Montag , Oktober 19 2020
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Euro-League: Was muss besser werden?

VfL Wolfsburg
 
Jaja, endlich zurück in Europa, und dann ein Start, der nicht unbedingt als ideal bezeichnet werden kann. Ich hätte mir natürlich generell eine etwas leichtere Gruppe gewünscht. Keine zum Durchspazieren, ohne jeden bekannte Namen und ohne Reiz. Aber Everton, Lille und Krasnodar sind nun wirklich allesamt keine Wunschgegner.

Den vielfachen Vorwürfen, die Mannschaft habe kein Interesse an der Europa League kann ich so nicht ganz nachvollziehen. Eine gravierende Lustlosigkeit in den bisherigen Spielen konnte ich nicht so wirklich erkennen, aber variieren die Eindrücke offenkundig ziemlich heftig. Die Wölfe haben, da wird sicher niemand widersprechen, eindeutig das Potenzial, im Wettbewerb ein paar Runden weiterzukommen, selbst die Gruppe H sollte da kein unüberwindbares Hindernis darstellen. Die Probleme liegen ganz woanders.

Die Everton-Schlappe
evertonGerade dieses Spiel macht deutlich, dass es an Selbstvertrauen und Konzentration fehlt, nicht am Können. Zumindest die erste Viertelstunde war wirklich ansehnlicher Fußball, nach dem Rückstand lief allerdings fast gar nichts mehr. Gegen Everton sitzt der Stachel besonders tief, das Abluchsen von Lukaku ist definitiv noch nicht vergessen.

Dass es dann gleich vier Gegentore setzt, habe ich aber wirklich nicht erwartet. Ein einziger Gegentreffer, auch auswärts, darf ein Team einfach nicht so extrem aus dem Konzept bringen, das ist unverzeihlich und rächt sich sofort. Hecking muss dieses Spiel nun möglichst schnell aus den Köpfen der Spieler verbannen, generell mit Hinblick auf die nächsten Spiele und besonders bezüglich des noch folgenden Heimspiels gegen die Toffees aus Liverpool.

Lille: Frustrierend anzuschauen
Lille-Bus2Für mich war das zweite Spiel gegen die soliden Franzosen allerdings fast noch frustrierender als der erste Auftritt. In bisher neun Ligaspielen haben die Doggen erst fünf Gegentore kassiert, speziell vor Keeper Enyeama war man also früh genug gewarnt.

Umso ärgerlicher dann die eklatant schwache Chancenverwertung. Das lag natürlich auch an der glänzenden Leistung des gegnerischen Keepers, aber eben nicht nur. Zumindest in jüngerer Vergangenheit kann ich mich nur an wenige Spiele erinnern, in denen das 1:1 in einem so krassen Missverhältnis zur Anzahl der tatsächlichen Torchancen stand.

Trotzdem ist das Spiel, nicht nur wegen der Punktausbeute, ein Fortschritt gegenüber der Everton-Partie. Es fehlte aber nach wie vor die notwendige Kaltschnäuzigkeit, diese kleine Portion Glück, die manchmal den Unterschied macht zwischen Triumph und Totalversagen. Ob das im Rückspiel in Lille einfacher wird, ist fraglich. Bei einer ähnlichen, aber effizienteren Vorstellung, wäre ein Sieg aber definitiv im Bereich des Möglichen.

Vier KO-Spiele
Auf jeden Fall steht außer Frage, dass die positive Tendenz für die nächsten Spiele bestätigt und noch verstärkt werden muss. FK Krasnodar mag das international unbeschriebene Blatt der Gruppe sein, in der Quali haben sie aber immerhin Real Sociedad rausgekickt, die zwar nicht unbedingt das stärkste Jahr erwischt haben, trotzdem sicher nicht zu unterschätzen sind. Zudem hat Krasnodar sowohl Lille als auch Everton in den bisherigen zwei Spielen ein Unentschieden abgetrotzt.

Mindestens sieben Punkte, besser neun, sollten die Wölfe aus den nächsten vier Spielen auf jeden Fall holen, um das Weiterkommen in die nächste Runde der Europa League sicherzustellen. Werden die Schwachpunkte der bisherigen Auftritte, insbesondere Selbstvertrauen und Chancenverwertung, unter Kontrolle gebracht, ist das aber zweifellos machbar.

Eine vage Prognose
Ob der letzte Sieg gegen Augsburg wirklich Anlass zu begründetem Optimismus ist, ist schwer einzuschätzen. Der Schuhwurf Werners war eigentlich schon das interessanteste Vorkommnis des ganzen Spiels und einen Formvergleich zwischen Krasnodar und den Augsburgern möchte ich jetzt auch nicht heranziehen.

Allerdings geht Krasnodar mit zwei Siegen in der heimischen Liga und zwei Unentschieden in der Euro-League in das nächste Duell gegen die Wölfe, nicht unbedingt die schlechtesten Voraussetzungen. Trotzdem – wenn die Mannschaft endlich mal das volle Potenzial über die komplette Spielzeit abruft, sollte Krasnodar eigentlich ohne Zweifel zu bezwingen sein, in beiden Spielen. Und dann sieht die Lage auch schon wieder ganz anders aus.

Länderspielpause
Die Länderspielpause gibt den Clubs auch immer wieder die Nötige Verschnaufpause ihre Taktiken zu überarbeiten und mit neuem Schwung die nächsten Spiele anzugehen. Solltet Ihr nicht Wissen wie Ihr die Liga freie Zeit totschlagen sollt, legen wir euch ans Herz. dieses interessante Sammelsurium an Browsergames näher zu betrachten.
 
Wolfsblog Team: Peter Müller
 
 

Ein Kommentar

  1. Aha, das war dann also ein sponsored Artikel um irgendwie den Link zu dem Browsergame unterzubringen…

    Nun gut, ich gönne es Normen, schließlich muss er ja bissl was Verdienen. Schönen Gruß!

    Zum Inhalt (abgesehen vom letzten Absatz).
    Ich würde es so unterschreiben, beides war frustrierend, Lille noch mehr, weil unverdienter. Dennoch sind die Unverhältnismäßigkeiten bei uns nicht neu.
    Entweder wir haben kaum Chancen in einem Spiel und schaffen Standards ins Tor oder aber wir haben massig Chancen aber nix richtig gefährliches und schaffen nur mit Glück ein Tor. Daran muss gearbeitet werden, nicht erst seit heute, schon seit langem, leider gibt es da geringe Fortschritte…

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