Freitag , Oktober 23 2020
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Wolfsgeheul – Samba in schlecht, Mann!

Es ist 3:47. Aus dem Sambazug weiß ich noch genau, wer Mama Lauda heißt oder welcher Traum von Amsterdam vorbei ist. Ich warte auf das Taxi, dass heute morgen schwerer zu bekommen ist, als eine kontinuierlich gute Leistung unserer Mannschaft in dieser Saison. Die Relegation hat mich wieder Jahre meines Lebens gekostet. Was mir egal wäre, wenn ich aussehen würde wie die zahlreichen Ultras ohne Oberbekleidung im Sambazug oder die Teenies in meinem Abteil, für die eine Flasche warmer Captain Morgan nur die Übergabe zum nächsten Pfeffi ist. Ich bin müde. Müde von diesem Spiel. Müde von der Tour nach Kiel. Müde von der Saison, die ich so nicht für möglich gehalten hätte. So knapp. So ärgerlich. So nah am deja vu, dass sich die Matrix geweigert hätte, ihre Fehler zu korrigieren. Und wir haben viele Fehler gemacht. Zu viele. Wir müssen dafür sorgen, dass sie niemals wieder passieren. Dass weiß ich nicht erst seit jetzt.

3:59 Uhr. Wartend auf das Taxi, das nicht kommt. Wartend auf den Respekt, den wir natürlich nicht kriegen. Natürlich spotten alle über uns. Keiner fragt sich, was die zweite Relegation in Folge uns für Kraft gekostet hat. Für unseren Verein. Den fast alle zum Teufel gewünscht haben. Aber wir sind immer noch da. Daran kann kein lustloser Spieler noch hetzende Tageszeitung etwas ändern. Wolfsburg ist nicht untergegangen. Auch wenn sich das viele gewünscht haben. Wir tun gut daran, nicht arrogant aus dieser gewaltigen Prüfung hervorzugehen. Genauso wenig werden wir uns aber den Hatern beugen. Den Hatern, die unserem Verein nur das Schlechte wünschen. Dem Verein, den ich liebe. Und wegen dem ich hier um 4:07 immer noch auf ein Taxi warte. Das wohl nicht kommt – anders als hoffentlich eine bessere Zukunft für meinen Verein. Ich würde es mir wünschen…

11 Kommentare

  1. Danke Lenny,
    ist das Taxi mittlerweile angekommen!?

    Es kann alles nur anders, nur besser werden!

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    • Heute morgen stand zumindest keiner mehr am Bahnhof :top:

      Starker Text, beschreibt die Gefühlswelt nahezu perfekt!
      Aber so isses, Mund abputzen, hoffentlich mal aus Fehlern lernen (sonst sehe ich uns schon in einer Relegation gegen den HSV :weg: ) und weiter gehts!

      Auf geht‘s Wolfsburg! :vfl3:

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    • @andy ich warte immer noch. Bin schüchtern…

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  2. Ich möchte mal den folgenden Artikel von Spiegel Online und vor allem die Kommentare darunter als eine positive Überraschung hervorheben. Endlich mal ein Artikel, der das Spiel differenziert angeht und dabei nicht dem populären Wolfsburg- Bashing Folge leistet. Und in den Kommentaren wird anstelle bezugsloser Beleidigungen darauf eingegangen und sogar der VfL und die Relegation mehrheitlich verteidigt. Dass ich das noch mal erleben darf…

    Hier der Link:
    http://m.spiegel.de/sport/fussball/holstein-kiel-vfl-wolfsburg-in-der-relegation-rettungsring-fuer-bundesligisten-a-1208849.html

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    • Muldental Wölfin

      Erstmal ein großes Dankeschön an Lenny für das Wolfsgeheul. Das ist wieder großes Kino und spricht sicherlich vielen aus der Seele.
      Den Artikel von Spiegel online las ich auch und war ebenso positiv überrascht, dass sich dort offenbar die Verfasser die Mühe gegeben haben, nicht in den Singang ihrer ketzerischen Kollegen einzustimmen. :like:

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  3. Ich glaube auf Respekt von aussen stehenden kann man lange warten. Es wird immer irgendwelche geben, die an dem üblichen Wolfsburg-Bashing teilnehmen.

    Was ich mir als Fan von außerhalb mal wünschen würde, ist, dass der VfL auch im Bezug auf seine Fans mal medial positiv in Erscheinung tritt. Ich würde ja gerne aktiv mitwirken, aber das gestaltet sich im Moment schwierig. Ich behaupte aber mal, dass die Fanunterstützung längst nicht so schlecht ist, wie sie gemacht wird – außer, dass sie selten ausverkauft ist (glaube, diese Saison nur zweimal), was ich sehr schade.

    Aber dazu kann einer gerne jemand was erzählen

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    • Da ist natürlich auch eine Definitionsfrage dabei! Was versteht man denn unter „Fanunterstützung“? Bloße Anwesenheit bei Spielen oder aktiver Support? Wenn man das erste als Maßgabe nimmt dann war das gestern in Kiel beispielsweise ein guter Auftritt. Bei zweiterem als Kriterium war der Auftritt ausbaufähig. Die Stimmung empfand ich gemessen an der Zahl der Mitfahrer als eher mittelmäßig. Was ist auschlaggebend? Qualität oder Quantität.

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    • Natürlich Qualität ;) Bringt ja nix, wenn ich zwar im Stadion bin, und das ganze Spiel den Mund nicht aufmache, geschweige denn klatsche usw.

      Als ich noch in WOB gelebt hab, und ins Stadion gegangen bin, hab ich mir beinahe jedesmal die Seele ausm Leib geschrien^^

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    • Da waren gestern auch ein paar spezielle Leute dabei. Stellen sich ganz vorne hin, stehen aber nur mit verschränkten Armen da. Das ist leider die Kehrseite wenn so viele mitfahren. Da hast du immer ein paar Eventies dabei! Aber gestern war auch beispielsweise die Positionierung der Vorsänger suboptimal. Bei einer eh schon langgezogenen Kurve hätte man die besser verteilen müssen auch wenn der Zaun nicht unbedingt geeignet war drauf zu sitzen. So standen beide nebeneinander und es wurde nur ein kleiner Teil erreicht. Da war stimmungsmäßig mehr drin!

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  4. @Lenny. Nanana, warst doch heute am Nachmittag an der Volkswagen Arena. Also nix mit schüchtern und auf Taxi warten. Zumindest nicht mehr heute um 19:29 h. Vielleicht hätte dich auch der Fahrer der Bäckerei mitnehmen können. Zumindest schon mal bis zur nächsten Bäckerei.
    ;)

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