Samstag , Oktober 24 2020
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Buddha, Gauck und Gloria

Wolfsgeheul-BestGeneralprobe ist gelungen, würde ich sagen. Und Onkel Jürgen hat nach dem Spiel schon mal geschaut wie einer, der mit ohne Pokal über den Borsigplatz fahren muss. Soweit so gut. Aber jetzt die Backen dick zu machen, sollte uns besser nicht passieren. Die Nummer in Berlin wird noch mal ne andere Hausnummer. Da dürfen wir uns nicht von Gauck und Gloria blenden lassen, sonst geht’s uns so, wie den Dortmundern am Samstag. Einmal Ball vertändeln, zack, zack, drin das Ding. Was ich so Samstag im Stadion mitgekriegt habe: die Dortmunder Fans haben den Pokalsieg schon fest eingeplant. Langsam ist das auf der Bayern-Arroganz-Skala schon ne satte 9. Hinter mir saß ein BvB-Fan, der hat mir die ganze Zeit das Innenohr wund gequatscht. War bestimmt ein Ur-Borusse aus Dortmund-Hörde, jedenfalls hat er so getan mit seinem Magdeburger Börde-Dialekt. Und Wolfsburg wäre ja eh kein Verein, sondern nur ein Autohersteller usw. Junge, junge, wenn der nicht mit seinen beiden Kindern schon genug geschlagen gewesen wäre… Am besten war, als der Reus dann doch auf den Platz musste. Ich hab gedacht, werden jetzt Buddha, Messi und Jesus in einer Person eingewechselt, oder was – jedenfalls hat der Typ hinter mir so geredet. Naja, spätestens nach dem Schlusspfiff war er schneller weg als n Trainer beim HSV. Grundsätzlich machen mir aber zwei Sachen besonders viel Mut. 1. Unsere Truppe hat gemerkt: die kann man schlagen und 2. ist Dortmund wie ne Party mit frisch geschiedenen Ü40-Mamis: Da geht auch immer was. Und wenn unser Premium-Belgier genauso gut drauf ist, dann kanns echt was werden mit dem goldenen Nachttopf. 21 Vorlagen, eine geiler als die andere. Oder wie man in Braunschweig nach einem Eintracht-Spiel sagt: ein normaler Montag Abend, wenn der Playboy mal wieder die einzige Freude war. Ist aber auch gut, dass der Klaus jetzt noch mal gesagt hat, der Kevin ist unverkäuflich. Vielleicht hats jetzt mal der Letzte auf dem Niveau einer geistigen Ofenkartoffel kapiert. Ob das auch für den Berater zutrifft, kann ich natürlich nicht sagen. Wir brauchen jetzt nämlich vor allem eins: Ruhe im Karton.

Apropos Ruhe: Was geht denn da bitte auf Schalke ab? Qualifizieren sich für die Euro-League und das Stadion schweigt, bzw. pöbelt hinterher alles an was n Trikot oder n Anzug anhat. Der Heldt sah aus, als hätte er die Würstchen vom Toennies essen müssen. Ich glaub, den Horst haben die Schalker Fans nur nicht an die Raben verfüttert, weil sie immer noch glauben, dass er mal die Welt gerettet hat, indem er so nen komischen Gold-Ring ins Feuer des Schicksalsberges geworfen hat. Damals hatte er aber noch Schuhgröße 52. Also der Horst, nicht der Berg. Aber jetzt mal ehrlich Freunde: Ja, sich ein Schalke-Spiel anschauen zu müssen, ist im Moment so wie Schießübungen mit dem G36. Irgendwie immer daneben. Aber deswegen da die Mannschaft an die Wand zu nageln, weil die nur Fünfter wird – das macht so viel Sinn wie die Anzahl von Schalke-Meisterschaftstriumpfen seit Bestehen der Bundesliga. Nämlich Null. Ich glaub, der di Matthäus hat schon bei Mourinho angerufen, ob er da nicht lieber Co-Trainer werden kann. Die spielen ja schließlich auch in Blau, gewinnen aber im Unterschied zu Schalke auch mal was.

Wo wir grad beim Thema Abstieg sind. Sollte es doch einen Fußballgott geben und der Hamburger SV spielt nächstes Jahr gegen Leipzig? Das werden die tollsten Matches der 2. Liga: Auf der einen Seite das Spielzeug eines größenwahnsinnigen Millionärs, auf der anderen Seite: Leipzig. Nachdem die Affenbande des nörgelnden Holländers dem HSV schön einen auf die Kokosnüsse gegeben hat, könnte es ja echt was werden. Immerhin hat sich HW4 noch n letzten Auswärts-Scorerpunkt gesichert. Uwe Seeler hat schon angefragt, ob er nicht Ehrenpräsident bei Werder Bremen werden könnte. Und Lotto Ging Karl zieht mit dem “Meine Perle”-Song nach Ingolstadt um. So viel Unterschied ist da ja nicht. Naja, bis auf die Tatsache, dass in Ingolstadt Fußball gespielt wird.

In diesem Sinn: Bleibt geschmeidig!

5 Kommentare

  1. Mit einem herzlichen Lachen und einem guten Gefühl gehe ich jetzt ins Bett. Wie immer großartig :knie: :top:

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  2. …Tränen lach!!! :yeah: :yeah: :yeah: Lenny
    Ich weiß gar nicht, welchen Satz ich besser finde; den mit dem „Borussen mit Magdeburger Börde-Dialekt“ oder den mit „…auf der anderen Seite: Leipzig“
    Was mach ich nur in der Sommerpause OHNE Wolfsgeheul?

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  3. „Sollte es doch einen Fußballgott geben und der Hamburger SV spielt nächstes Jahr gegen Leipzig? Das werden die tollsten Matches der 2. Liga: Auf der einen Seite das Spielzeug eines größenwahnsinnigen Millionärs, auf der anderen Seite: Leipzig. “

    Ich hau mich weg :lach: :yeah:

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  4. „Sollte es doch einen Fußballgott geben und der Hamburger SV spielt nächstes Jahr gegen Leipzig? Das werden die tollsten Matches der 2. Liga: Auf der einen Seite das Spielzeug eines größenwahnsinnigen Millionärs, auf der anderen Seite: Leipzig.“

    Das war der bester Spruch aller Zeiten! :knie: :knie: :knie:

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    • Ich schließe mich dieser Seligsprechung von Mateschitz durch die Hintertür der Relativierung nicht an.
      Wer die Pest verurteilt muss ja nicht gleich die Cholera tolerieren, oder?
      Sorry, aber ich bin da bei Kurt Tucholsky, der der Satire weitgehend Handlungsfreiheit konzediert, ihr sogar zugesteht, ungerecht zu sein. Allerdings ist es auch ihm zuwider gewesen, um die Sünden des Einen zurecht satirisch zu überhöhen, eines Anderen Vergehen zu bagatellisieren.
      Satire ist nicht Witz um des Witzes Willen!
      Mag aber sein, dass ein Blog wie unserer dieser Sorgfalt eines Verfassers in dessen Sicht nicht würdig ist… :grübel:
      Sind ja alles nur Fußballfans hier… :(

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