Donnerstag , November 26 2020
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Wolfsgeheul spezial – Glasner-Gate oder warum das nur der Anfang war…

Die sportlich Verantwortlichen des VfL Wolfsburg haben eine eindeutige Antwort gegeben: Oliver Glasner bleibt Trainer der Wölfe. Kein Wenn. Kein Aber. Im Gegenteil: Spekulationen über einen Rausschmiss erteilen Marcel Schäfer und Jörg Schmadtke klar eine Absage. Wörtlich: „Dies (eine Entlassung) ist jedoch zu keinem Zeitpunkt Gegenstand des heutigen Gesprächs gewesen.“ Setzen wir voraus, dass, wenn eine vorzeitige Trennung im Raum gestanden hätte, diese auch in dem „konstruktiven Gespräch“ (Glasner, Schmadtke, Schäfer) Thema gewesen wäre. Alles andere könnte man sonst auch als unseriös und unprofessionell bezeichnen. Beides Eigenschaften, von denen Schmadtke und Schäfer das Gegenteil verkörpern. Im Umkehrschluss heißt das auch: Oliver Glasner genießt weiter das Vertrauen und ist kein Trainer auf Abruf. Angesichts des Medienechos der vergangenen Woche (genau vor sieben Tagen war ja die „Lawine“ losgetreten worden), ist das erstaunlich.

Vergaloppiert und ausgebremst

Die Schlagzeilen nach den Aussagen von Oliver Glasner, die als massive Kritik an der Transferpolitik des Vereins interpretiert wurden, waren eindeutig: „Glasner vor dem Aus“, „Fortsetzung der Zusammenarbeit unwahrscheinlich“ usw. Fast sämtliche regionalen und überregionalen Medien hatten im ähnlichen Jargon berichtet. Zusätzlich zur genannten Transferkritik wurden weitere Indizien auf den für den Trainer belastenden Glasner-Gate-Beweisberg aufgeschüttet, die in der Vergangenheit eher öffentlich weniger diskutiert wurden oder höchstens hinter vorgehaltener Hand. Alles zusammen könne, so der Tenor, nur zur Trennung führen. Beweisführung abgeschlossen. Urteil gefällt. Schmadtke und Schäfer haben mit ihrer Entscheidung insbesondere die mediale Deutungshoheit ausgebremst. Die Botschaft ist eindeutig: Hier wurde sich vergaloppiert und wer in Wolfsburg auf der Trainerbank sitzt, entscheiden immer noch wir. Es ist eine Demonstration der Stärke, zeigt sie doch eben jenen Willen zur Kontinuität, die wir in Wolfsburg so lange vermisst und noch länger eingefordert haben.

Richtig, aber…

Allerdings darf man sich über eins wohl auch im Klaren sein: Wo Rauch ist, ist hier wahrscheinlich auch Feuer! Dass wir hinter den Kulissen des Vereins von einer unbelasteten Rolle des Trainers ausgehen können, entspricht angesichts der Vehemenz des Themas wohl nicht der Wahrheit. Die Frage, ob diese Belastung im Moment ausreichend für eine Trennung ist, wurde aber umso klarer beantwortet: Nein! Und das ist, aus meiner Sicht, die einzig richtige Entscheidung gewesen. Das, was hier im Raum steht, und darauf habe ich in der vergangenen Woche mehrfach hingewiesen, darf – allem öffentlichen Druck zum Trotz – niemals zur Entlassung eines Trainers führen. Die Konsequenzen und der Imageschaden für den Verein wären weitaus schlimmer gewesen und die Schlagzeilen entsprechend. Auf Platz 6 der laufenden Saison ungeschlagen den Übungsleiter zu entlassen – „Wolfsburg wieder größenwahnsinnig“ wäre wahrscheinlich umgehend zu lesen gewesen. Hinzu käme das Risiko eines erneuten Umbruchs mit einem neuen Trainer und die erwartbare Attacke auf die sportliche Führung nach dem Rausschmiss des „Wunschkandidaten“ und unglücklichen Nachfolgers von „Fan-Liebling“ Bruno Labbadia.

Auftakt Runde 2

Wer hier im Blog oder in den Gazetten einen Rausschmiss von Oliver Glasner zum jetzigen Zeitpunkt prophezeit, gefordert oder als beschlossen angesehen und propagiert hatte, steht jetzt ziemlich dumm da. Und genau darin liegt die Gefahr für den VfL Wolfsburg in den kommenden Monaten. Die Bewertung der heutigen Entscheidung ist ja bereits erfolgt: „Glasner 19 Monate auf Bewährung“, „Burgfrieden“ usw. stand zu lesen. Die nächste Runde im „Glasner-Gate“ ist also bereits eröffnet. Es werden demnach in den kommenden Wochen und Monaten zwei Dinge passieren: 1. jeder Schmadtke-Oton, jeder Punktverlust wird voraussichtlich so bewertet oder hinterfragt werden, ob nicht früher oder später doch noch das eintritt, was in der vergangenen Woche bereits als sicher verkündet wurde. 2. jede Glasner-PK wird auf links gedreht und interpretiert werden, ob der „Delinquent“ vielleicht gegen seine „Bewährungsauflagen“ verstoßen hat und welche Konsequenzen er nun befürchten muss.

Nur ein Heilmittel

Ob es Spaß macht, unter diesen Voraussetzungen zu arbeiten, kann sich jeder selbst beantworten. Ob diese Behandlung fair ist, auch. Die größte Gefahr für den VfL Wolfsburg ist aber: Ob unter diesen Voraussetzungen Bestleistungen möglich sind, darf infrage gestellt werden. Im Grunde gibt es nur ein Heilmittel für die Situation: Erfolg. Die Mannschaft hat es in der Hand, die Angelegenheit maximal zu befrieden. Schmadtke und Schäfer haben mit ihrer Entscheidung pro Glasner deutlich gemacht, dass sie wegen „Firlefanz“ keine Entlassung vornehmen. Bei sportlichem Misserfolg dürfte dies – so ist nun mal auch das Geschäft – anders aussehen. Entsprechend wird sehr interessant sein, wie die Mannschaft in den kommenden Wochen agiert. Ich erwarte, dass unabhängig von personellen Diskussionen, nur der Wille zum persönlichen Erfolg und zum Erfolg für den Verein entscheidend sein wird. Gegen Hoffenheim war es über weite Strecken schon eine ebenso deutliche Antwort auf dem Platz wie jetzt nach dem „konstruktiven“ Austausch außerhalb. Daran werden sich alle Beteiligten bis auf Weiteres messen lassen müssen.

In diesem Sinn: Bleibt geschmeidig!

34 Kommentare

  1. Vielen Dank Lenny für diese tolle Analyse. :top:

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    • War mir ein Bedürfnis…

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    • Vaneks Lob kann ich mich anschließen. Eine sehr differenzierte Betrachtung der heutigen Entscheidung des Sportvorstands und seiner Vorgeschichte. Man kann sagen, dass Schmadtke und Schäfer gerade noch mal den Deckel auf den Topf bekommen haben.
      Ob die ganze Geschichte von vornherein Kalkül war, um Glasner dosiert zu disziplinieren, oder ob die harsche Reaktion auf Glasners eigentlich schadlose Indiskretion zeitweilig eine unkontrollierte Eigendynamik und unbeabsichtigte Richtung angenommen hatte, die man jetzt spät, aber nicht zu spät korrigiert hat, wird man wahrscheinlich nie erfahren. Auch nicht, ob Schmadtke der jetzt verlautbarte „konstruktive Austausch“ vom AR als Modus Vivendi vorgegeben wurde.
      Absolut berechtigt ist daher auch Lennys Vorbehalt bzgl. der Nachhaltigkeit der Lösung von heute: „Ob unter diesen Voraussetzungen Bestleistungen möglich sind, darf infrage gestellt werden.“ Mich würde es sogar wundern, wenn aus der jetzt nach außen hin beruhigten Atmosphäre Erfolg erwachsen sollte. Allerdings hat die Mannschaft, auf die auch Lenny hofft, ja schon einmal gezeigt, dass sie sich auf den Fußball konzentrieren kann und über dem Verhältnis von Trainer und sportlicher Leitung steht.
      Noch eine süffisante Bemerkung am Rande: Den Inhalt der Presseerklärung kommentiert im kicker nicht Spezi Hiete, der Glasner ja schon beim Kofferpacken zugesehen hatte, sondern der Digitalredakteur Christoph Laskowski (las). Vielleicht wollte man es Hiete ersparen, die Haltlosigkeit seines absurden Orakels selbst verkünden zu müssen.

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  2. Ich verstehe die ganze Aufregung ehrlich gesagt nicht.
    Der Trainer hat (von Anfang an) gesagt, dass „wir“ nicht den Spieler holen konnten, den „wir“ gerne gehabt hätten. (Das ist nicht der O-Ton, aber trifft die Aussage von Glasner.) Er hat nicht vom VfL oder von Schäfer und / oder Schmadtke gesprochen, sondern von „wir“.
    Für mich war die Aussage daher nicht mehr und nicht weniger als eine Feststellung der Tatsachen. Ohne irgendwelche Schuldzuweisungen oder sonst etwas.
    Wie man allein aus dieser Aussage dann eine Trainerdiskussion anstoßen kann, will ich einfach nicht begreifen. :rad:
    Wenn es danach ging, dann müsste jeder Spieler, über den ein Trainer sagt, dass er „nicht seinen besten Tag hatte“, am Montag vor dem Arbeitsamt stehen!

    Für mich war die ganze Sache Schaumschlägerei und an den Haaren herbeigezogen. Vielleicht saß da irgendeinem Medienvertreter ein Pfur.. quer und er hat mal ins blaue geschossen, in der Hoffnung, dass er etwas trifft.
    Dass dann alle Medien auf den Zug aufspringen ist leider normal geworden. Wobei man ja nur voneinander abgeschrieben hat ohne eigene neue Fakten zu liefern.

    Mich hat ehrlich gesagt nur gewundert, dass der VfL nicht gleich dementiert hat. Dass es eine Woche gedauert hat, bis man, mehr oder weniger klar, Stellung bezieht, ist schon etwas seltsam. Aber da wird man seine Gründe gehabt haben.

    Ganz nebenbei: die Probleme in der Offensive haben wir nicht erst seit Glasner im Amt ist. Meiner Meinung nach haben wir seit Dzeko und Grafite keinen vernünftigen Sturm mehr gehabt. (Oh, darf ich das überhaupt sagen? Oder bin ich jetzt kein VfL Fan mehr? :yeah: )

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    • Es geht wohl eher um klare Verhaltensregeln. Transferbemühungen sind – eigentlich bei jedem Klub – Interna. Und wenn diese kommentiert werden, dann vom Manager. Und Glasner hatte bereizs vor und während des Transferfensters Druck aufgebaut, Neuzugänge anekündigt, Profile öffentlich gemacht… nun plaudert er gar über Bruun-Larsen…

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    • @schalentier ich denke, das wird man ihm noch mal deutlich auf den Weg mitgegeben haben, was intern bleibt und was nicht.

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  3. Na dann ist ja alles wieder gut und wir (inklusive mir)
    haben da wohl zu schnell den Zug in die falsche Richtung genommen.
    Jetzt sind wa am Bahnhof „konstruktives Gespräch“ und „war nicht Inhalt des heutigen Gespräches“ angekommen.
    Gut. Sehr gut.
    Hoffe wir können das als Antrieb sehen und die Schalker Negativserie ausbauen.

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  4. Zu den Medien kann man in dieser Kausa nur eines sagen

    Lügenpresse!

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    • @Ti Mo: lass das doch bitte. Der Begriff ist leider in nem anderen Bereich so negativ vorbelastet und passt hier gar nicht. Es wurde ja auch nicht gelogen, sondern überinterpretiert und gehypt. Die Aussagen wurden ja getätigt. Nur wurde fast gänzlich ausgeblendet, dass sie nicht so schwerwiegend oder belastend waren und eine Konsequenz als sicher postuliert, die so offenbar gar nicht zur Debatte stand und für jede Menge Unruhe gesorgt und damit den Erfolg des Vereins gefährdet hat. Das kritisiere ich.

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    • @Ti Mo: Das geht zu weit.
      Man kann ja vieles in dieser Debatte kritisieren, aber wie auch Lenny anmerkte: Lügen geht da zu weit.

      Wie ich oben selbst schrieb, war auch ich zu schnell in Richtung Trainertrennung zu schnell unterwegs.

      Jedoch bleibe ich bei meiner grundsätzlichen Meinung : Gut, dass man sich geeinigt bzw. ausgesprochen hat.
      Nun geht es darum den Erfolg zu kanalisieren.
      Aber es bleibt bei mir jedenfalls ein ungutes Gefühl im Magen hängen. Die Stellungnahme zum Gespräch beruhigt mich zwar, aber es bleiben Zweifel. Hänge mich da gern an @jonny dran: Glasner bleibt nicht bis 2022!
      Schaun wer doch mal.
      Unser VFL ist wichtig und hat noch ne Menge Arbeit vor sich.

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    • Wenn gesagt wird „ Glasner vor dem Rauswurf“ aber sich heraus stellt das da nix dran ist und nie dran war ist das nunmal gelogen

      Das der Begriff „vorbelastet „ ist, ist mir da relativ da es dennoch gelogen war.
      Wenn ein normaler Mensch lügt darf man ihn auch Lügner nennen.Die Presse hat gelogen

      Gerade im Profifußball stolpern viele Trainer Spieler oder Verantwortliche nicht über ihre (schlechte) Leistung sondern über die Presse die so lange Druck aufbaut bis man weg ist

      Klappt sogar in der Politik. Unser Bundespräsident wurde sonlangw gejagt bis er zurück getreten ist (Wulff) am Ende ging es um 400€ die er für ne Übernachtung nicht angegeben hat…

      Zumindest bin ich froh das unserer Verein diesmal stand gehalten hat

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    • „Überinterpretiert“ ist eine leichte Untertreibung. Eine Tendenz zur Unwahrheit, ist schon sichtbar.

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    • Ich kann der flammenden Rede von Lenny nichts abgewinnen.

      Genauso wie du der Presse vorwirfst voreingenommen zu sein, so erkenne ich das auch bei dir. Die ganze Situation wird von dir verharmlost.

      Die neuen Aussagen vom Verein zur Aussprache sind stark interpretationswürdig. Du interpretierst sie in die eine Richtung, viele Medien un die andere. Warum ausgerechnet du jetzt die Wahrheit kennen willst, erschließt sich mir nicht.

      Ich bin weiter der Meinung, die Sache stinkt zum Himmel. Ohne jegliche Interpretation finde ich die Aussagen von Glasner ein absolutes No Go. Ich wäre dafür gewesen, sich von ihm zu trennen.

      Und die schwammigen Aussagen der Presseabteilung überzeugen mich ebenfalls in keinster Weise. Manchmal ist es nicht so wichtig, was gesagt wird, sondern vielmehr was nicht gesagt wird.

      Wäre alles nicht so schlimm und überinterpreriert gewesen, wie du behauptest, dann hätte man sich ganz anders geäußert. Dass man gar nichts sagt, heißt für mich, dass alles sehr sehr fragil ist und nicht mehr lange halten wird. Wir werden sehen.

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    • Da vermengst Du aber ein bissel etwas lieber Ti Mo.
      Wir wissen nicht, was da genau besprochen wurde und ob nicht doch das Pferd schon aufn Flur stand.

      Fakt ist, man hat gesprochen und ein Statement abgegeben dazu. Die Arbeit wird fortgeführt. Zusammen.
      Das Statement an sich könnte man sich auch mal genauer anschauen. Aber nun ist erstmal gut.
      Die Gemüter sind beruhigt und es kommt jetzt auf die Arbeit an…

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    • @Ti Mo: Dann ist es noch lange keine Lügenpresse, sondern der EINE Artikel war „gelogen“. Und ich schliesse mich den Vorrednern an, es war nicht gelogen, es war überinterpretiert. KEINER hat gesagt, Glasner WIRD rausgeschmissen. “ Vor dem Rauswurf“ kann eben auch bedeuten, dass er angezählt wird.

      Und ja, ich bin auch nicht immer einig mit den Medien, aber trotzdem versuche ich hier nicht den Trump rauszuhängen und alles was mir nicht passt als Lügenpresse zu deuten (Tut mir leid, aber Trump ist nunmal der Erfinder dieses Wortes und jeder, der sich dem anschliesst muss sich dem Vergleich stellen)

      Und gerade die Medien sind in unserer Zeit sehr wichtig (siehe China, Türkei, mittlerweile auch Amerika). Die Pressefreiheit ist nunmal da um unsere demokratischen Werte zu sichern. Dass da einige Medien übers Ziel hinaus schlagen sei mal dahingestellt. Jeder sollte sich seine eigene Meinung dazu bilden mit eigenen Erfahrungen.

      Die Medien haben ihre Version der Geschichte ja versucht zu erklären (mit schlechtem Zeitpunkt der Kritik, leicht schlechte Stimmung in der Mannschaft (was daran war weiß ich nicht genau)).

      Und man sollte bei alledem nicht vergessen, die Medien sind dichter dran als wir „Normalbürger“. Es gibt Interviews vor, während und nach dem Spiel, wo wir nur das mitkriegen, was wirklich geschrieben wird. Es gibt zwischendurch Pressekonferenzen (auch da kriegen wir nur das mit, was geschrieben wird).

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    • Ich halte die Etikettierung „Lügenpresse“ auch für zu pauschal und verallgemeinernd, um diesen speziellen Vorgang beim VfL erklären zu können. Ich habe Hiete wegen seiner journalistischen Arbeit hier ja mehrfach kritisiert. Warum er und andere sich bei diesem Thema so weit aus dem Fenster gehängt haben, könnte letztlich nur er selbst erklären. Ich schätze mal, er würde es auch auf freundliche Nachfrage nicht tun, weil er es sich mit den Leuten nicht verscherzen kann, die möglicherweise aus dem Nahbereich des VfL Internas lanciert haben, die auf Konflikte und die Möglichkeit einer Entlassung hindeuteten.
      Auch die Presseerklärung des VfL liefert ja nur eine Aussage zum offiziellen Status Quo und nicht den Hauch einer Aufklärung des Vorgangs oder eine Aussage über das tatsächliche Verhältnis zwischen Trainer und Sportvorstand. Wir erwarten eine wahrheitsgetreue Berichterstattung, aber die Wahrheit stirbt oft schon bei den Vereinen selbst durch eine Vielzahl interner Kommunikationsfilter, seien es Schweigepflichtserklärungen, Autorisierungszwänge für die nach außen gehenden Informationen oder direkt verordnete Maulkörbe an einzelne Personen.
      Das Verhältnis von Journalismus und Sport ist ein sehr spezielles, das der ehemalige Investigativ-Journalist der Süddeutschen Zeitung Hans Leyendecker schon 2006 in der Arbeit „Klebrige Nähe“ – Anmerkungen zur Korruption im modernen deutschen Sportjournalismus anschaulich beschrieben hat.
      Wer da tiefer einsteigen möchte, dem sei empfohlen:

      https://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/01/kis-leyendecker.pdf

      https://www.transparency.de/fileadmin/Redaktion/Publikationen/2016/Korruption_im_Journalismus_TransparencyDeutschland_2016.pdf

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    • @Lapsus: Natürlich bin ich voreingenommen. Ich will ja, dass es meinem Verein gut geht und er in einem möglichst positiven Licht erscheint. Reflektier mal, ob das bei dir auch so ist. Ich habe nie behauptet, die Wahrheit zu kennen (was ist das überhaupt in dem Zusammenhang?). Ich habe nur abgewogen, ob das, was auf dem Tisch liegt, stichhaltig und ausreichend für einen Rausschmiss ist unter Berücksichtigung der möglichen Konsequenzen und Schaden für den Verein. Und offenbar sind Schmadtke/Schäfer zum selben Ergebnis gekommen wie ich: Nein, es ist nicht ausreichend!

      Das, was du machst, grenzt ja schon fast an „Trumpism“. Ich interpretier jetzt mal deine Aussagen: Schmadtke und Schäfer lügen wie gedruckt und die einzigen drei Personen, die es wissen können, liegen natürlich falsch, die Presseabteilung veröffentlicht eh nur Müll und im Grunde weißt du es eh besser und selbstverständlich hast du den Durchblick, weil die eigene Meinung natürlich über den vorliegenden Fakten und offiziellen Aussagen steht. So lässt sich natürlich alles wegbügeln.

      Und den naheliegendsten Grund, warum man sich so knapp äußert, lässt du bewusst außer Acht: Man möchte vielleicht das Thema nicht weiter von innen heraus befeuern…

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    • Sorry Lenny.
      Das war mir jetzt zu „einfach“.
      Also dein naheligender Grund.
      Das Statement vom Verein lässt in der Tat einen Interpretationsspielraum zu. Das dürftest gerade Du als Profi (damit meine ich deinen Beruf bzw. deine berufliche Orientierung) bzw. deine Erfahrung in diesem Bereich dürfte dir da helfen.
      Ich will nicht sagen, dass Herr Glasner auf der Kippe stand oder kurz davor stand zu fallen. Das wissen wir in der Tat nicht und gerade ich dürfte deutlich gemacht haben, dass ich zu schnell geurteilt hab.
      Aber gerade der Wortlaut des Statements darf doch einmal von allen Seiten betrachtet werden.
      Ich hab mich heute dazu auch mit einem anderen User privat dazu ausgetauscht und werde nachher mal meine Meinung zu dem Statement sagen.
      Sage aber schon vorab: Das ist meine Meinung und spiegelt nicht die allgemeine Meinung wieder.
      Ich wünsche mir auch Ruhe und Kontinuität etc.
      :vfl:

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    • @andyice: Yo, ich hab ja geschrieben, dass mit der Stellungnahme der zweite Akt quasi beginnt. Ich denke auch die „wir geben Interpretationsspielraum“ ist in der Nummer eingepreist. Es ist ja klar, dass das gemacht wird. Man hat sich zu der Nummer entschieden, von unserer Seite gibt es kein Futter mehr, soll der Rest denken was er will. Ich finde das nachvollziehbar, aber es ist jedem wahrscheinlich auch im Verein klar, dass es nicht die Diskussion beendet…

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    • Ich behaupte aber auch, dass es egal ist, welches Statement man bringt, die Diskussionen lassen sich nicht so schnell beenden.

      Beenden kann man sie nur, indem man Erfolge feiert und indem nichts negatives nach außen dringt(vorrausgesetzt natürlich, es passieren auch negative Dinge).

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    • Interessant

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  5. Das sind die Neuerungen des Internets! Und zwar bekommen die Seiten Werbegelder jedesmal, wenn eine Seite angeklickt wird. Jetzt stellt euch vor, die allererste Meldung wäre gewesen:

    Glasner stellt fest, dass der Verein nicht alle Spieler verpflichten konnte, die man wollte. Auf die Torarmut sagt er, dass man sicher auch mit den vorhandenen Spielern auskommen wird, wenn sich die Prozesse eingespielt haben und die Neuen integriert sind…

    Das hätte jeder genau EINMAL gelesen.
    Ich habe mich in den letzten Tagen auch beobachtet, dass ich mehr zu dem Thema gesucht, gelesen, geklickt … habe!

    Und ich bin echt enttäuscht von hauptsächlich vom Kicker und Sportbuzzer, die ich bisher immer gerne gelesen habe! Aber die waren echt schlimm in ihrer Subjektivität!!

    Am besten sollte man gar keine Berichterstattung mehr lesen, sondern nur die Pressekonferenzen direkt gucken und die Meldungen auf der Vereinshomepage…

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    • Darf ich mal fragen, ob Du die PK von Glasner vor Hoffenheim und das Interview von Frau Blumensaat (ist das richtig geschrieben?) gesehen hast?

      Die von Dir gewünschte Meldung hätte nicht im geringsten seine Äußerungen wiedergegeben.

      Er hat ganz offen das Verhältnis zur GF in Frage gestellt und einen Machtkampf versucht.

      Nur weil man sich im Ergebnis gegen eine SOFORTIGE Trennung entschieden hat, ist nicht plötzlich alles gut und ALLE dauerhaft über den VfL berichtenden Journalisten hätten dreist übertrieben um persönliche Vorteile zu haben.

      0
  6. Schön, es herrscht Klarheit

    – darüber, dass der Trainer bleibt.
    – darüber, dass eine Trennung von Glasner offenbar kein Thema war.
    – darüber, dass nicht jeder zum Orkan aufgeblähte Furz zu einer Schneise der Verwüstung führt.
    – darüber, dass gehobene oder gesenkte Daumen von Medien-Vertretern derzeit für die Entscheidungsfindung beim VfL vollkommen irrelevant sind (Sorry, Thomas. Das musste bei allem Respekt mal raus).
    – darüber, dass auch so manch anderer „Experte“, der anderen gerne mangelnden Fußball-Verstand vorwirft, mit seinen „Weissagungen“ ziemlich weit daneben lag.

    So, und jetzt ist hoffentlich langsam mal Ruhe im Schiff und Schluss mit selbst gemachten Leiden!

    :vfl: :vfl3: :vfl:

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    • Dein Punkt 2 ist falsch. Es wurde nur gesagt, dass eine Trainer-Trennung nicht Thema bei dem Gespräch mit Glasner war. Wie darüber in der Vereinsführung diskutiert wird und wurde, wissen wir nicht.

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    • Wenn ich heute im laufe des Tages Zeit habe oder heute Abend, dann schreibe ich mal einen längeren Text.

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  7. Ich glaube jetzt weiß ich warum der Kollege vom Kicker die Diskussion um den Trainer angestoßen hat:

    https://www.kicker.de/glasner-hier-war-ein-bisschen-was-los-789738/artikel#omrss

    Zitat aus dem Artikel:
    „Zuletzt hatten die Niedersachsen der Öffentlichkeit schließlich nicht mehr viel mitgeteilt,“

    Dem Hiete ist es einfach zu langweilig hier in Wolfsburg geworden. :ball: Und vielleicht wird er ja vom Kicker pro Artikel bezahlt und er hatte kein Material für neue ArtikelAndr. Da musste er sich halt etwas einfallen lassen damit er wieder etwas schreiben kann… :P

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  8. So.
    Also zum Statement selbst meine Meinung.
    Zum Teil schon von einigen Usern angesprochen:
    Das Statement liest sich kurz, bündig und verständlich.
    Beendet die Debatte und blickt voraus und macht deutlich : Wir haben geredet. Alles Gut.
    So weit, so gut.
    Es klingt sehr wirtschaftslastig.
    „Konstruktives Gespräch“ und der deutliche Hinweis auf das „heute“ nicht besprochene Thema verbunden mit „alles bleibt intern“ wären bei einem Wirtschaftsunternehmen Hinweise darauf, dass deutlich gesagt wurde: Es hat uns nicht Gefallen. Du bist der Trainer und künftig kommst du damit zu uns.
    Wir haben das Sagen.
    Wenn mein Chef nach einem Krisengespräch so ein Statement abgibt bzw. sogar abgeben lässt, dann hab ich mir ne Watschn eingefangen.
    Ich selbst würde solche Zitate nutzen um klar zu machen. Alles klar. Hab dich verstanden, aber so geht das nicht.
    Motto: Bis hier und nicht weiter.
    So weit meine Interpretation davon. Das ist keine Hetze oder sonst irgendwas in der Art.
    Mich haben diese Worte aufhorchen lassen.
    Vielleicht ist es auch so gemeint wie Lenny meinte mit: Wir wollen kein weiteres Feuer schüren etc. oder eher in Richtung Mahatma oder oder oder (!)
    Was wirklich gesagt wurde wissen wir nicht.
    Demnach müssen wir einfach abwarten und hoffen, dass wir alle jetzt zur Ruhe kommen und die Schalker besiegen.

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    • Bin aber genau deiner Meinung.

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    • So,

      ich komme nun doch einmal etwas zu schreiben, was mich ein wenig an dem Statement vom VfL „stört“ bzw. was mir aufgefallen ist.
      Meiner Meinung nach geht das auch ein wenig unter, ich für meinen Teil würde in einem solchen Statement nicht von „konstruktiven Gesprächen“ sprechen.
      Zum Thema Trainerentlassung hieß es in der Mitteilung: „Dies ist jedoch zu keinem Zeitpunkt Gegenstand des heutigen Gesprächs gewesen.“

      Wenn es nicht heute Inhalt des Gesprächs war, dann kann es das zuvor gewesen sein oder aber in Zukunft.

      Für mich sind das dann eher so Standardaussagen, die aktuell zur Beruhigung beitragen sollen und zeigen sollen, wir tun zusammen alles für den sportlichen Erfolg zusammen und wenn dieses heißt, sich bis Zeitpunkt X zusammenzuraufen, dann tun wir das.
      Alles für den Dackel, alles für den Klub und Leben für den Hhuuuunnnn… Ach ne… Alles für den Verein…

      Was ich damit sagen will, jeder kann so ein Statement unterschiedlich deuten.
      Ich persönlich hatte ja schon vor einiger Zeit gesagt, dass bestimmte Sachen mich noch vor dem Statement hellhörig gemacht haben.

      Manchmal ist es eben so, dass das Gesagte in der Art und Weise, wie es gesagt wird etwas bedeutet. Manchmal ist aber auch das nicht Gesagte ein Indiz für etwas.
      Versteht mich nicht falsch, ich würde mich freuen, wenn wir die Saison friedlich und gut überstehen und möglichst in die EL einziehen.

      Dieses würde bedeuten, dass wir trotz Zwist eine gute Saison gespielt haben und wir uns zusammengerauft haben!
      Ich kann mir jedoch kaum vorstellen, dass wir über den Sommer 2021 hinaus mit Glasner weitermachen werden.
      Dazu scheint es zu große persönliche Differenzen zu geben und jedem ist der Ausgang im Fall Labbadia noch im Kopf.

      Für mich wird es spätestens im Sommer eine Trennung geben.

      2
    • Wolltest du nicht einen noch längeren Text schreiben? :ironie:

      0
    • @Johansson

      wollte ich, zwischenzeitlich wurden aber einige Sachen geschrieben, wieso soll ich dann noch einmal alles aufgreifen, was andere gebracht haben?

      Kann ich machen, aber meistens werden hier lange, ausführliche und gute Beiträge gar nicht gelesen.
      Zudem frage ich mich, wann bei dir ein langer Beitrag anfängt und wann er aufhört…

      Zudem schrieb ich extra oben, dass ich jetzt zu komme etwas zu schreiben und nicht, dass es ein langer Text wird im Anschluss… Ich habe dann doch was auf Arbeit und zu Hause als zweifacher Papa zu tun, aber danke der Nachfrage… :top:

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