: Bleibt geschmeidig.
VfL Wolfsburg Aktuelle Nachrichten und Videos zum VfL Wolfsburg
Ich habe beim Lesen herzlich gelacht, genau mein Humor und genau auf den Punkt getroffen! Ich weiß nicht was einige erwartet haben – aber von einem Weltuntergang war das doch sehr weit weg. Und dieses Zuschauergebashe – so what, das ändert sich eh nicht und die Wahrheit ist trotzdem eine andere. Wenn es nach Spieltagen immer noch nicht besser aussieht, dann darf gerne gemeckert werden. Aber nach dem ersten Spiel einer völlig neuen Mannschaft – geht's noch?
@Lenny, sorry, aber der Text es verdient, dass er nicht nur hier in den Untiefen des Wolfs-Blog schlummert, sondern der muss raus in die Welt der sozialen Netzwerke. Herrlich, "wenn Lautern 6.000 Zuschauer mitbringt, ist es eine Völkerwanderung". Wenn es erlaubt ist, klaue ich mir Passagen, denn ich prügele mich verbal und völlig überflüssig mit Usern unter diversen Beiträgen wie Wumms, 11Freunde, etc.
Hups…ich kaufe ein "hat"
Darf gern geteilt werden
Was für ein Kommentar. Selten so gelacht. Danke dafür, der spricht mir komplett aus der Seele.
Ich will es gerne noch mal betonen. Man sagt ja ganz easy, hey, da waren sechs Neue auf dem Feld, kann noch nicht passen. Die Realität ist sogar noch härter. Im Grunde waren Kumbedi (auf der falschen Seite) und Souza die einzigen, die das Reinemachen vollends überlebt haben, später dann noch Arnold, Gerhardt, Kento und Svanberg.
Fischer war fast die gesamte letzte Saison außer vor, Angely ist ein Rückkehrer. Dazu hat Wolfsburg durch die Relegation die kürzeste Pause und vermutlich die meisten Spätrückkehrer der zweiten Liga durch Länderspiele und WM. Dazu kommt noch die anhaltende ungeklärte Zukunft einige Akteure. Ich denke, da kannst Du noch mal so viele Millionen investieren, aber dass sich das Team einspielen muss, ist fraglos.
Sehr stark
Dankeschön
Die Realität des Internets und die Oberflächlichkeit der Meinungen, die nichts anderes sind als der abgebrochene Versuch, zu Erkenntnis zu gelangen, sind ohne Satire ohnehin nicht zu ertragen.
Du wirst diese Saison viel zu tun haben, Lenny.
Das hab ich ja immer, aber kommt dir das nicht auch so vor, dass es sogar noch schlimmer geworden ist?
Das Erschreckendste ist für mich der Prozess, den man gemeinhin und fälschlicherweise Meinungsbildung nennt.
Denn überwiegend handelt es sich dabei um eine extrem verkürzte und wenig faktisch begründete Manifestation eigener Vorurteile.
(Bildung ist da nicht erforderlich)
Selektive Wahrnehmung ist Teil der Bauanleitung.
Meinungen sind deshalb das Ergebnis der Faulheit, zuende zu denken und lassen wirkliche Erkenntnisse nicht zu.
Wie du zurecht anmerkst gehört der Ausdruck kritischer und unterschiedlicher Bewertungen unbedingt dazu.
Auch wenn ich dir zum größten Teil zustimme @Spaßsucher, möchte ich dir entschieden widersprechen bzgl. deiner Verkürzung "Meinung = Faulheit an Erkenntnisinteresse" (so habe ich dich verstanden). Das Problem sehe ich eher darin begründet, dass heute gerne Meinungen mit Fakten oder Wahrheit(en) gleichgesetzt werden. Meinungen für sich genommen können m. M. n. sehr wohl auf Erkenntnissen oder Fakten beruhen, aber die ggf. unterschiedliche Bewertung dieser Fakten ist dann von Erfahrungen, Werten, Weltanschauungen abhängig und dann eben meinungsbildend.
Das, was du ansprichst, @Allerabwärts, hat Gademer als das hermeneutische Potenzialfeld bezeichnet.
Allerdings hat er dieses – wie ich auch – nicht als förderlich für konsensfähige Erkenntnisbildung gehalten.
Wie alle Einschränkungen des Denkens
Ich bin da sehr unsicher, ob man in der Frage mit Gadamer weiterkommt. Für ihn steht der hermeneutische Horizont und der hermeneutische Zirkel – wie ich ihn verstehe – nicht für einschränkendes Denken, sondern für dessen Bedingung. Die Problematik von Meinung zu und (begründetem) Verstehen von einer Sache wird für mich gut deutlich am Beispiel der nassen Straße, die Ergebnis von Wetter ist. Richtig ist sowohl das Gegenteil, als auch die völlige Infragestellung einer Beziehung zwischen beidem. Was tatsächlich Sache ist, verstehe ich erst "richtig", wenn ich nicht auf der sprachlich-logischen Ebene bleibe und mein Verstehen daraus ableite, sondern den sachlichen Bedingungen auf den Grund gehe. Da erkenne ich dann, dass jemand mit dem Gartenschlauch zu Werke war. Nur wer macht sich diese Mühe? Da liegst du mit dem Verweis auf Faulheit gar nicht mal falsch. Nur wer trägt wiederum die Verantwortung dafür. Meine These: Niemand wird faul geboren.
Mit "All you can eat am Salzstangen Buffet" hast du mich aber gekriegt
Toller Beitrag!
Ich finde die Idee des Beitrages gut, habe aber die Sorge, dass hier wieder eine Stimmung generiert wird, in der es schwierig bis unmöglich ist Kritik anzubringen.
Ich erinnere nur gerne an letztes Jahr im Oktober ca., als hier im Blog die Ersten die Zeichen der Zeit erkannt zu haben schienen. Da wurde dann von Anderen auch massiv draufgehauen, sie seien Schwarzmaler, würden den VfL vllt gar hassen, seien aber zumindest realitätsfremd.
Natürlich ist ein Spiel, das allererste sogar, kein Gradmesser für die Saison! Zu wissen wir würden absteigen ist einfach Hokuspokus oder Kaffeesatz lesen. Zu behaupten, dass wir aber sicher vor dem Abstieg in Liga 3 seien, finde ich auch schwierig! Mein Ansatz wäre es erstmal demütig aufzutreten. Zu schauen was geht diese Spielzeit.
Versteht mich nicht falsch, natürlich sollten wir um den Aufstieg spielen müssen, no brainer, bei dem Kaderwert und Potential. Aber wer hätte bei Simonis Vorstellung gedacht, dass er sau schlecht sein würde, und wer hätte bei Bauer gedacht, dass dieser die Traufe sei? Bevor alles zerbrach, hätte ich das garantiert nicht gedacht.
Vllt sollten wir deswegen dieses bekannte Von Spiel zu Spiel Ding erstmal für uns Fans entdecken?
Und ja, natürlich war ich maßlos von einem 0:0 enttäuscht. Irgendwie nicht überrascht, aber traurig.
Aber meine Mistgabel und Fackel sind noch etwas im Schrank, denn nach der Maehle Aktion und meiner damit verbundenen, öffentlichen Reaktion muss ich persönlich nicht wieder unter den ersten sein die sich im Mob organisieren wollen…
Aber auch da, nicht wir Fans müssen liefern, jetzt muss die Mannschaft und der Verein erstmal massiv abliefern, wiedergutmachen und in Vorleistung gehen.
An uns ist es aber auch, so funktioniert eine „Liebe“ halt, Vertrauen zu schenken und auch zu akzeptieren.
In dem Sinne, für unseren
Hier muss sogar kritisiert werden! Jahrelang hat uns der Verein mit den immer gleichen Floskeln hinter die Fichte geführt. Auch mich. Die Frage ist, die Art und Weise der Kritik. Hau ich drauf und weiß eh alles besser weil ich hab’s euch schon immer gesagt oder mach ich das fundiert und konstruktiv. Zweite Halbzeit war zum Beipiel komplett dürftig, auch hatte ich nicht das Gefühl, wir versuchen am Ende alles um es zu zwingen. Von der Bank kam auch wenig. Lautern hat einfach die Räume zugestellt, die damar und Reese in der ersten Halbzeit genutzt haben und dann wurde es noch schwerer. Und das hat dann gereicht für 0,5 Torchancen. Wenn du Pech hast, verlierst du das. Also: viel Arbeit, aber man muss jetzt auch arbeiten lassen.
Ich glaube, dass niemand (auch der Beitrag von Lenny nicht) Kritik verbietet. Aber nach einem 0:0 der besseren Sorte und unter Berücksichtigung der Gegebenheiten sollten zumindest wir etwas entspannter sein. Häme kommt schon genug, selbst nach EINEM Spiel. Sollten wir am 10. Spieltag immer noch über die selben Themen sprechen…dann sollten wir ins Sorgen machen.
Ich verneige mich lieber Lenny: Du bist BACK, obwohl du nie AWAY warst
Neues Layout, selbe Liga: Einer der wenigen, neben den Greenkeepern und Wölfi, der noch immer CL – Niveau hat!
Danke.
Zu viel der Ehre
Noch viel zu wenig!
OT Pejci verkündet seinen Wechsel
https://www.waz-online.de/sport/regional/az-waz-exklusiv-jetzt-redet-dzenan-pejcinovic-ueber-seinen-millionen-wechsel-vom-vfl-wolfsburg-zum-7ZURL32V6ZFV3H2JIGTRMLYXRY.html?utm_source=batch&utm_medium=push&utm_content=web&utm_campaign=empfehlung::top-story
Immerhin hat er lt. WAZ zwei Tore in der Relegation erzielt, obwohl der VfL nur eines geschossen hat. Das ist einmalig im Profifussball.
Die Unruhe und subjektive Kommentierung des ersten Spieles hat natürlich Gründe. Der VfL-Fan fiebert und giert nach Siegen, vornehmlich nach überzeugenden Siegen, vor allem zu Hause hatte er die lange nicht. Nun ist man eine Klasse tiefer, hat den großen Schnitt gemacht, neue, begeisterungsfähige und ‚wollende‘ Spieler geholt – nun muss es doch endlich mal ‚Klick‘ machen.
Nehme mich da nicht aus, man ist des Sich-geduldens müde. Sicher sagt mein Kopf genau das, was hier auch gesagt wird: alles neu, Findungsphase, einspielen erforderlich etc. pp.
Aber der Bauch, das Herz will endlich anderes.
So ist der Mensch halt! Und so, wie dem kickenden Personal diese Schonzeit zum Sich-finden zugestanden werden muss, muss wohl auch den mitfiebernden Zuschauer Verständnis zugestanden werden.
Ich hoffe, in einigen Wochen ist das alles vergessen, die Mannschaft marschiert, der Fan darf und kann jubeln und alle können sagen: ‚Seht ihr, läuft!‘
Aber eins ganz definitiv: konstruktive Kritik muss immer erlaubt sein!
Ich hab auch keine Geduld. Kannste mir glauben. Hilft nur Nix. Vor der Bescherung muss auch erst der Baum geschmückt werden, egal wie sehr die Kinder drängeln.
@Lenny:
Großartig – danke Dir!
Danke. Finden nicht alle, wenn man sich die Kommentare der Nicht-Wolfsburg-Fans bei Instagram durchliest. Ist n Blick wert.
Och ja, ist doch immer wichtig, seine eingefahrenen Vorurteile, Antipathien und Feindbilder zu pflegen.
Damit muss der VfL seit Jahrzehnten leben, wird sich nicht ändern.
Also:
1.) Weiterhin zeigen, dass der VfL für uns auch in Liga 2 wichtig ist, es halt nicht nur Schönwetter-Erstligafans sind, die sich hier herumlangweilen.
2.) Punkte einfahren, sich nach oben schieben und dort festbeißen.
3.) Ein breites Kreuz zulegen, auf dem alle Lästermäuler runterrutschen dürfen.
Luschtig…. bin nen Dinosaurier… kein fb, kein insta, kein x :))))
Hier mal ein kleines Video mit taktischer Analyse zu unserem Spiel. Fand ich sehr interessant nochmal zu sehen.
Das ist halt die Gefahr bei dem hohen, mainorientierten Pressen.
https://www.youtube.com/watch?v=dPDOZEcDZzs
Kompletter Wannabee-Schwachkopf kommentiert Szenen, danke…
Watt streamt der sonst so bei der Wohnungseinrichtung? Ponyhof 4.0?
Sorry für die Wortwahl(nicht wirklich ;p), aber solch Leute gehen mir echt auf die Nüsse.
Szene 1,5 quasi Glatzel läuft den Torwart an.
Szene 2: Glatzel läuft den Torwart an und fehlt deswegen hinten.
Aber liked ihn alle, schließlich kriegt er Taschengeld dafür.
Ich finde ja, dass wir mit deutlich starker Brust verlautbaren müssen, dass wir seit fast 30Jahren in der 2. Liga ungeschlagen sind … und das muss unser wahres Saisonziel sein und bleiben!!
Wenn man ehrlich sein soll, ging ja unser Abgesang schon während der heißen Abstiegsphase los. Nicht nur auf Insta & co, auch unter uns Fans. Erschreckend eigentlich, denn man könnte ja meinen, dass man in "schweren Zeiten" auch zusammenhalten sollte… weit gefehlt!
Jetzt sind wir abgestiegen, das Grauen hat somit einen Namen (2. Liga), viele machten Ihre "Drohung" war und kündigten sofort ihre Dauerkarte. Komisch nur, dass wir am Ende trotzdem noch soviele DK verlängern bzw. neu verkaufen konnten. Wer lügt hier also, der allgemeine Social Media Pöbel oder die Verkaufszahlen? ;-) Und was haben Leute nicht alles prophezeit, sogar den weiteren Abstieg in die Bedeutungslosigkeit…
Dann, die Verkündung erster Transfers. Und schon wieder ging es los. Der ist zu teuer, der andere zu schlecht, wieder ein anderer viel zu alt. Keiner war scheinbar gut genug. Nur Instadeutschland war sich einig, der Kader ist zu teuer, der VFL würde seine finanzielle Vormachtstellung Dank VW ausnutzen und den Wettbewerb verzerren – ach ja, und die Bayern taten dies nie?
Auch das Gelaber verpuffte und verhallte im Nichts. Ein paar weitere Sportfluencer sprangen auf den rasenden Zug mit auf, konnten aber auch weder etwas verhindern, noch etwas bewegen. Meine wenigkeit scrollte nur müde oder amüsiert über soviel Blödheit weiter.
Und jetzt, endlich das erste Spiel, unter neuer sportlicher Führung, unter neuem Trainer, mit neuen Charaktären an Bord. Die Vorzeichen hätten besser nicht seinn können bei all der Kritik und Hetze da draußen. Doch dann kam es, das Unentschieden! Und viele fragten sich, ob da nicht mehr drin gewesen wäre? Auf Insta plärrte man rum, dass "bei dem teuren Kader" man das Spiel hätte gewinnen müssen, so wie man nur aufgrund des Kaderwertes ja jetzt jedes Spiel ausnahmslos gewinnen müsse.
Und während die ersten Fans schon die Zweitligasaison nach Abpfiff zu Grabe trugen, war ich kleiner Fan durchaus zufrieden mit der Ausbeute. Großer Umbruch, der sich auch wirklich nach solch einem anfühlte. Viele neue Aktöre vor und hinter den Kulissen. Eine Zweitligasaison, die verdammt früh begann und uns, im Vergleich zur früheren 1. Liga, auch weniger Spielraum für eine vernünftige Vorbereitung ließ. Eine wirklich starke, erste Halbzeit, in der man schon gut erkennen konnte, wohin die spielerische Reise durchaus gehen könnte. Und vor allem passierte eines, die Euphorie und Vorfreude auf den Rest der Saison "starb" nicht, eher im Gegenteil, sie wuchs nur umso mehr und das trotz schächerer 2. Halbzeit und einem durchaus verdienten Unentschieden.
Es soll auch schonmal Menschen gegeben haben, die lebendig zu Grabe getragen wurden. Ein schauriges Spiel. Doch genau so fühlt es sich an, wenn man jetzt schon Dinge betrauert, die noch nicht einmal annähernd geschehen sind. Aber Instadeutschland weiß es ja wie immer besser…
Es ist ja nicht erst seit heute so, das Fußball, seine Akteure, seine Ergebnisse, das ganze Drumherum kontrovers , subjektiv und großsprecherisch diskutiert und kommentiert werden.
Stammtischsprücheklopferei halt!
Und der moderne Stammtisch ist das Internet. Ungleich größer, ungleich brutaler, ungleich mehr Sprücheklopfer als am alten, heimeligen Kneipenstammtisch.
Das hört sich dann eben auch genauso an.
Und dann ist es halt so, man übt sich in Geduld, man akzeptiert all die genannten Schwierigkeiten, Findungsphasen usw.
Letzte Saison war es dann aber leider so, dass man keinen Fortschritt, kein Besserwerden erkannte. Wenn man das sagte, war man aber der ungeduldige Miesmacher.
Somit: alles richtig, es gibt viel Positives, man sieht den neuen Geist im Team, man sieht vor allem ein Team und daher übt man sich auch wieder in Geduld.
Nur bitte: belohnt diese Geduld dieses Mal wenigstens mit erkennbaren Fortschritten während der Saison.
Immer wieder überstrapazierte Geduld wird es nicht leichter machen.
Aber – sind wir alle erstmal zuversichtlich.
Mit Arbeit und Leidenschaft wird das schon.
Aber die braucht es und das möchte man sehen!!
Beim lesen deines Beitrages ist mir eine doch sehr zentrale Frage gekommen, die ich aber nicht beantworten kann.
Vllt könnte ja jemand mit etwas Einblick sich äußern?
Nämlich, ist es denn auch so, dass hinter den Kulissen auch eine angemessene Personalrochade stattgefunden hat?
Also ich ärgere mich schon seit langem, dass wir Blau- Gelbe Fans in der Geschäftsstelle sitzen haben. Oder Weser- Willis.
Auch diese Strukturen, ausgestattet vermutlich mit unbefristeten Arbeitsverträgen, müssen mMn weg! Wie? Keine Ahnung, aber sollte das nicht schon passiert sein, muss man da auch ran.
Oder ist das schon (in Teilen) geschehen?
Rede @ Blinder Wolf
Gesprochen wie ein Löwe
Woher weiß man, dass die blau-gelb sind? Wenn sie das in Kontakt mit Fans bekannt haben, dürfte das arbeitsrechtlich relevant sein, genauso wie Provokationen oder Fanutensilien intern.
Fanutensilien anderer Vereine oder die Fanzuschreibung ist arbeitsrechtlich völlig unerheblich.
Provokation könnten dies unter gewissen Umständen schon sein.
@Wolfsjunge:
Beim lesen Deines Beitrages….
Wenn Arbeitnehmer/innen den Job machen für den sie Geld kriegen ist es komplett egal welche Kaffeetasse sie aufm Schreibtisch haben.
Was stimmt mit Dir nicht?
Möchtest Du denn, das in solch einer Form in Deine Arbeits/Persönlichkeitsrechte eingegriffen wird?
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Aua, mehr ist da nicht zu sagen
Danke Dir! In aller wunderbaren Länge perfekt auf den Punkt!
Ich freue mich auf die nächsten Spiele und bin zuversichtlich, dass es nach und nach – so einfach mal die Ruhe bewahrt wird – in eine gute Richtung gehen wird.
Also ich muss auch gestehen das ich am Samstag schon etwas sackig war. Mir war schon klar, dass wir nicht in jedem Spiel die Sterne vom Himmel holen und alle 6-0 nach Hause schicken.
Aber die Euphorie war groß, die Anspielzeit hatte Championsleague-Charakter und es war eigentlich alles bereitet für das Ende der trostlosen Zeiten. Das Resultat sowie das Spiel an sich dann am Ende trotzdem doch eher enttäuschend. Mit etwas Abstand und der richtigen Einordnung kommt man natürlich zur Erkenntnis, das da viel neues bei ist beim VfL. Neue Leitung, neuer Trainer, neue Spieler, neuer Ansatz, noch mögliche Transfers auf Zu- und Abgangsseite. Gegner war mit Kaiserslautern ein eingespieltes 2. Ligateam.
Ich glaube die Grundenttäuschung bei vielen (zumindest bei mir) liegt nicht daran das sie das nicht einordnen können das es alle etwas Geduld benötigt. Die Enttäuschung erwächst aus vielerlei Gründen. Gründe für die die aktuellen Verantwortlichen sowie Spieler gar nicht zwingend was können. Das macht das ganze so schwierig.
Bei mir ist es z.B. so, dass ich seit Jahren alle 14-Tage die mit Hin- und Rückfahrt gerechneten 8-9 Stunden Fahrt auf mich nehme, um die Volkswagen-Arena zu besuchen. Nach meiner schnellen Recherche war der letzte Heimsieg am 06.12.2025 ein 3:1 gegen Union Berlin. Davor war der letzte Sieg gegen Gladbach ein 5:1 am 14.01.2025. Zwischen den beiden Siegen lag fast ein ganzes Jahr. 2026 konnte kein Heimsieg errungen werden. Noch dazu die Leistungen in den Spielen die man sehen durfte. Das beste Spiel war am Ende gegen Bayern. Das da Unmut wächst ist ja denke ich auch klar. Ich will da kein Mitleid oder irgendwas erzeugen, aber natürlich sind das durchaus Anstrengungen, die man mit Reisen usw. verbindet, um seiner Leidenschaft zu frönen. Wenn man dann permanent verliert, ist das schon sehr hart und mündet natürlich in Enttäuschungen. Gerade wenn man denkt, jetzt wird alles besser.
Ein weiterer Grund bedingt aus der Betrachtung des Etats. Wir haben einen Etat der höher ist als der aller anderen zusammen. Wir haben einen Kader, der ist locker Erstligatauglich und dann geht das erste Spiel am Ende sogar noch etwas glücklich 0:0 aus. Mit einer zweiten Halbzeit ohne eigenen Torschuss. Auch da trägt die Vergangenheit ihr Teil zu bei. Wer kann sich an das letzte gute Heimspiel erinnern?
Medien, Social Media und die Öffentlichkeit tun ihr Übriges. Medien bauen immensen Druck auf den VfL auf. War klar muss man mit leben können. Problematischer sind die sozialen Medien. Mich trifft das nicht, da ich das nicht wirklich beachte, aber es erfolgt doch eine starke Meinungsmache über den VfL. Wenn man dem natürlich permanent ausgesetzt ist und sich als Fan natürlich als Teil des VfL Wolfsburg zählt, zieht das runter, ob man will oder nicht.
Diese Pseudoexperten auf Social Media sind in allen Bereichen der Gesellschaft gefährlich und fördern nicht das miteinander, sondern nur das Auseinanderdividieren. Der eine hetzt, der andere wehrt sich und wieder andere hetzen weiter. Ein Kreislauf der Hölle, der aber am Ende auch zur Enttäuschung führt, wenn man diese nicht parieren kann und das geht nur mit guten Ergebnissen. Was soll man sonst dagegenhalten?
Der VfL wird niemals allen gefallen das soll er auch nicht. Aber zurzeit hat man das Gefühl das Verein sowie Anhang der Lächerlichkeit preisgegeben werden. Wir stehen gefühlt am Pranger und jeder wirft seine Tomate. Egal was der VfL macht es wird irgendwie belächelt oder kaputtgeredet. War auch schon immer so, aber hat seit diesem Jahr nochmal eine neue Liga erreicht. Das man bei Sky/RTL auch immer noch dieses Zuschauerding aufmacht. Der Sender muss glauben das der Zuschauer zu Hause sitzt und darauf wartet das es mal wieder angesprochen wird. Ich meine wir alle wissen es doch. Der VfL hat 3 Fans und alle anderen 80 Millionen (die auch alle als Gästeanhang vor Ort waren). Aber das Thema ist geschenkt. Ich hatte das irgendwann schon mal geschrieben die Medien (Kicker nehme ich mal raus) gerade die übertragenden wie Sky und Co. sind da wirklich nicht gut davor in ihrer Entwicklung. Ein Kommentator soll ein Spiel neutral kommentieren. Er kann natürlich seine Meinung äußern und soll das auch.
Seitdem Kommentatoren auch bei Schlag den Raab, Ninja Warriors oder dem Fernsehgarten kommentieren geht das in eine Richtung, die er den Dschungelcamp gleicht. Es geht gar nicht mehr um das Spiel. Es geht nur um Klamauk und Ulk. Und da ist der VfL natürlich ein gefundenes Fressen. Das nervt mich tierisch. Nicht falsch verstehen Sky und Co. haben auch noch gute Leute da sitzen, Aber wenn ich an Kommentatoren wie Corny Küppers denke, frage ich mich warum der Fußballspiele kommentieren darf. Die Leidenschaft zum Sport fehlt mir komplett. Mittlerweile es ist nur Boulevard. Auch die Damen am Spielfeldrand, die teilweise nicht mal wissen mit wem sie gerade sprechen. Co-Kommentatoren, wo man sich fragt über was reden die gerade eigentlich. Spiele mit Parallelstream wo dann Stefan Raab und Bully sitzen oder Ernie und Bert. Das sind alles Dinge die nimmt man so hin aber ganz ehrlich mit Sport hat das nichts mehr zu tun. Man entfremdet da etwas und freut sich, wenn man die Sportübertragung beim Pferdereiten sehen kann, denn dort geht es noch um den Sport.
Sicherlich hat jeder seine Gründe warum, wieso und weshalb man Enttäuscht ist oder eben auch nicht. Der Verein hat viel Kredit verspielt. Ich gehörte Jahre lang auch zu einen der größten Optimisten. Wenn du aber dauernd eine über die Pfanne gebraten bekommst, lässt das auch etwas nach mit dem Optimismus. Ich bin der Meinung das die Verantwortlichen das durchaus einschätzen können und wissen das sie liefern müssen, um das wieder gerade zu ziehen. Ich denke das beim VfL am Samstagabend auch keiner mit dem 0:0 zufrieden war. Mit Porzellan zerschlagen hat das nichts zu tun. Da ist einfach Unsicherheit und auch Angst das es nicht so kommt wie wir uns das alle wünschen.
Der Kader ist nicht locker erstligatauglich. Vorne war keiner jemals richtiger Erstligaspieler. und hinten hat ein 18- und ein 19- Jähriger ihre ersten Spiele im Profibereich gemacht. Wir sollten uns den Quatsch nicht von den Medien einreden lassen. Wir haben verdammt viel Qualität verloren.
Er muss ja auch nur tauglich für den Aufstieg sein… zumindest aktuell!
@Jusko
Bei der Aussage ‚locker erstligatauglich‘ bin ich auch deiner Meinung, dass das arg übertrieben ist.
Aber – auf dem Papier mag es so aussehen, dass wir Qualität verloren haben.
Nur, sind wir ehrlich, wo haben wir diese tolle Qualität denn letzte Saison gesehen? Wieviele Punkte, die man eigentlich hätte mitnehmen müssen, wurden dilettantisch vergeigt und liegen gelassen.
Keiner, der in der Lage war, wirklich voranzugehen und die Buden zu machen.
Also kann ich nicht sagen, dass uns der Verlust wirklich hart trifft.
Es bleibt natürlich abzuwarten, wie es jetzt weiterläuft.
Vielleicht muss ich mich dann doch revidieren.
Schauen wir mal.
Ist der Beitrag auf Instagram gelöscht worden? Oder bin ich nur zu blöd den zu finden?
Ich habe ihn inzwischen deaktiviert weil ich keine Zeit hatte, mich dauernd um die Beantwortung von feindlichen Posts zu kümmern. Sorry.
@LN: Schade, viel Feind, viel Ehr'!
Ansonsten guter Beitrag, auch wenn man, so ehrlich muss man sein, die 2.HZ echt vergessen konnte!
Gruß nifi
Ja haste recht, aber ich bin mittlerweile auch so drauf, dass ich mich immer dann genau frage, ob sich der Aufwand für so n Krams dann lohnt, ihr findet es gut, reicht mir.
Ich würde dem auch nicht mehr viel Bedeutung geben und da keine Lebenszeit mehr investieren. Egal welches Thema, egal welcher Artikel: Es wird sowieso nur nach einer Möglichkeit gesucht die Vorurteile wieder aufzuzeigen und den Hass in Worte fließen zu lassen.
Das wirst Du auch nicht mit Worten und Argumenten lösen können. Die Fronten sind festgefahren.
Schmid-Wechsel ist durch.
Denke Svanberg ist der nächste der uns verlässt.
Dem würde ich ehrlich gesagt nicht nachtrauern.
Falls wir noch nach Verstärkung in der Offensive suchen und sinnlos Geld verschleudern wollen, wäre Memphis Depay zu haben. Sein Vertrag in Brasilien wurde nicht verlängert, er ist jetzt vereinslos und hat nur 4,8 Mio. jährlich in Corinthians verdient
Reden wir Klartext, Lenny: Der wahre Konstruktionsfehler des VfL
Danke, Lenny, für den Kommentar. Ich habe auch mal in die Kommentare bei Instagram reingeschaut – wir sollen offenbar immer die andere Backe hinhalten, und wenn wir uns dann doch mal wehren, haben sie sofort ein Glaskinn. Ich hab ohnehin den Eindruck, dass sich die Wolfsburg-Hater im Netz vermehren wie die Karnickel (darf man das eigentlich noch so sagen?).
Aber lassen wir die Trolle (und Talibans) für heute Trolle (und Talibans) sein. Mich würde Deine Position zur 50+1-Frage brennend interessieren – ich habe mir dazu nämlich selbst ein paar Gedanken gemacht. Denn das Thema rollt auf uns zu, ob wir wollen oder nicht, und wir Fans sollten uns langsam eine Meinung bilden. Vogel-Strauß-Haltung hat noch nie weitergeholfen.
Also, worum geht's? Diese Woche hat das Bundeskartellamt in Bonn mal unter die Motorhaube des VfL (und Bayer Leverkusen) geschaut. Die 50+1-Regel als solche bleibt, alles sauber, TÜV bestanden. Nur bei zwei Modellen aus der Sonderserie – wir und Bayer Leverkusen – verweigert der Prüfer die Plakette. Der ewige Bestandsschutz für unsere Werksausnahme reicht nach europäischer Rechtsprechung nicht mehr. Damit die Sonderausstattung „100 Prozent VW" bleiben darf, müsse der Mutterverein „vergleichbare Einflussmöglichkeiten auf die Profiabteilung" bekommen wie alle anderen Klubs. Übersetzt: Der VfL e.V. und seine Mitglieder sollen künftig mitreden dürfen.
Klar, aus Wolfsburg kam sofort die Beruhigungspille: alles nicht bindend, nicht schauen, fahren Sie ruhig weiter. Nur hat Kartellrechtler Dr. Kim Manuel Künstner genau das im aktuellen 11Freunde-Interview als „ein bisschen Pfeifen im Walde" abgeräumt – ein Gericht werde das kaum anders sehen, und länger als etwa zwei Jahre schaue das Amt dem Stillstand nicht zu. Die Warnleuchte blinkt also, und wir tun so, als sei's ein Wackelkontakt. Bei einem richtigen VW ist jetzt Werkstatt angesagt.
Und jetzt kommt der Punkt, der mir keine Ruhe lässt. Seit Jahren brüllen uns die üblichen Plastik-Prediger entgegen: keine Fans, keine Tradition, keine Mitbestimmung! Und beim letzten Wort – so ungern ich's zugebe – haben sie sogar recht. Beim VfL gibt es keine Mitgliederversammlung, auf der man Bosse abwählen könnte. Keinen Wahlzettel. Kein verbindliches Instrument, mit dem wir mal auf den Tisch hauen dürfen. Aufsichtsratsmitglieder werden nach VW-Gutdünken bestimmt. Was bei jedem Kreisligisten Serienausstattung ist, war in Wolfsburg nie im Konfigurator vorgesehen. Das ist für mich der eigentliche Konstruktionsfehler – nicht das Wappen, nicht der Konzern.
Und genau deshalb finde ich die Sache nicht bedrohlich, sondern spannend. Zum ersten Mal steht nicht irgendein wütender Block vor dem Werkstor, sondern eine Bundesbehörde – und fordert exakt das, was engagierte Fans wollen: echte Mitsprache. Der Umbau, den der VfL juristisch sowieso angehen muss, und unser Wunsch nach Beteiligung sind auf einmal dasselbe Ersatzteil.
Und ganz von vorne fangen wir dabei nicht an. Zuletzt hatte Dr. Rudolph im Trainingslager zum Fangespräch geladen – und das war, mit Verlaub, richtig gut. Und es war nicht das erste: Zwei weitere Fangespräche gab es bereits zuvor. Da wurde nicht mit vorgefertigten Textbausteinen abgewimmelt, da wurde zugehört und offen geredet. Genau das ist der Punkt: Es ist längst kein einmaliger PR-Termin mehr, sondern fast schon eine gute Gewohnheit. Ich habe seitdem das Gefühl, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Was noch fehlt, ist eigentlich nur eins: diesen Weg formal sauber gerade zu zurren. Aus einem guten Gespräch muss eine verbindliche Struktur werden – etwas, das auch die nächste Krise übersteht und nicht beim ersten Gegenwind wieder in der Schublade verschwindet. Genau dafür liefert das Kartellamt jetzt den Hebel.
Man kann das alles aussitzen. Man kann es aber auch nutzen, um endlich einen Mitbestimmungs-Airbag fest einzubauen, bevor der nächste Crash kommt. Ein echter Neuanfang findet auf dem Platz statt – am Sonntag in Hannover fängt er an. Aber eben nicht nur da. Er beginnt auch in der Werkstatt.
Deshalb meine ehrliche Frage an Dich, Lenny – und an alle, die mitlesen: Wie sollten wir Fans uns zu 50+1 positionieren? Wegducken ist für mich keine Option. Und ja – dabei trotzdem geschmeidig bleiben.
P.S. Bevor die üblichen Verdächtigen fragen: Ja, beim Sortieren und Formulieren hat mir eine KI zur Hand gegangen. Die Gedanken, die Haltung und die Dauerkarte inkl. Dauerauswärtskarte sind trotzdem zu 100 Prozent meine.